Entries categorized as 'Kultur'
Von den Radfahrern weiß man es, von vielen anderen Sportlern auch. Dass Top-Manager manchmal, vielleicht einige auch regelmäßig, pharmazeutische Unterstüzung in Anspruch nehmen - für manche Menschen fast schon verständlich. Und Politiker? Die vor einigen Jahren auf den Toiletten des Bundestages gefundenen Koksspuren sprechen Bände (oder sind vielleicht Putzkräften Beutel mit weißem Puder ins Wischwasser gefallen? Ach nee, so viel verdienen die ja nicht…) Und dass mancher Arzt und Apotheker gern mal sein eigener Kunde wird, ist ein alter Hut. Und wo man auch hinsieht: Stress, Stress, Stress! Dass Trucker ihre eigene 12V-Kaffeemaschiene im Cockpit haben, wirkt da fast schon niedlich.
Und jetzt wird bekannt, dass auch die Orchestermusiker dopen. Okay, Musikstudenten lernen in den ersten Semestern, dass früher die Stücke viel langsamer gespielt wurden. Das wird dann meist mit der noch nicht so entwickelten Instrumententechnik erklärt. (Gut, ich habe eine Bach-Aufnahme, die mit Originalinstrumenten eingespielt wurde. Dem Trompeter hört man die hervortretenden Halsvenen geradezu an - oder war es doch nur Nachbars Hund?) Diese Erklärung ist ja dann wohl dahin. Gegangen den Weg alles Zeitlichen. Was hatten die denn auch früher? Alkohol, und der bremst ja eher.
Interessant aber auch, was die neue Erkenntnis für Implikationen birgt. Die Tagesschau fragt denn auch folgerichtig:
“Müssen nun einzelne Klangkörper von den Grammy-Awards und andern Musikpreisen disqualifiziert und eventuell sogar die Klassik-Hitparaden neu geschrieben werden? Was passiert mit dem Beethoven-Wettbewerb, der von der Telekom gesponsert wird? Aus dem Radsport hat sich das Unternehmen bereits wegen Dopingaffären zurückgezogen. Werden die Orchesterverbände bald unangemeldete Probenbesuche machen, um Urinkontrollen durchzuführen? “
Na denn: Prost!
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Dezember 20, 2007 · 1 Comment
Manchmal finde ich in den Medien Artikel, bei denen ich dann denke: “Ja, genau das denke ich auch!” Unter allen möglichen Beiträgen zu der in der Überschrift genannten Studie fand ich dann auch einen Solchen. Die Süddeutsche veröffentlichte ihn und ich habe eigentlich nur noch hinzuzufügen, dass ich Gewaltbereitschaft immer besorgniserregend finde, auch die unter Deutschen.
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Das ist ja ein dickes Ding: Led Zeppelin wieder zusammen.
Ja, sicher, jetzt könnte man über den Sinn und Unsinn von Reunions usw. schreiben, davon, dass sie den Mythos zerstören, die Legende, schlecht (wie auch immer) oder ‘einfach peinlich’ sind. Größte Abqualifizierung ist das Etikett “Altrocker”!
Aber ehrlich: Warum wollen so viele Leute nicht anerkennen, dass die ‘Helden von damals’ eben auch ganz normal Menschen waren und sind? Vor allem, wenn so manche alte Fans die Stars von Heute, die in eben dem Alter der ‘Helden’ damals sind, auch nicht hören wollen. Komisch, oder? Jaja, früher war eben alles besser und das heute noch mal zu machen ist eben peinlich. Und dann macht man sich auch noch lustig über die damalige Mode (die man womöglich selbst damals mitgemacht hat. Ach ja…
Ich habe immer das Gefühl, solche Statements sind verkappte Selbsterhöhungsversuche. So wie bei den verschiedenen Chart-Shows usw., wo B-Promis ihren Senf zu alten Hits geben, stets mit einem Hauch von Wehmut aber auch mit einem “wie konnte man nur…?”- Gesicht und Tonfall. Wie albern damals alles war? Heute ist man ja sooooo viel weiter.
Blödsinn! Und Reunions? Ja, wenn’s denen doch Spaß macht! Und irgendwie glaube ich das den Schwermetallern. Und ich würde mir das auch nicht verbieten lassen.
Nebenbei: Legenden sind schließlich vor allem eines: Verklärungen! (Okay, okay, auch das ist legitim.)
Vielleicht geht es bei Led Zep ja heute auch besser denn je. Schließlich sind sie im Metall-Alter: Silber im Haar, Gold in den Zähnen und Blei in den Knochen. (Ja, ich gebe es zu, den konnte ich mir dann auch nicht verkneifen - aber nur weil es zufällig um Heavy Metal geht…).
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Der Blackwater-Skandas weitet sich aus. Das US-Außenministerium hat offenbar US-Söldnern des genannten Unternehmens Immunität vor Untersuchungen im Falle der Tötungen von irakischen Zivilisten durch die Söldner zugebilligt. Sollte das zutreffen, wäre es für die amerikanische Regierung angebracht, sich zu fragen, ob die USA sich noch zur von ihnen so genannten “zivilisierten” Welt gehören oder nicht. Die “freie Welt” haben sie jedenfalls schon lange verlassen und die NATO sollte sich ernsthaft überlegen, ob sie wirklich noch von einer nordatlantischen “Wertegmeinschaft” sprechen will, denn die meisten NATO-Staaten haben Verfassungen, die die hier praktisch gelebten Werte glatt verbieten. Solte die Bundesregierung sich zu einer Wertegemeinschaft mit zumindest dem US-Außenministerium bekennen, würde das einer extrem groben Verletzung ihres Amtseides entsprechen.
Faktisch wäre mit einer solchen Immunität Mord im Auftrag der US-Regierung durch ebendiese legalisiert. Das widerspräche sowohl dem Völkerrecht wie auch dem Kriegsvölkerrecht, ganz zu schweigen davon, dass es jeder Demokratie Hohn sprechen würde.
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Eigentlich wollte ich heute gar nichts schreiben. Ein anstregneder Tag liegt hinter mir und ich bin total müde. Doch dann las ich vom Tod Evelyn Harmanns - und konnte es im ersten Moment gar nicht glauben. Irgendwie gibt es solche Menschen, von denen ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass sie einmal sterben werden. Sie gehörte dazu.
Zeitungen schreiben von ihrem “spröden Witz” und der Nudel im Gesicht Loriots. Ja, sicher, unvergessen sind viele Rollen. Aber ich liebte weder irgendein Markenzeichen bei ihr noch einzelne Rollen. ich liebte ihren Sinn für das Absurde, ihr großes schauspielerisches und komödiantisches Talent und besonders als Adelheid ihre Spielfreude, wenn sie und der großartige und ebenso spielfreudige Heinz Baumann sich die Bälle zuwarfen, die Menschlichkeit, die dabei zum Tragen kam. Liebevoller Spott und Witz, der in einer Zeit, in der die Medien im Kampf um Quoten auf immer stärkere Reize setzen, einfach wohltuend auflockert, nicht ‘der Hammer ist’, sondern einfach sympathisch, kein vordergründiger ‘Event’, sondern differenziert und komplex, wie ein guter Wein, der nicht in eine andere Welt entführt, sondern das Leben in dieser betont - mit allen Schwächen, Schrullen, Fehlern, die Menschen so haben können.
Mit ihrer Art, Rollen mit oft sparsamen Mitteln zu verkörpern hätte meiner Meinung nach eher einen Oscar verdient, als manch anderer Schauspieler. ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass von ihr nun nichts Neues mehr zu sehen sein wird. Sie war ein Fixpunkt in meiner medialen Landkarte. ich werde Evelyn Harmann vermissen.
Möge sie im Himmel die Engel zum Lachen bringen und selbst dort den Chef noch auf die Schippe nehmen.
Adieu!
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