Das Leben usw.

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Schlechte Nachrichten aus der Antarktis

April 5, 2009 · Kommentar schreiben

In der Nähe des Westrands der antarktischen Halbinsel ist die Verbindung zwischen dem Wikins-Schelfeisfeld und einer nahe gelegenen Insel quasi über Nacht zerbrochen. Das Wilkins-Schelf wird nun wahrscheinlich in Richtung offenes Meer treiben.

Dramatisch daran ist zweierlei:
Einmal wird das alles von Wissenschaftlern als weiteres Zeichen dafür gesehen, dass sich die Erderwärmung verstärkt auch auf die Antarktis auswirkt. Zweitens zeigte sich immer wieder, dass wo Schelfeis abbricht, die Bewegung der dahinter liegenden Gletscher sich beschleunigt, so dass sie immer schneller an Substanz verlieren. Während das ohnehin schon schwimmende Schelfeis nicht zur Erhöhung des Meeresspiegels beiträgt, tut es das Gletschereis allerdings schon. Schließlich handelt es sich hier um Festlandeis, das zusätzlich ins Meer strömt.

Alles in allem keine guten Nachrichten aus Antarctica. Und auch vom anderen Ende der Welt gibt es nur Besorgniserregendes:
Nach neuesten Berechnungen von US-Forschern wird die Arktis voraussichtlch in ca. 30 Jahren im Sommer fast eisfrei sein.
Die Ursache: Steigende Konzentrationen an Treibhausgasen in der Atmosphäre. Diese scheinen von Höchststand zu Höchststand zu eilen.
Erschwerend kommt hinzu, dass steigende Temperaturen das Auftauen der Permafrostböden in Sibirien, Kanada und Alaska begünstigen und möglicherweise auch Methan-Eis-Vorkommen am Meeresboden destabilisieren, so dass jetzt schon die Methankonzentrationen steigen. Und Methan ist als Treibhausgas 23 mal so wirksam wie Kohlendioxid.

Kategorien: Umwelt · Welt

Stirbt das Meer?

November 13, 2008 · 2 Kommentare

Zum Teil leider ja, muss man wohl sagen. Wissenschaftler des Kieler GEOMAR-Institutes, das viele aus dem Roman „Der Schwarm“ von Frank Schätzing kennen (ja, das gibt es wirklich), haben festgestellt, dass mittlerweile fast eine Viertelmillion Quadratkilometer unserer Meere regelrechte Todeszonen sind. Der Sauerstoffgehalt des Wassers in diesen Gebieten ist so gering, das dort kein Leben mehr möglich ist. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird eine weitere Ausdehnung um 50 Prozent befürchtet – mehr als bisher erwartet.

Die Ursache hierfür: Der steigende Eintrag des Treibhausgases CO2, der zu einer Versauerung des Meeres und anderen schädlichen Effekten führt. Und die Ursache für die steigenden CO2 Gehalte in der Atmosphäre kennen wir ja.

Die Auswirkungen könnten für die sowieso schon unter der Überfischung der Meere leidende Fischereiwirtschaft und besonders die Ernährungssituation in den ärmeren Teilen der Welt dramatisch sein.

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China holt USA ein?

Oktober 29, 2008 · 5 Kommentare

Tatsächlich – bei den Treibhausgasen! OMG, jetzt gibt es schon zwei von diesem Kaliber auf dem Planeten. Kein Wunder dass der WWF die globale Umweltsituation sehr dramatisch schildert. Gegenüber 2006 hat sich die Lage offenbar sogar noch verschärft.
Kommt die Finanzkrise womöglich gerade recht, um eine wirtschaftliche Orientierung weg von kurzfristigen Gewinnen und hin zu nachhaltigeren Wirtschaftsweisen zu fördern?

Kategorien: USA · Umwelt · Welt · Wissenschaft

Die alltägliche Gefahr

August 25, 2008 · 3 Kommentare

Unter anderem so etwas hat Ulrich Beck wohl gemeint, als er sein Buch Risikogesellschaft geschrieben hat:
Bei einem Störfall in einem Chemiewerk in Wülfrath/Nordrhein-Westfalen ist ein hochgiftiges Gas ausgetreten, das zahlreiche Menschen verletzt hat. Besonders brisant: Der ausgetretene Stoff (Dicyclopentadien) soll auch zwei Tage nach Kontakt noch zur Atemlähmung, führen, also tödlich wirken. Daneben ist er natürlich auch umweltschädlich und kann in Konzentrationen von etwa 1 bis 6 % in der Luft explosiv sein.
Wozu hat das betroffene Unternehmen nun diesen Stoff gebraucht? Um ehrlich zu sein: Ich habe keine Ahnung. Aber wer als Normalbürger hat das schon. Wer weiß schon, was in seiner näheren oder auch etwas weiteren Umgebung an von Menschen gemachten Gefahren schlummert. Gift? Explosives? Ätzendes? Brennbares? Schlummern da Zeitbomben in unserer Nachbarschaft? Auch ohne Terroristen?
Da fürchtet man sich von Krieg und Klimawandel und dann so etwas… Ach ja, und der ölige Belag, den das Dicyclopentadien in Verbindung mit dem Regenwasser gebildet hat, kann auch noch das Gummi von Autoreifen angreifen. So verteilt sich die Gefahr weiter. Sollte ich jetzt Autobahnen meiden?
Hier bin ich doch sicher, oder? Wohngebiet, fast keine Industrie, da können höchstens mal ein paar Brocken von einem nahe gelegenen Steinbruch geflogen kommen – per Sprengung. Nun gut, ein Kilo Stein per Luftpost könnte das Wohlbefinden doch auch beträchtlich beeinträchtigen, wenn nicht beenden.

Als im VW-Werk Baunatal das Magnesium-Lager gebrannt hat, war das Feuer zig Kilometer weit zu sehen, die Rauchwolke verdunkelte den Himmel bis Kassel, Anwohner sollten die Fenster geschlossen halten. Eine gespenstische Szenerie, wie Weltuntergang. Die Rauchwolke zog in eine andere Richtung. Und so richtig gefährlich war es hier wohl nicht, oder?

Gestern wäre ich fast in der Badewanne ausgerutscht. Und als ich letzte Woche neue Reifen montierte, stellte ich fest, dass einer der alten Reifen in der Flanke eine Beule hatte, vielleicht von einer Bordsteinrempelei. Erinnern kann ich mich an so etwas nicht, aber ich hatte das Auto gebraucht gekauft. Es hätte vermutlich nicht mehr lange gedauert, bis der Reifen geplatzt wäre. Glück gehabt.
Es kann so schnell gehen. Vor nun schon einer Reihe von Jahren starb ein Freund von mir ganz plötzlich. Er hatte nicht die geringste Chance. Ein 38-Tonner kam über die Leitplanke geflogen, nachdem der Fahrer auf der Gegenfahrbahn die Kontrolle verloren hatte. Ich weiß nicht mehr warum. Ist auch egal.
Es hilft nur eines. Man muss das Leben jetzt leben. Wer weiß, ob das morgen noch geht. Eine alte Weisheit, ich weiß. Die größte Gefahr ist vielleicht, in Hektik zu verfallen – aus Angst. Das wäre dann auch kein Leben.

Kategorien: Das Leben · Persönlich · Umwelt

Nächstes Jahr schon kann das Klima umkippen

Juni 20, 2008 · 2 Kommentare

Schlechte Nachrichten! Ganz schlechte Nachrichten!

Bis jetzt gingen viele Menschen noch davon aus, dass es der jetzt einsetzenden so genannten Klimschutzpolitik möglich sein könnte, die globale Erwärmung so langsam zu halten, dass bis zum Ende des Jahrhunderts ein Anstieg des Meeresspiegels von einem halben (ein Meter wurde schon als Pessimismus bezeichnet) erfolgt. Bis vor kurzem stritten sich selbst ernannte Experten sogar noch darum, ob es so etwas wie den Klimawandel überhaupt gebe. Die richtigen Experten wussten es allerdings schon lange. In Fachveröffentlichungen war von Zweifeln schon lange nichts mehr zu lesen.

Seit dem häufen sich die Warnmeldungen. Was, wenn das Schelfeis Grönlands und der Antarktis schneller abschmilzt? Dieses hält nämlich auch zum Teil das Inlandeis davon ab, schneller ins immer wärmere Meer zu rutschen. Zu dumm: Das Schelfeis schmilzt schneller und schneller. Ein Anstieg des Meeresspiegels um 7 Meter wird wahrscheinlicher. Auch von 12 Metern habe schon irgendwo gelesen. Und sollte das gesamte Inlandeis der Antarktis und Grönlands komplett abschmelzen, betrüge der Anstieg des Meeresspiegels satte 64 (Vierundsechzig!) Meter.
Okay, okay. Gemach! Das soll sich doch über Jahrhunderte hinziehen, oder?
Zeit genug, um sich etwas auszudenken?

Es könnte sein, dass daraus nichts wird: Das Klima könnte innerhalb eines Jahres kippen, befürchten Wissenschaftler jetzt. Daten aus historischen Eisbohrkernen konnten jetzt so genau analysiert werden, dass Klimaveränderungen mit bis zu drei Proben pro Jahr untersucht werden und belegt werden konnten. Zwar ist damit noch nicht das gesamte Inlandeis abgeschmolzen, aber Jahrhunderte bis zur völligen Schmelze dürften es dann nicht mehr sein.

Fällt etwas auf: Je mehr wir über diese Vorgänge wissen, desto schlechter werden die Nachrichten. Und um so unberechenbarer wird die Lage.

Länder wie Ägypten, Bangla-Desh usw. könnten den größten Teil ihres fruchtbaren Landes verlieren. Großräumige Veränderungen in den Niederschlagsmengen könnten ganze Staaten trocken legen oder auch hinwegspülen, je nachdem. Städte wie New York, Hamburg oder Hongkong könnten evtl. nicht mehr zu halten sein. Welche Beben das für die weltweite Wirtschaft und das internationale Finanzsystem mit sich bringen könnte, lässt sich nur erahnen. Wanderungsbewegungen, bewaffnete Konflikte um Rohstoffe, Wasser, Ackerland… Was bis jetzt der Phantasie von Öko-Fanatikern entsprungen schien, wird immer wahrscheinlicher.

Aus Angst jetzt in Militär und Sicherheitstechnik zu investieren, dürfte aber kein guter Rat sein. Wirklicher Klimaschutz, eine wirksame Entwicklungspolitik und die Sicherung von Infrastrukturen sind eher das Gebot der Stunde. Hoffen wir, dass wir nicht schon bald mit nassen Füßen aufwachen.

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