Das Leben usw.

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Das Netz als digitales Zuhause?

April 23, 2008 · No Comments

Da möchte Micro$oft laut SZ mit seinem neuen Internet-Service Live Mesh propagieren, durch den Nutzer in Zukunft ihre Daten im Internet speichern und mit verschiedenen mobilen Geräten synchronisieren können.
Für Manchen sicher eine Vereinfachung seines Arbeitsalltags.
Aber: Das Netz als digitales Zuhause? Meins wird es jedenfalls nicht. Denn mit der vermeintlichen Ortsunabhängikeit steigt in für mich einfach die Abhängigkeit von noch mehr technischen Geräten und technischer Infrastruktur und nach meinem Dafürhalten auch die Verwundbarkeit der gespeicherten Daten. Wiederum bleibt dem Nutzer nur, dem jeweiligen Anbieter in Sachen Datenschutz zu vertrauen - was mir im Falle M$ leider nicht möglich ist. Außerdem: So leicht möchte ich es auch den Schlapphüten dieser Welt dann doch nicht machen. Sicher, zu verbergen habe ich eigentlich nichts. Aber dieses Wissen müssen die ja nicht gleich frei Haus geliefert bekommen. Und: Es geht sie auch nichts an!

Zur technischen Seite: Bei Stromausfall bin ich dank Laptop problemlos in der Lage, mit meinen Daten noch ein paar Stunden zu einem beliebigen Zeitpunkt weiterzuarbeiten. Für Netzverbindungen kann das offenbar oft nicht gewährleistet werden. (Siehe c’t Nr. 9/2008 v. 14.4.08, S. 88ff.)

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Online-Lexikon demnächst auf Papier

April 22, 2008 · 2 Comments

Vor nicht allzu langer Zeit beschloss ein großer Lexikon-Verlag noch, sein Standardwerk demnächst nur noch online herauszubringen. Und jetzt das:

Bertelsmann will die Wikipedia als Buch veröffentlichen. Okay, okay, es wird nur ein Band mit etwa 1% der tatsächlichen Wikipedia. Aber trotzdem: Wer hätte das gedacht.

Wiedereinmal überholt die Wirklichkeit alle Vorstellungen, die wir uns von der Zukunft machen.

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Dummain-Namen.doof?

April 14, 2008 · 1 Comment

Also manchmal geht ja nichts über den Selbstversuch. Versuch macht kluch, wie der Volksmund manchmal so verlauten lässt.
Bei der Süddeutschen stieß ich auf den Artikel, der sich mit Domains wie beer.com oder sex.com oder auch pizza.com beschäftigte. Pizza.com soll übrigens für 2,6 Mio. USD versteigert worden sein.
Da dachte ich mir, ich probier’ so was mal für Deutschland aus. Mal sehen, was es schon so alles gibt. Da laut Harrald Schmidt Essen ja der Sex des Alters sein soll, probiere ich es mal mit Fast-Food-Domains und Ähnlichem. (Den ersten Wortteil könnte man ja auch deutsch verstehen. Es ist eben fast so etwas wie Essen.)

Erster Versuch: www.schnitzel.de. Und? Tatsächlich, das gibts wirklich. Es ist die Homepage, oder wie der Eigner sagt, Heimseite der Vereinigung der Schnitzelfreunde Deutschland. Mittendrauf ein Schwein. Ja, die Deutschen sind Vereinsmeier, das scheint sich hier wieder zu bestätigen. Aber weiter…

Bei bratkartoffel.de meldet Strato, dass “diese Internetpräsenz” soeben freigeschaltet worden sei. Es seien aber noch keine Inhalte hinterlegt worden. Was heißt denn das nun? Habe ich jetzt mein Millionärsdasein verpasst?

Bratwurst.de hat sich offenbar ein großer Würstchenhersteller gesichert. Ansonsten: “Beim Laden von http://www.pommes-mit-majo.de ist folgender Fehler aufgetreten:
Unbekannter Rechner www.pommes-mit-majo.de” Hier gibt es also noch ein paar Millionen zu verdienen. ;-)
Auf currywurst-pommes.de wird man beobachtet.

heute-schon-gekotzt.de meldet “Unbekannter Rechner” = ungeahnte Profitchancen - vielleicht sollte man hier alle möglichen Verschreibweisen dazu belegen. Vorher sollte man sich möglicherweise rippchen-mit-kraut.de sichern. Dabei dachte ich eigentlich, dass hätten sich die beiden Komiker von Badesalz schon reserviert. Man erinnere sich an die rückwärts gespielten Schallplatten mit den angeblich satanischen Geheimbotschaften.
Weiter im Text: Bei butterbrot.deleuchtet mir gleich die Schlagzeile “Rettet das Butterbrot” entgegen. Ansonsten Rezepte, Stullenpetition, Galerie… alles da, was das Herz oder der Magen begehrt. Merkwürdiges tut sich bei www.apfel.de: Nämlich nichts. Weiße Seite, noch nicht einmal die Meldung, dass die Seite geladen ist, gar nichts. Hat Apple hier seine Hände im Spiel, so dass unter Linux trotz mehrerer verschiedener Browser nichts zu wollen ist? Oder gibt es auch hier einen Rechtsstreit mit der Stadt NewYork? Ist es ganz einfach ein Problem meines Rechners? Mysteriös…
Ein paar habe ich noch:
www.saufen-macht-doof.de präsentierte folgende Fehlermeldung:

saufen-macht-doof.de wurde noch nicht weitergeleitet
Bitte setzen Sie sich ggfs. mit dem Support in Verbindung.

www.saufen-macht-doof.de

Heißt das jetzt, dass die Domain wirklich schon vergeben ist? Gibt es beim Support Freibier?

www.völliger-schwachsinn.de scheint noch nicht vergeben. Wenigstens meldet der Browser: “unbekannter Rechner www.völliger.schwachsinn.de”. Wenn ich mir das Internet aber so ansehe, will ich es manchmal nicht so recht glauben - ehrlich gesagt. Diese Aussage bezieht sich natürlich auf keine der hier genannten Domains.
Das der Schein trügen kann - oder besser: man sich etwas anders vorstellt als andere Leute zeigt das nächste Beispiel:
Was unter www.kacke.de steht, kann jeder selbst nachschauen. Aber es geht um einen bekannten Mobiltelefon-Hersteller. Wer hätte das gedacht.
Dass käsefüsse.de tatsächlich vergeben ist, überraschte mich. Zumindest hätte ich angenommen einen Schuhdeodorant-Handel oder so etwas zu finden. Aber so kann’s gehen. Die Seite gibt es tatsächlich. Und wer würde denken, dass es hier um Wellnes geht? Ich zumindest wäre von allein nicht darauf gekommen.
Übrigens: Wer nach dem Fast-Food und den späteren ‘Unappetitlichkeiten’ ‘meint, er könne mit etwas Gesundem Millionen machen…
Fehlanzeige! salat.de hat sich auch schon jemand gesichert, komischerweise eine Firma die ich eher mit Dosen verbinde.
Fazit: Es gibt schon merkwürdige Domains… aber auch sinnig/witzige. Die richtig schwachsinnigen, die Dummains, sind offenbar größtenteils noch frei. Wenn man bedenkt, mit welchem Informationsmüll manchmal noch Geld gemacht wird, könnte sich die eine oder andere Adresse vielleicht doch noch lohnen. ;-)

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Deutschland überholt die USA bei DSL

März 19, 2008 · No Comments

Etwa 24 Pozent der Deutschen haben eine schnelle Internetanbindung. Damit haben wir die Vereinigten Staaten von Amerika, diesen einstigen Hort der Hochtechnologie überholt.

Bevor wir aber IT-mäßig einen auf dicke Hose machen: Wir liegen nur knapp über dem europäischen Durchschnitt. Und wer irgendwo auf dem flachen Lande mit seinem 56k-Modem ausgerechnet die an Buntheit kaum zu übertreffende Internetseite des rosaroten Riesen aufruft, der weiß, dass internetmäßig noch das ein oder andere Tal der Ahnungslosen existiert - vor allem auch im Westen.

Das ist jedoch vor allem auch für Wirtschaft und Handel oft von Nachteil. Ein Ausbau schneller Verbindungen wäre also nicht nur für private Nutzer eine Erleichterung, es wäre auch ganz praktische und rentable Wirtschaftsförderung, gerade auch in strukturschwachen Gebieten.

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Das BVG - ein Hort der Vernunft?

März 19, 2008 · 2 Comments

Na wenigstens etwas! Der Zugriff auf ‘vorratsgespeicherte’ Daten ist nur bei Verdacht auf schwere Straftaten erlaubt. Vorerst. Eine endgültige Entscheidung über das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung steht noch einige Zeit aus.

Trotzdem ist anderen Begehrlichkeiten erst einmal eine deutliche Absage erteilt worden - wie etwa der Musikindustrie, die am liebsten illegale Downloader dingfest machen würde. Wie gesagt, erst einmal. Denn so lange Daten erhoben und gespeichert werden, wird es auch Leute geben, die darauf scharf sind. Hoffen wir, dass wir hier nicht britische Datenverhältnisse bekommen.

Denn auch, wenn es nur Verbindungsdaten sind, gehören sie doch zum Kernbereich der persönlichen Lebensführung. Es geht niemanden etwas an, mit wem ich möglicherweise befreundet bin, mit welchen Behörden ich telefoniere, auf welchen Web-Seiten ich unterwegs bin. Mit Hilfe der gespeicherten Daten lassen sich nämlich weiter reichende Persönlichkeitsprofile und Soziogramme erstellen, als sich der Normalbürger träumen lässt. Datenverkehrsanalyse nenne das Kryptologen bei den Geheimdiensten - und es macht den Hauptteil ihrer Tätigkeit aus. Ein Beispiel: Ich wähle mich ins Internet ein und besuche eine bestimmte Seite. An Daten fällt an: Meine IP-Nummer, mein Provider, die Urzeit, über die vorangegangene Daten der Ort, an dem ich mich zu dieser befinde und mein Interesse zu diesem Zeitpunkt (der Inhalt der Seite, die ich besuche lässt sich ja einfach nachsehen). Daraus lassen sich beispielsweise Rückschlüsse auf meine soziale Herkunft ziehen. Habe ich eine feste Arbeitsstelle oder surfe ich zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten. Was konsumiere ich oder welche Shops besuche ich im Internet? Das erlaubt Rückschlüsse auf Einkommen, evtl. Hobbies, womöglich Religion und sexuelle Orientierung, ggf. politische Überzeugung usw. usf. Treffe ich mich mit Leuten an durch Kameras überwachten Plätzen, lassen sich durch meine Mail-Verbindungen evtl. Freunde und Bekannte identifizieren, meine eheliche Treue überprüfen usw.

Und das alles, ohne auch nur eine einzige Mail zu lesen, mein Telefon anzuzapfen oder meine Post abzufangen. Die Daten liegen schön ordentlich sortiert in leicht transportabler Form zur Abholung bei meinem Telekommunikationsdienstleister (ich wollte das Wort schon immer mal schreiben) bereit. 1984 ist nichts dagegen.

Das schwere Verbrechen aufgeklärt werden müssen, dagegen ist nichts zu sagen. Gleichzeitig muss aber dafür gesorgt werden, dass diese nicht als Vorwand für großflächige Überwachung von unbescholtenen Bürgern missbraucht werden.

Schön, wenn auch Herr Schäuble sich freut. Seine momentanen Äußerungen klingen, als habe er nie etwas anderes gewollt.Vertrauen in seine Absichten habe ich aber irgendwie nie fassen können. Zu groß waren die Grauzonen, die Unschärfen und Lücken in dem, was er vormals zu beabsichtigen schien. Warum sind z. B. Journalisten nicht besser vor Überwachung geschützt? (Weil sie sonst auch Politikern leichter in die Quere kommen können?) So bin ich dankbar, dass es unabhängige demokratisch-rechtsstaatliche Institutionen wie das Bundesverfassungsgericht gibt, die auch den Mächtigen hier und da auf die Finger klopfen können.

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