Das Leben usw.

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Was sich liebt, das neckt sich

Mai 6, 2008 · No Comments

oder später nörgelt man sich eben an. Einen großen Unterschied scheint das nicht zu machen. Wissenschaftler am Institut für Sozialforschung der Universität Michigan wollen laut tagesschau.de herausgefunden haben, dass, je älter Paare zusammen werden, sich die Partner in immer schlechteren Licht sehen. Oder eigentlich müsste man wohl sagen: zu sehen scheinen. Denn anscheinend ist das Nörgeln die Fortsetzung des Neckens mit anderen Mitteln. Motto: Worüber man noch meckert, das ist einem auch was wert.

Paare, die zugunsten eines scheinbar harmonischen Zusammenlebens ihre Konflikte unterdrücken, haben eine geringere Lebenserwartung. Klar, wenn man immer alles herunterschluckt, was einen ärgert…

Wie bei vielen Dingen im Leben gilt es also offenbar einen guten (und keinen faulen) Kompromiss zu finden. Also dann: Gute Nacht, Schatz. …und schnarch nicht wieder wie eine ganze Holzfällerbrigade!

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Nur mal so nebenbei: Im Wein liegt nicht immer nur Wahrheit

März 27, 2008 · 1 Comment

Pestizide, darunter auch krebserregende und erbgutverändernde Mittel, in einem Spätburgunder aus Baden sogar 10 verschiedene, das ist schon ein Hammer. Und es zeigt, dass auch nach mehr als 20 Jahren Ökologie- und Bio-Bewegung Kontrolle immer noch besser ist als Vertrauen. Immer noch gibt es anscheinend Lebens- und Genussmittelproduzenten, die ihren Ertrag um jeden Preis steigern wollen, oder möglicherweise auch schlicht mit dem Einsatz unter richtigen Dosierung von Pflanzenschutzmitteln nicht klar kommen.

Die unbelasteten Weine in der Untersuchung eines Aktionsbündnisses aus Umweltschutzgruppierungen verschiedener europäischer Länder waren ausnahmslos Bio-Weine. Der Umkehrschluss gilt leider nicht. Auch ein Bio-Wein war belastet. Nach meinen eigenen Beobachtungen in der heimischen Landwirtschaft wundert mich das nicht. Ökologisch bewirtschaftete neben konventionell - also auch mit chemischer Keule bewirtschafteten - Feldern… Da ist eben keine Wand dazwischen. Das gilt auch für die geltenden Regelungen für gentechnisch veränderte Pflanzen. Ein paar hundert Meter sollen Ökofelder vor dem Eintrag von Gentech-Pollen schützen, wo doch der Wind Staub aus der Sahara bis zu uns und gar bis nach Südkamerika trägt? Lächerlich! Und vor Jahren schon wurde festgestellt, dass veränderte Gene aus Raps auch auf Darmbakterien von Bienen übergingen.

Aber wie das Beispiel Wein zeigt, sind auch viel konventionellere Gefahren immer noch nicht im Griff. Manche Chemikalien können von den verantwortlichen staatlichen Labors in Routineuntersuchungen nicht einmal festgestellt werden. Freie Bahn für Chemie-Panscher also.
Knapp 150.000 Chemische Stoffe sind in der EU zugelassen. Wer will das überwachen.
Gut also, dass es auch nicht-staatliche Organisationen gibt, die in diese Bresche springen. Manchmal tun sie das sicherlich auch, um sich bekannt und etwas wichtiger zu machen, um die eigene Organisation und den eigenen Einfluss zu stärken. Trotzdem: Ich bin froh, dass es sie gibt.

Noch mehr würde ich begrüßen, wenn nicht immer alles als harmlos gilt, bis man die Schäden feststellt, sondern umgekehrt. Ich bin gespannt, wann die ersten Klagen gegen Autopolitur mit Nanopartikeln usw. kommen. Der Lack glänzt zwar länger, aber diese Partikel nutzen sich ab, Wo bleiben sie? Es wäre blauäugig zu denken, dass wir sie nicht auch einatmen. Langzeitwirkung? Niemand weiß es, niemand kann es überhaupt wissen. Wohlstand besteht eben nicht nur aus materiellen Gütern, er besteht auch aus Gesundheit, einer gesunden Umwelt.
Ich will nicht nur meckern. Es gibt auch jede Menge postiver Entwicklungen, gerade auch im Umweltschutz, der ja vor allem auch Menschenschutz sein sollte. Dass im Rhein wieder die ersten Lachse schwimmen finde ich wunderbar. Das Ozonloch wird in einigen Jahren kein Thema mehr sein, dank des weltweiten FCKW-Herstellungsstopps. (Die Hautkrebsgefahr für mich ist dennoch hoch: Man wusste früher eben nicht, dass Sonnenbrand Spätfolgen haben kann.) Das Beispiel FCKW und Ozonloch zeigt auch, dass wir Menschen wirklich etwas zum Besseren bewegen können, wenn wir es entschlossen und solidarisch anpacken.
Also nur den Kopf nicht hängen lassen. Außerdem gibt es ja auch immer mehr und auch preiswerte Bioprodukte.
Trotzdem: Augen auf!

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Wie weit kann man überhaupt sehen?

März 23, 2008 · 2 Comments

Die Frage haben mir ein paar Kinder im Bekanntenkreis tatsächlich einmal gestellt - warum auch nicht.

Forscher der Pennsylvania State Universität bestätigen einen Rekord: Sie beobachteten die Explosion einer Supernova. Nun sind Sterne bekanntlich seeehr weit weg. Aber wir sehen ja oft viele davon. So etwa 2000 sollen mit bloßem Auge erkennbar sein. Dabei sind Städter gegenüber den Landbewohnern in klarem Nachteil - es liegt an der Lichtverschmutzung. Dort, wo sich Fuchs und Hase eine gute Nacht wünschen, kann man sogar bis etwa 2500 Sterne und andere kosmische Objekte sehen. So z.B. den Andromeda-Nebel, der allerdings nicht aus Nebel besteht, sondern aus etwa 1 000 000 000 000 Sternen (= 1 Billion, also 1000 Milliarden). Die Entfernung: So etwa 2,4 bis 2,7 Lichtjahre. Ja, das ist ganz schön ungenau, aber bei den Entfernungen kommt es nicht auf die eine oder andere Million Kilometer an. Übrigens mal zum Vergleich:

  • Der Mond ist etwa 1,3 Lichtsekunden weit weg.
  • Von der Sonne braucht das Licht bis zu uns im Mittel etwa 8,3 Minuten um die knapp 150 Millionen Kilometer zu überbrücken. (”Mutter, die Sonne geht auf.” “Junge, guck nicht immer so viel Fernsehen!”)
  • Die mittlere Entfernung zum äußersten Planeten unseres Sonnensystems, Neptun (Pluto gilt nicht mehr als Planet) beträgt etwa 4 Lichtstunden.
  • Unser Sonnensystem hat eine Durchmesser von etwa 150 Lichtstunden (jaja, Neptun ist näher, aber da fliegt ja noch jede Menge anderes Geröll herum).
  • Der nächste Stern ist übrigens schon etwa 4 Lichtjahre weit weg. Deshalb ist da auch noch keiner hin gereist. Denn einerseits erhöht die Bahn ja immer wieder die Preise und andererseits, wird einem unterwegs wahrscheinlich ziemlich langweilig. Da hilft es auch nichts, wenn man sternhagelvoll ist.

Egal, wie: Wenn wir 2,4 bis 2,7 Millionen Lichtjahre weit mit boßem Auge sehen können, dann ist das verdammt weit.
Aber Andromeda hielt noch nicht den Rekord für Weitsehen mit bloßem Auge. Die Galaxie M33 ist wohl auch noch so zu sehen und die ist sogar 2,9 Millionen Lichtjahre weit weg. (Also gut, ich persönlich habe sie noch nicht entdeckt… aber hier in der Stadt… und in meinem Alter… ) Aber jetzt:

Tja, jetzt kommt der Hammer: Die oben erwähnte Supernova-Explosion war wohl auch kurze Zeit mit bloßem Auge sichtbar (nicht nur mit einer NASA-Sonde). Und sie war (Trommelwirbel) tatsächlich (jetzt haltet euch fest) SIEBEN … KOMMA … FÜNF … MILLIARDEN … LICHTJAHRE … weit weg.

Man kann es sich auch einfacher merken: Das ist ganz einfach einmal halb durch das bekannte (!?) Universum!

Da bekommen die Begriffe Kurz- und Weitsichtigkeit eine ganz neue Bedeutung!

(Übrigens, der neue Merksatz zu den acht Planeten lautet einfach so: Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel - für Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun in der Reihenfolge ihrer Entfernung zur Sonne.)

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Gläsern am Airport? Nicht ganz!

März 10, 2008 · 3 Comments

ThruVison heißt eine neue Kamera, die bei Sicherheitskontrollen wie etwa am Flughafen eingesetzt werden kann. Die Besonderheit: Sie soll durch die Kleidung hindurchsehen können. Bevor aber Bilder einer lüstern sabbernden Security-Crew bei der Abflugkontrolle aufkeimen… Erstens ist bestimmt nicht alles lecker, was zu sehen sein könnte und zweitens sehe man nur eine Art Silhouette zu sehen, so ein Sprecher des Herstellers gegenüber der BBC. Oberflächen seien nicht sichtbar. Auch vor der so genannten Terahertz-Strahlung, mit der die Kamera arbeitet, muss offenbar niemand Angst haben. Das System arbeite auschließlich passiv.

Die Terahertzstrahlung, so genannte T-Rays, (im Gegensatz zu X-Rays = Röntgenstrahlung) werden von allen Menschen und Gegenständen ausgestrahlt, in sehr geringer Stärke. Sie ist offenbar der Infrarotstrahlung verwandt. Die neue Kamera kann diese offenbar sichtbar machen und so unter der Kleidung versteckte verdächtige Gegenstände entdecken, da die Strahlung zwar viele verschiedene Materialien durchdringt, nicht aber Wasser oder Metall.

Wozu das Entdecken von Wasser in diesem Fall sinnvoll sein kann, erschließt sich mir allerdings nicht. Auch ein mitgeführter Eiszapfen, der als berühmter stumpfer Gegenstand benutzt werden könnte würde sich wohl auch ohne T-Ray-Kamera anhand einer Tropfenspur sicherlich verraten. Andererseits wird auch Keramik von der T-Strahlung durchdrungen. Würden dann beispielsweise Messer aus diesem Material überhaupt entdeckt?

Ob also der Gewinn an Sicherheit wirklich so groß ist oder lediglich das Geschäft mit der neuen Technik?

Laut der BBC-Meldung soll das System übrigens unter anderem schon an die eine Terminbörse in Dubai verkauft, was mich zu einem weiteren Einwand bringt: Was hier im trockenen Wüstenklima funktioniert, könnte im feucht-heiß dampfenden Florida womöglich schon unwirksam sein. Da Terahertzstrahlung von Wasser absorbiert wird, stellt sich die Frage, ob die Technik hier nicht sogar eine falsche Sicherheit vorgaukeln könnte.

Nun gut, halten wir es, wie die Sicherheitskräfte an Flughäfen: Schau’n wir mal…

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Das Kombikraftwerk: Vollversorgung mit regenerativen Energien möglich - Kassel im Aufwind neuer Technologien

März 10, 2008 · No Comments

Schon lange stellte ich mir die Frage, ob die doch sehr energie- und rohstoffintensive Herstellung von Solarstromzellen (Photovoltaik) tatsächlich umweltfreundlich ist. So werden zur Herstellung unter anderem auch Elemente wie das giftige Cadmium, Tellur u. a. verwendet. Die Ergebnisse einer neuen Studie zu dieser Frage scheinen jedoch eindeutig: Fast 90 Prozent der Luftschadstoffe aus der Stromproduktion könnten mit dem Einsatz von Photovoltaik eingespart werden, wobei die Herstellung der Module bereits eingerechnet ist.

Eine Gute Nachricht auch für den Wirtschaftsstandort Kassel, der sich auf diesem Gebiet immer mehr profiliert. So hat beispielsweise das Institut für solare Energieversorgungstechnik (ISET) an der Universität in Kassel vor einiger Zeit in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Enercon GmbH, SolarWorld AG und Schmack Biogas AG in einem Pilotprojekt , dem Kombikraftwerk, nachgewiesen, dass in Deutschland eine Vollversorgung (!) mit erneuerbaren Energien möglich ist.

“Kombikraftwerk” bedeutet, die Vorteile der verschiedenen Erneuerbaren Energien optimal zu kombinieren. Windenergieanlagen und Solarmodule leisten je nach Verfügbarkeit von Wind und Sonne ihren Beitrag zur Stromerzeugung. Ausgleichend werden Biogas und Wasserkraft eingesetzt: Je nach Bedarf werden sie in Strom umgewandelt, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen oder vorübergehend gespeichert. Einer Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien steht technisch nichts im Wege.

Und dabei sind Zukunftstechnologien wie Geothermie noch nicht einmal berücksichtigt worden. Was das für das Gerede von der bevorstehenden Energielücke und dem erhofften Ausstieg aus dem Atomausstieg bedeutet, mag sich jede(r) selbst ausrechnen. Hier scheint es sich um eine Kampf alter gegen neuer Technologien (und natürlich deren wirtschaftlichen Protagonisten) zu handeln und es bleibt zu hoffen, dass sich die Politik wenigstens nicht zu sehr vor den Karren der alten Technologien spannen lässt und die einmalige Chance nicht verpasst. Andernfalls könnte womöglich Deutschland aus seiner Atomtechnologie ungefäht so viel Nutzen ziehen, wie die US-Automobilindustrie aus steigenden Ölpreisen. Im Moment scheint die Regierung den Begehrlichkeiten noch Widerstand entgegen zu setzten.

«Alle Zahlen zeigen, dass von einer Stromlücke keine Rede sein kann» (Sprecher des Bundesumweltministeriums Michael Schroeren)

Und dass Kernkraftwerde in Zeiten des Klimawandels erst recht ein Auslaufmodell sind, zeigt die Tatsache, dass es schon jetzt bei heißen Wetterlagen zu Betriebsdrosselungen bei AKWs wegen zu heißem oder zu wenig Kühlwasser kam. (Sigmar Gabriel, ebd.)
Wie sehr dagegen erneuerbare Energien schon heute im Aufwind sind, zeigt etwa auch das Beispiel des in Niestetal bei Kassel ansässigen Herstellers und Marktführer sin Sachen Leistungselektronik für Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung SMA. Hier werden in Kürze eine große Zahl neuer Arbeitsplätze entstehen - eine Wohltat für Stadt und Region.

Ein Beispiel, das vielleicht auch Deutschland-weit Bedeutung gewinnen kann. Auch das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag kommt in der Zusammenfassung seines Arbeitsberichts Nr. 69 “Elemente einer Strategie für eine nachhaltige Energieversorgung” u.a. in Bezug auf erneuerbare Energien zu dem Schluss:

“Im Ergebnis wird festgehalten, dass das bedeutende technische Potenzial regenerativer Energieträger in Deutschland derzeit bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist.”

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