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Der Klimawandel zeigt ungeahnte und dramatische Folgen. Die Netzzeitung berichtet die Prognose des neuseeländischen Klimaforschers Jim Salinger:
«Entweder wird es Kneipen ohne Bier geben oder das Bier wird teurer»
Was sich zunächst wie ein Witz anhört, mit dem man bayerische Stammtische erschrecken könnte, ist bittere Wahrheit:
«Die meisten Gebiete Australiens, in denen Braugerste angebaut wird, werden wahrscheinlich Ernterückgänge haben», erklärte der Klimaforscher. (ebd.)
Braugerste ist der wichtigste Grundstoff für das Brauen von Bier. Ebenso wird berichtet, dass die Preise für Gerstenmalz und Zucker schon deutlich gestiegen seien. Infolge der Globalisierung dürften sich diese Preissteigerungen in nicht allzuferner Zukunft auch auf die deutschen Preise auswirken. Ratlosigkeit macht sich breit und bange Fragen an die Zukunft werden gestellt. Gehen die Vorräte zur Neige? Wenn Malz teurer wird, ist Hopfen dann verloren? Werden wir trotz Anstieg des Meeresspiegels bald auf dem Trockenen sitzen? Müssen staatliche Hilfen zum Lebensunterhalt um einen Bier-Zuschuss erhöht werden, damit nach dem Nichtraucherdebakel nicht noch mehr Kneipenwirte in die Pleite getrieben werden? Oder wäre es besser, auf die Mehrwertsteuer beim Bier zu verzichten, damit hiesiges Kulturgut weiterhin lebendig bleibt? Steht die CSU nun endgültig vor dem Aus oder wandelt sie sich zur ÖSU, zur ökologisch-sozialen Union? Setzt man lieber auf Atom- oder Windkraft? Kommt es nun, von Bayern ausgehend, doch zur Weltrevolution? Und sind ohne Bier die bald schneefreien Alpen überhaupt zu ertragen? Und wie sieht es eigentlich mit den Nachbarn, der Schwiegermutter oder gar dem eigenen Ehepartner aus?
Weder diese noch andere Fragen zu Hopfen, Malz und Bier, werden in meinem nächsten Post beantwortet werden.
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Nein, eine Rückkehr ist es eigentlich nicht. Heute sieht das mit dem Segeln ganz anders aus. Auch muss niemand mehr in die Wanten klettern um Segel zu setzen oder zu bergen.
Einem Frachtschiff namens MS Beluga SkySails gelang es vor kurzem mittels eine Kite-Segels, also eigentlich einem dem Lenkdrachen ähnlichem Gerät, zwei Tonnen Treibstoff pro Tag zu sparen.
An der TU Berlin wurde mittels virtueller Schiffstechnik im Computer nun durchgerechnet, welches Antriebspotenzial in der Verwendung von Segeln in der modernen Schifffahrt liegt und, damit verbunden, welcher wirtschaftliche Nutzen dabei herausspringt.
Das Ergebnis überzeugt: Beim aktuellen Preis für Schiffsdiesel (450 €/t) könnte ein Frachtschiff im Jahr 800 000 Euro an Treibstoff sparen. Und ein anderer, heutzutage vielleicht sogar wichtigerer Nutzen springt dabei heraus: Bei einer Nutzung im großen Maßstab würden geradezu gigantische Mengen an Schadstoffen weniger in die Atmosphäre geblasen.
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Angeblich, weil es bei über drei Millionen Autos zu Problemen kommen kann, wurde die umstrittene Biosprit-Verordnung zurückgezogen. Ist das wirklich der Grund. Wahrscheinlich nicht, aber ein willkommener Anlass. Denn längst sind Studien bekannt, die die Umweltschädlichkeit von Biosprit belegen. Biosprit setzt durch die nötige maschinelle Bodenbewirtschaftung, die nötige Düngung und die Herstellung mehr CO2 frei, als Sprit aus Erdöl. Dazu kommen noch die wirklich katastrophalen Auswirkungen durch Brandrodung von Urwältern, Preiserhöhungen bei Lebensmitteln weltweit (weil mehr für Sprit als für Nahrung an gebaut wird) usw. Für die beabsichtigte Quote von 10 % Zusatz, würden noch zusätzliche landwirtschaftliche Flächen umgewidmet.
Wie so oft in der Politik, sieht das natürlich offiziell ganz anders aus. Die Autoindustrie sei schuld, man habeihr nur helfen wollen, die CO2-Reduktion zu bewältigen usw. Dabei waren die ursprünglichen Eintscheidungen nur einfach voreilig, bzw. schienen auf dem damaligen (allerdings eigentlich offensichtlich begrenzten) Wissensstand richtig, heute aber falsch. Die Korrektur war unabdingbar.
Die Entscheidung halte ich also für richtig, die angegebenen Gründe für falsch. Was soll’s… In diesem Fall finde ich hauptsächlich wichtig, was hinten ‘raus kommt.
Und die Perspektive für die Zukunft lautet: An der Reduktion des Verbrauchs kommt keiner vorbei. (Vielleicht spricht sich das ja auch mal bis zur Verpackungsindustrie herum. Das wäre schön.)
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Pestizide, darunter auch krebserregende und erbgutverändernde Mittel, in einem Spätburgunder aus Baden sogar 10 verschiedene, das ist schon ein Hammer. Und es zeigt, dass auch nach mehr als 20 Jahren Ökologie- und Bio-Bewegung Kontrolle immer noch besser ist als Vertrauen. Immer noch gibt es anscheinend Lebens- und Genussmittelproduzenten, die ihren Ertrag um jeden Preis steigern wollen, oder möglicherweise auch schlicht mit dem Einsatz unter richtigen Dosierung von Pflanzenschutzmitteln nicht klar kommen.
Die unbelasteten Weine in der Untersuchung eines Aktionsbündnisses aus Umweltschutzgruppierungen verschiedener europäischer Länder waren ausnahmslos Bio-Weine. Der Umkehrschluss gilt leider nicht. Auch ein Bio-Wein war belastet. Nach meinen eigenen Beobachtungen in der heimischen Landwirtschaft wundert mich das nicht. Ökologisch bewirtschaftete neben konventionell - also auch mit chemischer Keule bewirtschafteten - Feldern… Da ist eben keine Wand dazwischen. Das gilt auch für die geltenden Regelungen für gentechnisch veränderte Pflanzen. Ein paar hundert Meter sollen Ökofelder vor dem Eintrag von Gentech-Pollen schützen, wo doch der Wind Staub aus der Sahara bis zu uns und gar bis nach Südkamerika trägt? Lächerlich! Und vor Jahren schon wurde festgestellt, dass veränderte Gene aus Raps auch auf Darmbakterien von Bienen übergingen.
Aber wie das Beispiel Wein zeigt, sind auch viel konventionellere Gefahren immer noch nicht im Griff. Manche Chemikalien können von den verantwortlichen staatlichen Labors in Routineuntersuchungen nicht einmal festgestellt werden. Freie Bahn für Chemie-Panscher also.
Knapp 150.000 Chemische Stoffe sind in der EU zugelassen. Wer will das überwachen.
Gut also, dass es auch nicht-staatliche Organisationen gibt, die in diese Bresche springen. Manchmal tun sie das sicherlich auch, um sich bekannt und etwas wichtiger zu machen, um die eigene Organisation und den eigenen Einfluss zu stärken. Trotzdem: Ich bin froh, dass es sie gibt.
Noch mehr würde ich begrüßen, wenn nicht immer alles als harmlos gilt, bis man die Schäden feststellt, sondern umgekehrt. Ich bin gespannt, wann die ersten Klagen gegen Autopolitur mit Nanopartikeln usw. kommen. Der Lack glänzt zwar länger, aber diese Partikel nutzen sich ab, Wo bleiben sie? Es wäre blauäugig zu denken, dass wir sie nicht auch einatmen. Langzeitwirkung? Niemand weiß es, niemand kann es überhaupt wissen. Wohlstand besteht eben nicht nur aus materiellen Gütern, er besteht auch aus Gesundheit, einer gesunden Umwelt.
Ich will nicht nur meckern. Es gibt auch jede Menge postiver Entwicklungen, gerade auch im Umweltschutz, der ja vor allem auch Menschenschutz sein sollte. Dass im Rhein wieder die ersten Lachse schwimmen finde ich wunderbar. Das Ozonloch wird in einigen Jahren kein Thema mehr sein, dank des weltweiten FCKW-Herstellungsstopps. (Die Hautkrebsgefahr für mich ist dennoch hoch: Man wusste früher eben nicht, dass Sonnenbrand Spätfolgen haben kann.) Das Beispiel FCKW und Ozonloch zeigt auch, dass wir Menschen wirklich etwas zum Besseren bewegen können, wenn wir es entschlossen und solidarisch anpacken.
Also nur den Kopf nicht hängen lassen. Außerdem gibt es ja auch immer mehr und auch preiswerte Bioprodukte.
Trotzdem: Augen auf!
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Schon lange stellte ich mir die Frage, ob die doch sehr energie- und rohstoffintensive Herstellung von Solarstromzellen (Photovoltaik) tatsächlich umweltfreundlich ist. So werden zur Herstellung unter anderem auch Elemente wie das giftige Cadmium, Tellur u. a. verwendet. Die Ergebnisse einer neuen Studie zu dieser Frage scheinen jedoch eindeutig: Fast 90 Prozent der Luftschadstoffe aus der Stromproduktion könnten mit dem Einsatz von Photovoltaik eingespart werden, wobei die Herstellung der Module bereits eingerechnet ist.
Eine Gute Nachricht auch für den Wirtschaftsstandort Kassel, der sich auf diesem Gebiet immer mehr profiliert. So hat beispielsweise das Institut für solare Energieversorgungstechnik (ISET) an der Universität in Kassel vor einiger Zeit in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Enercon GmbH, SolarWorld AG und Schmack Biogas AG in einem Pilotprojekt , dem Kombikraftwerk, nachgewiesen, dass in Deutschland eine Vollversorgung (!) mit erneuerbaren Energien möglich ist.
“Kombikraftwerk” bedeutet, die Vorteile der verschiedenen Erneuerbaren Energien optimal zu kombinieren. Windenergieanlagen und Solarmodule leisten je nach Verfügbarkeit von Wind und Sonne ihren Beitrag zur Stromerzeugung. Ausgleichend werden Biogas und Wasserkraft eingesetzt: Je nach Bedarf werden sie in Strom umgewandelt, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen oder vorübergehend gespeichert. Einer Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien steht technisch nichts im Wege.
Und dabei sind Zukunftstechnologien wie Geothermie noch nicht einmal berücksichtigt worden. Was das für das Gerede von der bevorstehenden Energielücke und dem erhofften Ausstieg aus dem Atomausstieg bedeutet, mag sich jede(r) selbst ausrechnen. Hier scheint es sich um eine Kampf alter gegen neuer Technologien (und natürlich deren wirtschaftlichen Protagonisten) zu handeln und es bleibt zu hoffen, dass sich die Politik wenigstens nicht zu sehr vor den Karren der alten Technologien spannen lässt und die einmalige Chance nicht verpasst. Andernfalls könnte womöglich Deutschland aus seiner Atomtechnologie ungefäht so viel Nutzen ziehen, wie die US-Automobilindustrie aus steigenden Ölpreisen. Im Moment scheint die Regierung den Begehrlichkeiten noch Widerstand entgegen zu setzten.
«Alle Zahlen zeigen, dass von einer Stromlücke keine Rede sein kann» (Sprecher des Bundesumweltministeriums Michael Schroeren)
Und dass Kernkraftwerde in Zeiten des Klimawandels erst recht ein Auslaufmodell sind, zeigt die Tatsache, dass es schon jetzt bei heißen Wetterlagen zu Betriebsdrosselungen bei AKWs wegen zu heißem oder zu wenig Kühlwasser kam. (Sigmar Gabriel, ebd.)
Wie sehr dagegen erneuerbare Energien schon heute im Aufwind sind, zeigt etwa auch das Beispiel des in Niestetal bei Kassel ansässigen Herstellers und Marktführer sin Sachen Leistungselektronik für Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung SMA. Hier werden in Kürze eine große Zahl neuer Arbeitsplätze entstehen - eine Wohltat für Stadt und Region.
Ein Beispiel, das vielleicht auch Deutschland-weit Bedeutung gewinnen kann. Auch das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag kommt in der Zusammenfassung seines Arbeitsberichts Nr. 69 “Elemente einer Strategie für eine nachhaltige Energieversorgung” u.a. in Bezug auf erneuerbare Energien zu dem Schluss:
“Im Ergebnis wird festgehalten, dass das bedeutende technische Potenzial regenerativer Energieträger in Deutschland derzeit bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist.”
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