Das Leben usw.

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Noch ein Aktionstag

Mai 3, 2008 · 1 Comment

Nachdem ich bei Thomas (nicht-spurlos.de) vom Shutdown Day gelesen hatte, stellte ich fest, dass es bei mir ja nun zu spät ist. Erstens bin ich ‘drin’ uns zweitens erhielt ich, als ich mich wenigstens über Sinn und Zweck des Ganzen bei www. shutdownday.org informieren wollte, folgende Fehlermeldung:

Beim Laden von http://www.shutdownday.org/ ist folgender Fehler aufgetreten:
Zeitüberschreitung auf dem Server
Verbindung bestand zu www.shutdownday.org an Port 80

Deren Server muss wohl ‘runtergefahren sein.
Und mir drängt sich eine Frage auf: Warum sollte man ausgerechnet am Welttag der Pressefreiheit Rechner und Internet nicht nutzen?

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Heute: Welttag der Pressefreiheit

Mai 3, 2008 · No Comments

Die Pressefreiheit ist eines unserer höchsten Güter, denn sie schützt auch andere Freiheitsrechte vor Missbrauch. Was, wenn z. B. wie in China, über Menschenrechts-, aber auch andere Rechtsverletzungen nicht mehr berichtet werden dürfte? Was, wenn ein Staat mit seinen Bürgern willkürlich machen würde, wass er will, ohne dass es an die Öffentlichkeit kommen könnte? Was wäre dann auch eine formal bestehende Demokratie noch wert?

Natürlich steht es in anderen Ländern noch schlimmer als in Deutschland. Reporter ohne Grenzen stellt hierzu zahlreiche Informationen bereit, Interessanterweise auch einen Bericht über Gewalt gegen Journalisten in Europa (pdf). Denn längst ist Pressefreiheit und die Notwendigkeit derselben nicht mehr nur ein Thema in Diktaturen und Drittweltländern.
Und selbst in Deuschland wachsen die Gefahren für die Pressefreiheit. Zwar betont der Deutsche Journalisten Verband, dass nicht das Leben oder die Freiheit der Journalisten in Deutschland bedroht sei, wohl aber die freie Recherche und Berichterstattung, so DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Weiter berichtet der DJV:

Unter dem Deckmantel des Anti-Terror-Kampfes schränke die Politik insbesondere den Informantenschutz und das Redaktionsgeheimnis zunehmend ein. Die seit Jahresbeginn gesetzlich vorgeschriebene Vorratsdatenspeicherung, die geplante Online-Durchsuchung und der seit Januar im Vergleich zu Ärzten, Strafverteidigern und Geistlichen deutlich schwächere Schutz von Journalisten vor Telekommunikationsüberwachung seien prominente Beispiele für diese Entwicklung. Damit werde es Journalisten immer schwerer gemacht, ihren Informanten Anonymität zu garantieren. Zuverlässige Quellen seien aber für die journalistische Arbeit unersetzlich.

Und die jüngsten Beispiele der verfassungswidrigen Überwachung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst (BND) zeigenschließlich, wie weit es schon gekommen ist. Wer weitere Beispiele sucht, erinnere sich einfach daran, wie zum G8-Gipfel im letzten Jahr z. T. mit Journalisten und Demonstranten verfahren wurde.
Wir können nur dann in einer Demokratie leben, wenn die Souveränitätsrechte des Volkes gewahrt bleiben. Dazu gehört auch das Recht, sich frei zu informieren. Nur Transparenz und Information ermöglichen die freie, demokratische Entscheidungsfindung.

Deshalb: Schützt die Pressefreiheit!

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Russland auf dem Weg in den Totalitarismus?

April 25, 2008 · No Comments

Im Lande des “lupenreinen” Demokraten Wladimir Putin gilt demnächst ein Gesetz, dass es dem russischenStaat erlaubt, jedwede Kritik in den Medien zu unterdrücken. Medien, die eine Person ‘verleumden’, können einfach geschlossen werden. Damit ist staatlicher Willkür gegen Kritik in Russland nun offenbar endgültig Tür und Tor geöffnet worden. Fehlt nur noch, dass Kritik (die sich ja immer auch leicht als Verleumdung bezeichnen lässt) als Hochverrat gewertet wird. (Kommt das womöglich auch noch?)

Werden wir also in russischen Medien wie zu sozialistischen Zeiten nur noch regierungskonforme Lobhudelei hören, lesen, sehen? Nun, ich fürchte nicht, sonst wäre die Propaganda ja zu leicht zu erkennen. Propaganda versteckt sich ja heutzutage gern unter einer geschickt inszenierten scheinbaren Vielfalt. An vielen Orten der Welt - und nicht nur in so genannten ‘Schurkenstaaten’ - ist ja eigentlich längst interessanter, darüber nachzudenken, was nicht in den Medien auftaucht. Viel effekiver ist es, die Wahrheit hinter Massen von falschen, halbwahren oder irrelevanten Informationen zu verstecken. Dabei spielt auch der Zeitpunkt eine Rolle, zu dem bestimmte Diskussionen entfacht werden. Mit einem aktuellen Aufreger kann man die bedenkliche Meldung von Gestern schließlich schnell und wirksam in den Hintergund drängen.

Medien, werden ja oft als Vierte Gewalt bezeichnet, welche die drei Teilgewalten der Staatsmacht (Legislative, Exekutive, Judikative) zusätzlich kontrolliert und auch Feedback durch das Volk ermöglicht. Diese Funktion kommt, so scheint mir, auch hierzulande durch kommerzielle und betriebswirtschaftliche Zwänge in den Unternehmen (mangelnde Zeit zur Recherche, Zwang zur unbedingten Akutalität usw.) oft recht kurz. Schätzen wir uns aber trotzdem glücklich, dass wir sie überhaupt haben! Denn letztlich ist die Pressefreiheit die Speerspitze der Meinungsfreiheit.

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Online-Lexikon demnächst auf Papier

April 22, 2008 · 2 Comments

Vor nicht allzu langer Zeit beschloss ein großer Lexikon-Verlag noch, sein Standardwerk demnächst nur noch online herauszubringen. Und jetzt das:

Bertelsmann will die Wikipedia als Buch veröffentlichen. Okay, okay, es wird nur ein Band mit etwa 1% der tatsächlichen Wikipedia. Aber trotzdem: Wer hätte das gedacht.

Wiedereinmal überholt die Wirklichkeit alle Vorstellungen, die wir uns von der Zukunft machen.

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Nur mal so nebenbei: Warner Music, die Kulturflatrate und ich

März 31, 2008 · No Comments

Nur mal so nebenbei: Der einstige DRM-Hardliner Edgar Bronfman Junior möchte am liebsten eine Pauschalabgabe auf Internetzugänge zugunsten der Musikindustrie einrichten. Natürlich nur, damit die Musikindustrie gerettet wird.

Also es tut mir leid, Herr Bronfman, aber ich bezahle schon Kirchensteuer. Im Ernst, sollen jetzt Telekommunikationsanbieter oder gar der Staat dazu genötigt werden für die Misswirtschaft von weltweit operierenden Medien-Konzernen einzustehen und bei den Bürgern/Internet-Nutzern quasi eine Internet-Steuer eintreiben, nur weil die ja Downloads tätigen könnten?

Da entpuppt sich das Wort Kulturflatrate ja gleich doppelt als Mogelpackungsflatrate: Soll ich, der ich tatsächlich - man glaube es oder lasse es eben bleiben - noch nie einen einzigen Musiktitel aus dem Internet geschweige den Film illegal herunter geladen habe, tatsächlich gezwungen werden für die Klone der Musikindustrie oder gar für die Macher von Deutschland sucht den Superstar zu berappen? Und dann wird das ganze auch noch Kultur genannt? Und außerdem werden wohl durch die ‘Kulturflatrate’ kaum der Kino, Konzert, oder Theaterbesuch kostenlos werden, oder? Bei einer ‘Kulturflatrate wäre das doch wohl das Mindeste, meine ich.

Übrigens: Dass ich nicht illegal herunterlade möchte ich nicht mal damit begründen, dass ich ein so moralischer Mensch wäre. Nur: Das, was da angeboten wird, möchte ich zum allergrößten Teil nicht mal geschenkt haben. Und die wenigen legalen Downloads, die ich tätige, tun mir in der geringen Menge wirklich finanziell nicht weh bzw. werden ganz legal kostenlos angeboten. Was auch ein anderes Argument der Industrie entkräftet, nämlich dass sich zurückgehende Tonträger-Umsätze mit Raubkopien erklären ließen.

Und jetzt soll ich auch für den musikalischen (Verzeihung!) Mist, den ich gar nicht haben will, pauschal bezahlen? Wenn ich mich nicht täusche, gab es etwas noch nicht einmal in der DDR! Fehlt bloß noch, dass ich gezwungen werden soll, mir das alles auch noch anzuhören.

Tatsächlich haben übrigens viele neue Künstler und Gruppen die Vermarktung ihrer Musik selbst in die Hand genommen. Und tatsächlich finden sich hier vielleicht die interessantesten Angebote. Nur: An denen verdient nicht die große Industrie.

Und wie sollte denn das Geld aus einer ‘Kulturflatrate’ an die Künstler verteilt werden?

  • An jeden, der etwas im Internet anbietet?
  • Und nach welchem Schlüssel?
  • Einfach pro Stück oder pro Minute Schall, gleich, ob Meisterwerk oder akustischer Müll?
  • Oder soll es gar eine (womöglich durch die Musikindustrie gesteuerte) Qualitätskommission geben, die festlegt, welches Musikstück wie viel wert ist?
  • Oder sollen Downloads gezählt werden und wenn ja, wie (ohne Manipulationsmöglichkeit)?
  • Würden dann Einzelkünstler, die sich nicht an die Musikindustrie binden, über die Kosten für die Technik wieder ausbebootet?
  • Und was ist, wenn vielleicht dann (aufgrund mangelnder Qualität des Produkts) trotzdem die Zahlen sinken? Werden dann die Kosten für die ‘Kulturflatrate’ womöglich freiwillig gesenkt?
  • Wie sieht es eigentlich mit Straßenkünstlern aus, die womöglich mit Handys gefilmt oder fotografiert werden?
  • Was ist, wenn ich gefilmt werde, wie ich beim Grillen am Lagerfeuer Coverversionen auf dem Rupf-Cello zum Besten gebe? Bekomme ich dann etwas ab? Oder muss ich mich erst mal als Bearbeiter bei der GEMA anmelden?
  • Fragen über Fragen…

Es gibt kein Grundrecht auf Profit, auch nicht in der Marktwirtschaft. Es besteht immer das Risiko, dass Unternehmen und auch ganze Branchen verschwinden. Das hängt im wesentlichen auch von der vorhandenen oder nicht vorhandenen Kreativität ihrer Mitglieder ab. Sollte tatsächlich der Untergang der Musikindustrie bevorstehen? Ich kann es mir nicht vorstellen. Ein Strukturwandel, vielleicht. Und wenn…?

Die Musik und die Kunst werden nicht verschwinden. Vielleicht werden die (gemachten) Superstars ja weniger. Die Musik scheint mir eher da interessanter zu werden, wo die Künstler tatsächlich selbst über ihre Kunst bestimmen können, sie sich von Unternehmensinteressen emanzipieren können. Dank Internet werden wir davon erfahren.

Ja, Musiker und andere Künstler müssen ihren Lohn bekommen und deshalb zahle ich dafür, wenn ihre Werke mir gefallen - und das sogar gerne. Das ist immens wichtig, damit sie uns auch weiterhin mit ihrer Kunst beglücken (können). Auf die Marketing-Experten der großen Labels, die Internet-Nutzer jahrelang und unberechtigt pauschal als Quasi-Kriminelle nach meinem Empfinden fast schon verleumdet haben, kann ich dagegen als Kunde gut verzichten.

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