Das Leben usw.

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Gimme Gummi!

April 20, 2008 · 2 Comments

Das Kondome schützen, wissen wir alle: Uns selbst vor HIV, Syphillis, Hepathitis, Gewehrläufe und andere Dinge vor Staub und Wasser, die Kautschuk-Industrie vor der Pleite…

Aber nun hat der Südafrikaner Carl Dionisio, wie die Netzzeitung berichtet, mit einem selbst zusammen geknoteten Seil aus 18500 Kondomen einen Bungee-Sprung durchgeführt. Vier Monate hat er für die Herstellung des Seils gebraucht. Hoffentlich wurde er gesponsort. Denn erstens kosten 18500 Kondome eine Stange Geld, zweitens kann er vermutlich jetzt bestimmt für eine lange Zeit den Anblick von Kondomen nicht mehr ertragen und drittens ist das wohl die beste Werbung für die Haltbarkeit der Dinger, die man sich denken kann. Motto: Kondome retten Leben.

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Bohlen als Vorbild?

Februar 21, 2008 · 1 Comment

Nein? Ist Bohlen kein Vorbild? Dass Sie sich da mal nicht täuschen. Immerhin scheint es, als verdiene der Mann durch leichte Arbeit wie herumpöbeln und ein bisschen Tralala jede Menge Geld, habe eine Menge Sex mit hübschen jungen Frauen und könne sich benehmen, wie er wolle - gerne auch daneben - und werde immer noch als cool und als Star angesehen. Mehr noch, er mache Stars…

So, und welcher pubertierende Junge wünscht sich das nicht, Reichtum, Sex und Berühmtheit? Klar ist Bohlen so Vorbild. Und vergessen wir nicht: Eine Menge unserer Kinder und Jugendlicher beziehen den größten Teil ihrer Informationen darüber, wie es in der Welt und im Leben so läuft, aus den Medien, hauptsächlich dem Fernsehen und dem PC. Darüber hinaus spielt die größte Rolle die Peer-Group, also Gleichaltrige. Das funktioniert einfach nach dem Motto:

Was ich immer wieder sehe, das ist normal und wahr!

Und genau das ist es, was verschiedene Altersfreigaben für Filme wie auch PC-Spiele usw. rechtfertigt: Was ich immer wieder sehe, das ist normal und wahr - es sei den, ich bin von meiner Persönlichkeit her schon so gefestigt, dass ich schon genügend eigene Erlebnisse und Erfahrung im und über das Leben habe, dass ich ich Einflüsse von Außen relativieren kann. Dazu bedarf es Zeit, Zeit, die Kinder und Jugendliche aufgrund ihres Lebensalters einfach noch nicht gehabt haben können und die durch nichts zu ersetzen ist. Und es bedarf (natürlich) des Einflusses verantwortlicher Erwachsener (Eltern, Lehrer, Erzieher u.a.), die den Medienkonsum zuersteinmal nicht überhand nehmen lassen. Denn zwei bis vier oder gar mehr Stunden Medienerziehung, die es bräuchte, um sich gegen das durchzusetzen, was da zwei, drei, vier oder auch mehr Stunden pro Tag ansonsten auf unsere Sprösslinge einprasselt und ihr Weltbild prägt, hat niemand. Das ist aussichtslos.

Schauen wir mal, was da so im Spannungsfeld von Medien und Peer-Group (unbeabsichtigt natürlich) für ein Weltbild transportiert wird. Die folgende Liste ist sicherlich etwas übertrieben, aber nicht so sehr, wie man meinen könnte und sie ist an Klischees sicherlich nicht vollständig.

  • Cops (Polizisten) sind unehrlich und korrupt, es gibt nur wenige Ausnahmen.
  • Politiker, Manager usw. ebenso. Sie sind nur auf Macht und Geld geil.
  • Beide Gruppen sind grundsätzlich mitteinander verfilzt.
  • Ein Mann ist dann cool, wenn er möglichst viele Frauen ‘flachgelegt’ hat.
  • Frauen müssen grundsätzlich sexy sein und gelten über 25 als alt. Sie sind dann sexy, wenn sie jeden haben können. Tun sie es aber, sind sie widerliche Schlampen. (Tja, manche Auffassungen ändern sich anscheinend nie.)
  • Alle Menschen (bis auf Alte) sind grundsätzlich nur auf Geld und Sex aus.
  • Man benötigt unbedingt Waffen, um sicher zu sein. Es ist ein Fehlernicht bewaffnet zu sein.
  • Wem Blut, Leichen, Grausamkeiten nichts ausmachen, der ist stark. Wer so etwas nicht sehen möchte/kann ist ein Weichei.
  • Schöne Menschen sind gut, hässliche sind schlecht, unehrlich, hinterhältig, gemein, brutal, Dicke sind dumm.
  • Wenn schöne Menschen brutal sind, hat das einen guten Grund.
  • Brutale Rache ist gerecht.
  • Ich selbst bin immer der Gute, Fehler zuzugeben ist ein Zeichen von Schwäche.
  • Alte Menschen sind uncool und eigentlich wertlos.
  • Lesen ist langweilig und ohne Action.
  • Menschen haben Positionen nicht, weil sie irgendwie einfach besser sind, nicht etwa aufgrund von Bildung und durch harte Arbeit erworbene Fähigkeiten (und wenn letzteres doch einmal zutreffen sollte, ging es zumindest ganz schnell).
  • Eltern nerven nur und Lehrer sind eigentlich doof, Polizisten sind zwar korrupt, aber wenigstens bewaffnet.
  • Wer arm ist, ist selbst schuld. Ausnahme: Wenn ich selbst arm bin, sind andere Schuld, die mir mein Recht auf Geld verweigern.
  • Nur der Kick bringt’s und der muss immer öfter und stärker sein (man muss ja ständig andere übertreffen können).
  • Psychische Abhängigkeit ist der Gipfel der romantischen Liebe (okay, das gab es auch schon bei Shakespeare…aber nicht so oft).
  • Bei Gericht wird viel geheult und es ist völlig normal, dem Richter ins Wort zu fallen.
  • Der Staat ist unser Feind und bringt uns nichts.

Ja, ja, ich weiß: Nicht alles, was beispielsweise im TV gesendet wird ist so. Aber Jugendliche schauen nun mal nicht den Musikantenstadl (wenigstens die meisten nicht). Und auch nicht alle Jugendlichen haben so ein verzerrtes Weltbild - Gott sei Dank nicht einmal die meisten. Aber gerade die, die durch gesetzeswidriges und/oder gewalttätiges oder selbstschädigendes Verhalten Probleme machen, haben es oft. Und gerade die orientieren sich oft an dem, was für sie eigentlich ungeeignet ist. Das Verbot für unter 18-Jährige ist eher ein Gütesiegel, die ständige Reizerhöhung ein Muss - und ein Suchtsymptom.

Denn was eigentlich alle Menschen brauchen, z. B. positive Beachtung durch andere Menschen, finden viele immer weniger. Medien liefern hier nur so eine Art Surrogat-Extrakt. Es schmeckt süß - aber es stillt nicht den Hunger. Wie sehr sich manche Menschen und gerade Jugendliche nach Beachtung sehen, und welche Pein sie dafür auf sich nehmen, ist ebenfalls in den Medien zu sehen. Und da kommen wir wieder zu DSDS:

«Beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten werden genau wie in der letzten Staffel als Normalität dargestellt. So werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die den Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegenwirken und eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben». (Hervorhebung durch home42)

Mit diesen Worten wird der Vorsitzende der KJM (Kommision für Jugendmedienschutz) Wolf-Dieter Ring in der netzzeitung zitiert. Der Mann hat Recht, finde ich. Kinder und Jugendliche suchen nach Orientierung. Sie ahmen nach, was Erfolg verspricht (das ist eigentlich Teil eines gesunden Lerninstinkts). Und Dieter Bohlen ist erfolgreich… wer will das nicht auch…?

Sicherlich ist Bohlen nicht allein Schuld an allen Problemen und auch nicht das einzige Vorbild. Aber vielleicht ist das Vorgehen des KJM gegen den Sender ein Anlass, sich Gedanken zu machen, wie man nicht nur Werte fordert, sondern auch selbst transprotiert. So, oder so!

(P.S.: Leider finde ich den Artikel nicht mehr, in dem auf Studien hingewiesen wurde, die eine zunehmende Gewaltsucht belegten. Sollte ihn jemand finden: Bitte Verweis unten anfügen.)

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Pech für Paris H.

Dezember 27, 2007 · No Comments

Ob Paris Hilton jetzt die eine oder andere Party auslassen muss? Medienberichten zufolge hat Familienpatriarch Barron Hilton beschlossen, 97 Prozent seines persönlichen Vermögens von ca. 1,6 Milliarden Euro (2,3 Mrd. US $) einer von seinem Vater Conrad Hilton 1944 gegründeten Stiftung zu hinterlassen. Diese unterstützt Kinder und Behinderte in aller Welt.

Aber um Paris werden wir uns wohl keine Sorgen machen müssen. Auch mit dreistelligen Millionenbeträgen lässt es sich sicher sehr gut feiern.

Categories: Leute

Wie kritisiere ich einen Nobelpreisträger?

Dezember 13, 2007 · No Comments

Also ich habe ja ehrlich Achtung vor Forschern und gebe zu, ich wäre selber gerne einer. Und Nobelpreisträger… alle Achtung!

Aber wenn jemand den Nobelpreis verliehen bekommt oder auch ohne das ein erfolgreicher Forscher ist, heißt das noch lange nicht, dass solch ein Mensch außerhalb seines Fachgebietes gut ist. Bezüglich eines Interviews, dass das Handelsblatt mit den beiden neuesten deutschen Nobelpreisträgern Peter Grünberg und Gerhard Ertl geführt hat, stellen sich mir doch einige Fragen. Folgende Sätze sind sicherlich aus dem Zusammenhang gerissen, sprechen m. E. für ein ausgesprochenes Elfenbeinturm-Bewusstsein:

“Die Mehrheit kokettiert auch noch damit, dass sie in der Schule nie besonders gut und nicht besonders interessiert an Mathematik und Naturwissenschaften war.” (Über das Bildungsverständnis der Deutschen.)

…einerseits… …und andererseits…

“Die Lehrtätigkeit und der hohe Verwaltungsaufwand an den Universitäten halten enorm von der eigentlichen Arbeit ab.” (Nur ein paar Sätze später.)

Alles klar?

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Doofe Katastrofe

Dezember 1, 2007 · 1 Comment

Morgen, am 2. Dezember sind Russlands Bürger zur Wahl aufgerufen. Oh, Verzeihung. Natürlich müsste es heißen: “Morgen am 2. Dezember geruht Zar Wladimir I., die Huldigungen seiner Untertanen entgegen zu nehmen.”

Hoffentlich müssen wir nicht irgendwann zusätzlich zu den “Free Burma”-Bannern auch noch “Free Russia”-Banner auf unsere Web-Seiten stellen… Obwohl der deutsche Protest sich wahrscheinlich aus Angst vor steigenden Energiepreisen eher in Grenzen halten wird, vermute ich mal. Wie soll man denn auch im Internet gegen die Behinderung der Demokratie in Russland demonstrieren, wenn man sich den Strom für den PC nicht mehr leisten kann? Hä? Tja, dann können wir noch mal froh sein, wenn Siemens oder wer auch immer uns noch ein Kernkraftwerk hinstellt oder zwei, jawohl! Der strahlenden Müll kann ja dann von unseren schönen neuen, nicht ortbaren U-Booten in der Barentsee verklappt werden. Fällt ja eh nicht auf, bei dem, was da alles von Murmansk aus ins Meer sickert.

Ja, wie? Wir wären dann noch mehr abhängig vom Ausland, weil wir Uran einführen müssten? Also, etwas mehr Fantasie bitte. Es liegen doch genügend russische Atom-U-Boote und anderes strahlendes Mistzeugs auf dem Meeresgrund herum. Da schließen wir einfach einen Deal mit Zar Wladimir und berechnen ihm auch noch die Entsorgungskosten - wahlweise in Euro, Schweizer Franken oder in Gas zu bezahlen. Und weil’s so schön ist, auch noch gleich eine Rechnung an Norwegen. Also wenn wir denen schon die Gewässer säubern… (Okay, da akzeptieren wir dann auch Fisch als Währung- aber nicht aus nordnorwegischen Gewässern, wenn’s geht.)

Jetzt, wo ich gerade dabei bin Vorschläge für die Politik zu machen… Wie wäre es denn mit einem Abkommen über Technologie-Transfer mit China…? Oops! Einspruch aus Brüssel von Herrn Stoiber, dem Esperten für Bürokratieabbau: “Wir äh brauchen, ähäh kein äh Abkommen und das ganze Papier. Die äh, Chinesen, äh, ransferieren unsere Technologie auch so.” Ach ja, Herr Stoiber. Recht haben sie. Die können ja auch bald äh, in München… in 10 Minuten …am Flughafen…vom Hauptbahnhof …aus… abfliegen… !!! So was Ähnliches war doch da, oder?

Nein, also irgendwie macht die ganze Sache mit den Nachrichten keinen Spaß mehr. Sie lassen so viele Fragen offen. Da soll ein deutsche Luftwaffenoffizier in Afghanistan Untergebene mit der Peitsche bedroht haben. Also bitte: Wo hat der auf einem deutschen Luftwaffenstützpunkt denn die Peitsche her? Wollte der sich vielleicht an ortsübliche Bräuche anpassen? Und wenn es schon so schwer ist, auf einem deutschen Luftwaffenstützpunkt eine Peitsche zu besorgen, ist es nicht vielleicht dann doch zuviel verlangt, Zuckerbrot aus der Kantine zu holen?
Und die Süddeutsche schreibt online unter der Überschrift “Macht Geld glücklich?”: “Es ist wahrscheinlicher, vom Blitz erschlagen zu werden, als an diesem Samstagabend die 38 Millionen Euro zu gewinnen. Doch was ist, wenn es wirklich klappt?” Ja was soll denn dann sein? Wenn man vom Blitz erschlagen wird, macht einen Geld auch nicht mehr glücklich, ist doch logisch. Wahrscheinlich verschmort der ganze Schotter in dem Fall sowieso.
Jetzt ist übrigens auch endlich geklärt, wie die größte deutsche Boulevard-Zeitung zu ihren vielen lesern kommt. Die Netzzeitung hat veröffentlicht, dass Hunde Bilder nach Inhalt sortieren können. Noch Fragen?
Nun aber mal was positives: “Finanzminister Steinbrück geißelt die Dummheit der Banken”. Das schreibt die Süddeutsche online. Da kam mir die Idee für einen Negativ-Preis. Nein keine Zitrone oder Gurke. Wie wäre es mit der Verleihung des goldenen Bretts vor’m Kopf für die dümmste, gierigste oder verantwortungsloseste Manager-Leistung des Jahres - verliehen vom Finanzminsiter in einer Feierstunde vor dem Bundestag (als Warnung für die Abgeordneten.) Au ja, da fällt mir noch mehr ein: Zum Beispiel ein Preis für Abgeordnete und Staatsbedienstet mit den größten Interessenkonflikten. Der Preis: Ein Mikromechanisches Kunstwerk in Form zweier Hände, die sich gegenseitig waschen (okay, ‘n Schluck Hand-San und ‘n Handtuch tun’s vielleicht auch…). Preise für die besten Rüstungslobbyisten: Gratisreise nach Afghanistan in der neuen High-Tech-Uniform der Bundeswehr. Wer überlebt und sogar zurückfindet, darf auch wieder nach Hause fliegen.
Der gigantische Rückgang rechtsextremer Straftaten in der Kriminalstatistik Sachsen-Anhalts hätte auch einen Preis verdient: Eine goldene Rechentafel auf der steht 2+2=1 oder so etwas. Vielleicht wäre auch ein goldener Churchill gut, von wegen der gefälschten Statistik oder so. Wissen sie eigentlich, wie das überhaupt aufgefallen ist? Weil die Straftaten mit nicht politischem Hintergund in der Statistik plötzlich einen Anstieg von 179 % zu verzeichnen hatten. Genial, was? Ein Zusammenhang mit der neuesten Pisa-Studie wurde allerdings weder bestätigt noch dementiert. Trotzdem: Preisverdächtig!

Naja, mal sehen, was die Meldungen von Morgen hergeben. Wie? Die gibt’s noch nicht? Verfluchter Mist, das Internet wird auch immer langsamer…

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