Das Leben usw.

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Nur mal so nebenbei: Was schreibe ich jetzt?

Mai 10, 2008 · 3 Comments

Manchmal sitze ich vor dem Rechner und überlege tatsächlich, über was ich eigentlich schreiben will. Nicht, dass nach der Lektüre der Nachrichten das Elend der Welt über mich zusammenschlüge, aber momentan könnte man wieder einmal vom vielem Kopfschütteln darüber, was auf diesem Planeten  eigentlich vor sich geht, ein Schleudertraume bekommen.

Nehmen wir das Beispiel Libanon, wo die radikale Hisbollah einerseits sich mit sozialer Unterstützung profiliert und andererseits keine Skrupel hat, mit Raketen auf israelische Gemeinden auch Kinder in die Luft zu sprengen (so genau zielen kann man ja schließlich nicht). Und wie bei vielen, dieser ach so religiösen Organisationen (und damit sind beileibe nicht nur islamische gemeint, manche so genannten Christen können das auch) geht es doch nur um die Macht, oft sogar um die persönliche Macht und Bereicherung ihrer Anführer. Zu den Äußerungen des iranischen Präsidenten fällt mir nur ein: Es würde mich stark wundern, wenn Iran im Libanon nicht seine Finger im Spiel hätte. Mit etwas Fantasie könnte man die Hisbollah vielleicht sogar als iranische Erfindung sehen. Dass Ahmadenidschad …, ach, was soll man dazu sagen oder schreiben. Er zeigt genug, wessen Geistes Kind er ist.

Italien wählt tatsächlich Belusconi wieder und Merkel stammelt sich etwas zurecht, von wegen der aktuellen Hungerkrise und dass die Nahrungsmitelpreise gestiegen seien, weil viele Leute sich ja jetzt eine zweite Mahlzeit am Tag leisten könnten usw. Ich kriege das gar nicht mehr so richtig zusammen, stelle aber fest, dass die wirklichen Peinlichkeiten dabei inzwischen eben nicht mehr über die Medien kommen. Habe aber zufällig ihre Originaläußerungen im TV gesehen. Brutto und Netto kann ich da nur sagen. Und an den wahren Ursachen meilenweit vorbei. Dass die Bundesregierung kurze Zeit später eine Mondlandung erwägt, lenkt da geschickt ab.

Die Militärjunta in Birma legt mehr Wert darauf, ihre eigene Macht in einem Verfassungsreferendum zu sichern, als die eigenen Leute vor dem Hungertod zu bewahren. Zum Fall in Amsdetten fällt mir nun wirklich gar nichts mehr ein! Pästidentenwahl in Simbabwe, chinesische Hacker-Angriffe auf indische Server, Tibet, Guantanamo, ein Bahngewerkschaftler wird Bahn-Arbeitsdirektor… Mein Großvater sagte schon: “Die Welt wird immer verrückter.”

Aber tatsächliche wird sie das wohl nicht. Vielmehr war sie anscheinend schon immer so: Ein endloses Hickhack von machtbesessenen Profilneurotikern auf den verschiedensten Ebenen - vom Präsidenten bis zum Haustyrann (oder -Drachen, wir wollen ja niemanden diskriminieren). Währenddessen versucht ein Großteil der Menschheit erst einmal einfach zu überleben und dann ein erträgliches Auskommen zu haben und die Probleme des Alltags zu meistern.

Das erschreckende daran ist nur: Es zeigt sich kein wirklicher Fortschritt. Die ideologischen Gegensätze des Kalten Krieges wurden durch religiöse Gegensätze anderswo ersetzt (eigentlich eher ein Rückfall in die Vormoderne). Fortschritte bei Arbeitsrecht, -sicherheit und -technik hierzulande wurden von schrumpfender Arbeitszufriedenheit aufgefressen. Dummerweise müssen ja die meisten Menschen ja von Arbeit leben. Wir werden überflutet von Informationen und gleichzeitig immer weniger wirklich informiert. Die Reihe ließe sich noch endlos fortsetzen.

Hier eine Auswahl zu treffen… manchmal sitze ich tatsächlich vor dem Rechner und überlege, über was ich eigentlich schreiben will. Nicht, dass nach der Lektüre der Nachrichten das Elend der Welt über mich zusammenschlüge, aber zu manchen Zeiten könnte ich wieder einmal vom vielem Kopfschütteln darüber, was auf diesem Planeten  eigentlich vor sich geht, ein Schleudertraume bekommen…

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Heute: Welttag der Pressefreiheit

Mai 3, 2008 · No Comments

Die Pressefreiheit ist eines unserer höchsten Güter, denn sie schützt auch andere Freiheitsrechte vor Missbrauch. Was, wenn z. B. wie in China, über Menschenrechts-, aber auch andere Rechtsverletzungen nicht mehr berichtet werden dürfte? Was, wenn ein Staat mit seinen Bürgern willkürlich machen würde, wass er will, ohne dass es an die Öffentlichkeit kommen könnte? Was wäre dann auch eine formal bestehende Demokratie noch wert?

Natürlich steht es in anderen Ländern noch schlimmer als in Deutschland. Reporter ohne Grenzen stellt hierzu zahlreiche Informationen bereit, Interessanterweise auch einen Bericht über Gewalt gegen Journalisten in Europa (pdf). Denn längst ist Pressefreiheit und die Notwendigkeit derselben nicht mehr nur ein Thema in Diktaturen und Drittweltländern.
Und selbst in Deuschland wachsen die Gefahren für die Pressefreiheit. Zwar betont der Deutsche Journalisten Verband, dass nicht das Leben oder die Freiheit der Journalisten in Deutschland bedroht sei, wohl aber die freie Recherche und Berichterstattung, so DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Weiter berichtet der DJV:

Unter dem Deckmantel des Anti-Terror-Kampfes schränke die Politik insbesondere den Informantenschutz und das Redaktionsgeheimnis zunehmend ein. Die seit Jahresbeginn gesetzlich vorgeschriebene Vorratsdatenspeicherung, die geplante Online-Durchsuchung und der seit Januar im Vergleich zu Ärzten, Strafverteidigern und Geistlichen deutlich schwächere Schutz von Journalisten vor Telekommunikationsüberwachung seien prominente Beispiele für diese Entwicklung. Damit werde es Journalisten immer schwerer gemacht, ihren Informanten Anonymität zu garantieren. Zuverlässige Quellen seien aber für die journalistische Arbeit unersetzlich.

Und die jüngsten Beispiele der verfassungswidrigen Überwachung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst (BND) zeigenschließlich, wie weit es schon gekommen ist. Wer weitere Beispiele sucht, erinnere sich einfach daran, wie zum G8-Gipfel im letzten Jahr z. T. mit Journalisten und Demonstranten verfahren wurde.
Wir können nur dann in einer Demokratie leben, wenn die Souveränitätsrechte des Volkes gewahrt bleiben. Dazu gehört auch das Recht, sich frei zu informieren. Nur Transparenz und Information ermöglichen die freie, demokratische Entscheidungsfindung.

Deshalb: Schützt die Pressefreiheit!

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Russland auf dem Weg in den Totalitarismus?

April 25, 2008 · No Comments

Im Lande des “lupenreinen” Demokraten Wladimir Putin gilt demnächst ein Gesetz, dass es dem russischenStaat erlaubt, jedwede Kritik in den Medien zu unterdrücken. Medien, die eine Person ‘verleumden’, können einfach geschlossen werden. Damit ist staatlicher Willkür gegen Kritik in Russland nun offenbar endgültig Tür und Tor geöffnet worden. Fehlt nur noch, dass Kritik (die sich ja immer auch leicht als Verleumdung bezeichnen lässt) als Hochverrat gewertet wird. (Kommt das womöglich auch noch?)

Werden wir also in russischen Medien wie zu sozialistischen Zeiten nur noch regierungskonforme Lobhudelei hören, lesen, sehen? Nun, ich fürchte nicht, sonst wäre die Propaganda ja zu leicht zu erkennen. Propaganda versteckt sich ja heutzutage gern unter einer geschickt inszenierten scheinbaren Vielfalt. An vielen Orten der Welt - und nicht nur in so genannten ‘Schurkenstaaten’ - ist ja eigentlich längst interessanter, darüber nachzudenken, was nicht in den Medien auftaucht. Viel effekiver ist es, die Wahrheit hinter Massen von falschen, halbwahren oder irrelevanten Informationen zu verstecken. Dabei spielt auch der Zeitpunkt eine Rolle, zu dem bestimmte Diskussionen entfacht werden. Mit einem aktuellen Aufreger kann man die bedenkliche Meldung von Gestern schließlich schnell und wirksam in den Hintergund drängen.

Medien, werden ja oft als Vierte Gewalt bezeichnet, welche die drei Teilgewalten der Staatsmacht (Legislative, Exekutive, Judikative) zusätzlich kontrolliert und auch Feedback durch das Volk ermöglicht. Diese Funktion kommt, so scheint mir, auch hierzulande durch kommerzielle und betriebswirtschaftliche Zwänge in den Unternehmen (mangelnde Zeit zur Recherche, Zwang zur unbedingten Akutalität usw.) oft recht kurz. Schätzen wir uns aber trotzdem glücklich, dass wir sie überhaupt haben! Denn letztlich ist die Pressefreiheit die Speerspitze der Meinungsfreiheit.

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Das Netz als digitales Zuhause?

April 23, 2008 · No Comments

Da möchte Micro$oft laut SZ mit seinem neuen Internet-Service Live Mesh propagieren, durch den Nutzer in Zukunft ihre Daten im Internet speichern und mit verschiedenen mobilen Geräten synchronisieren können.
Für Manchen sicher eine Vereinfachung seines Arbeitsalltags.
Aber: Das Netz als digitales Zuhause? Meins wird es jedenfalls nicht. Denn mit der vermeintlichen Ortsunabhängikeit steigt in für mich einfach die Abhängigkeit von noch mehr technischen Geräten und technischer Infrastruktur und nach meinem Dafürhalten auch die Verwundbarkeit der gespeicherten Daten. Wiederum bleibt dem Nutzer nur, dem jeweiligen Anbieter in Sachen Datenschutz zu vertrauen - was mir im Falle M$ leider nicht möglich ist. Außerdem: So leicht möchte ich es auch den Schlapphüten dieser Welt dann doch nicht machen. Sicher, zu verbergen habe ich eigentlich nichts. Aber dieses Wissen müssen die ja nicht gleich frei Haus geliefert bekommen. Und: Es geht sie auch nichts an!

Zur technischen Seite: Bei Stromausfall bin ich dank Laptop problemlos in der Lage, mit meinen Daten noch ein paar Stunden zu einem beliebigen Zeitpunkt weiterzuarbeiten. Für Netzverbindungen kann das offenbar oft nicht gewährleistet werden. (Siehe c’t Nr. 9/2008 v. 14.4.08, S. 88ff.)

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Oops, he did it again…

April 20, 2008 · 4 Comments

Mit dem neuen BKA-Gesetz versucht unser Innenminister anscheinend schon wieder, eine Tür zur Totalüberwachung der Bürger dieses Staates aufzustoßen. Die der CDU angehörende ehemalige Bundestagsabgeordnete und DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld warnt laut Medienberichten vor “einem Prozess der schleichenden Übernahme von DDR-Methoden durch den Rechtsstaat”. Der dann ganz schnell keiner mehr wäre, möchte man da hinzufügen.
Denn eines hatten Schäubles Vorschläge fast immer gemeinsam: Es waren Maßnahmen darin enthalten, die m. E. geeignet sind, auch einfach politisch unbequeme Menschen in großem Stil der Totalüberwachung durch die Staatsorgane auszuliefern. Immer wurde ein enormes und offensichtliches Missbrauchspotential geschaffen, dass womöglich auch der Einschüchterung solcher Personen dienen kann, da man sich zwar vor Terroristen, nicht aber mehr vor dem Staat sicher fühlen könnte. Mit dem Schutz vor der einen Gefahr, wird hier eine neue eingekauft. Hier werden von den Müttern und Vätern des Grundgesetzes in diesen Staat eingebaute Sicherungen gegen dessen Übernahme durch Extremisten außer Kraft gesetzt. Und warum wurden die jetzt bekannt gewordenen Vorschläge nicht öffentlich diskutiert?

Ach ja, und noch einen Einwand hätte ich gegen mehr Überwachung: Nicht nur die britischen, sondern auch die deutschen Staatsorgane leiden offenbar unter IT-technischer Diarrhoe, d. h., sie können die Daten nicht halten. Zwischen 2005 und 2007 sind laut Angaben des Innenministeriums 189 Computer und 328 Laptops, 38 anderweitige Speichermedien und mehr als 270 Mobiltelefone verloren gegangen oder gestohlen worden. Dass die Bundesregierung behauptet, es sei kein Fall bekannt, in dem dadurch auf vertrauliche Daten zu gegriffen werden könnte, bedeutet nur, dass dieses der Bundesregierung nicht bekannt ist - mehr nicht. Nach wie vor gilt das Moore’sche Gesetz, nachdem sich die leistungsfähigkeit von Microchips alle 18 Monate verdoppelt. Das hat natürlich auch Konsequenzen für das Knacken von Verschlüsselungstechnik. Nicht auszudenken, wenn intime Daten aus der Überwachung unbescholtener Bürger durch solche Vorfälle an die Öffentlichkeit geraten sollten. Und was erst, wenn solche Informationen in die Hände islamistischer oder rechtsradikaler Extremisten geraten sollten?

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