In der Nähe des Westrands der antarktischen Halbinsel ist die Verbindung zwischen dem Wikins-Schelfeisfeld und einer nahe gelegenen Insel quasi über Nacht zerbrochen. Das Wilkins-Schelf wird nun wahrscheinlich in Richtung offenes Meer treiben.
Dramatisch daran ist zweierlei:
Einmal wird das alles von Wissenschaftlern als weiteres Zeichen dafür gesehen, dass sich die Erderwärmung verstärkt auch auf die Antarktis auswirkt. Zweitens zeigte sich immer wieder, dass wo Schelfeis abbricht, die Bewegung der dahinter liegenden Gletscher sich beschleunigt, so dass sie immer schneller an Substanz verlieren. Während das ohnehin schon schwimmende Schelfeis nicht zur Erhöhung des Meeresspiegels beiträgt, tut es das Gletschereis allerdings schon. Schließlich handelt es sich hier um Festlandeis, das zusätzlich ins Meer strömt.
Alles in allem keine guten Nachrichten aus Antarctica. Und auch vom anderen Ende der Welt gibt es nur Besorgniserregendes:
Nach neuesten Berechnungen von US-Forschern wird die Arktis voraussichtlch in ca. 30 Jahren im Sommer fast eisfrei sein.
Die Ursache: Steigende Konzentrationen an Treibhausgasen in der Atmosphäre. Diese scheinen von Höchststand zu Höchststand zu eilen.
Erschwerend kommt hinzu, dass steigende Temperaturen das Auftauen der Permafrostböden in Sibirien, Kanada und Alaska begünstigen und möglicherweise auch Methan-Eis-Vorkommen am Meeresboden destabilisieren, so dass jetzt schon die Methankonzentrationen steigen. Und Methan ist als Treibhausgas 23 mal so wirksam wie Kohlendioxid.

