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Chrome – ein weiterer Arm der Datenkrake?

September 5, 2008 · 3 Kommentare

Hat die Welt auf diesen Browser gewartet? Zugegeben, ich habe ihn selbst nicht installiert. Warum auch?

Ich packe mir nicht gleich alles auf die Festplatte, was neu und hip ist. Erst mal anschauen. Und was sich da bei Chrome sehe, verlockt mit nicht gerade.

Die Datensicherheit bei Chrome scheint ja nicht nur durch die absichtlich eingebauten Features gefährdet zu sein. Offensichtlich wird, wie bei stern.de heute zu lesen ist, eine veraltete Version von ‘Webkit’ benutzt, die noch eine gravierende Sicherheitslücke im Programmcode aufweist, die in neueren Versionen längst geschlossen wurde. Sie ermöglicht das Ausführen von Schadcode. Ein gravierender Fehler gleich beim Start der Vermarktung – unschön.

Und mal ehrlich: Sicherlich kann man die Übertragung der Identifikationsnummern abschalten, aber die ‘Datenkrake’ zielt doch darauf, dass viele Nutzer es nicht tun werden – schon weil dann irgendwann besondere Google-Services vermutlich nicht funktionieren werden. So produziert Google nicht nur den gläseren User, es wird auch noch sein Innerstes nach Außen gekehrt und er soll darauf vertrauen, dass die Firma nichts Böses tut.

Der Nutzer wird mit allem was er will versorgt – die totale Bequemlichkeit. Er hört, sieht und liest, was er gern hat, anderes erfährt er nicht. Wer sich das antut, lebt dann gewissermaßen in einer Blase, die ihn von großen Teilen der Realität abschirmt. Sicherlich ist das sowieso ein großes Problem der Mediengesellschaft. Aber, ich gebe es zu, so langsam wird mir mulmig: Denn längst beeinflusst Google auch sogar die Nachrichten (unbedingt ansehen), ist der Konzern zum weltweiten und weltgrößten Informationsimperium geworden. Was nützt uns die Freiheit, aus tausenden von TV-Sendungen, Zeitungen usw. auszuwählen, wenn die entscheidende Auswahl – was diese Medien verbreiten – im Vorfeld längst durch das Benutzen einer bestimmten Suchmaschine getroffen wurde, die eben manche Internetseiten ganz vorne und manche eben erst an siebenunddreißigtausendneunhunderzweiundfünfzigster Stelle listet.

Sicher, auch dieser Effekt ist nicht ganz neu und tritt sogar auf, wenn man eine Bibliothek besucht. Denn natürlich wird bei der Recherche auch hier bevorzugt auf bestimmte Standardwerke usw. zurückgegriffen, einen Mainstream sozusagen. Und manche anderen Werke fallen vielleicht auch beim Durchgehen durch die Regale eher ins Auge als andere. Aber es bleibt Zeit, zu reagieren.
In den Redaktionen vieler Nachrichten-Medien sieht es längst anders aus: Durch den Zwang zur Effizienzsteigerung bleibt längst keine Zeit mehr für alternative und gründliche Informationsbeschaffung. Schnell mal googeln und raus damit. (Die Aussage über die Faulheit der Journalisten in der o.g. Quelle teile ich daher nicht.) Vielfalt der Medien? Im Grunde melden dann alles dasselbe: Das, was bei Google unter den ersten 20 Treffern zu finden ist.

Das Resultat ist ein informationeller Tunnelblick durch die Google-Röhre.  Informationen aber beeinflussen politische Entscheidungen (auch unsere persönlichen).

Und genau hier wird es gefährlich!

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Die Unsicherheit aller Daten

August 17, 2008 · 1 Kommentar

Noch vor einem Jahrzehn, mindestesn aber vor zweien wäre alles noch anders gewesen. Damals hätte jemand, der sich ein einigermaßen vollständiges Bild von den Lebens- und Konsumgewohnheiten, Familienstruktur und der finanziellen Situation eine beliebigen Bürgers dieses Landes machen wollte, einen riesigen Aufwand an Zeit und Manpower, ganz zu schweigen von detektivischem Geschick aufbringen müssen, um auch nur einen einzigen Datensatz zusammen zu stellen.

Vieles war, wenn überhaupt, an unterschiedlichen Stellen, Behörden, Unternehmen vorhanden, Querverbindungen schwierig, Querverweise selten. Der sich nun massiv ausweitenden jüngste Datenschutz-Skandal wäre in dieser Form wahrscheinlich nicht aufgetreten. Zunächst war die Rede von 17000 Datensätzen von Teilnehmern einer bekannten Lotterie. Jetzt könnte es sich laut Medienberichten um 1,5 Millionen Betroffene handeln. Und noch mehr kommt hinzu. Auch Daten von Mobilfunkanbietern und sogar einer als gemeinnützig anerkannten Spendenorganisation sollen auf dem Markt aufgetaucht sein.
Dies alles zeigt, dass es offenbar mit dem Datenschutz hierzulande nicht zum Besten steht. Wird er immer noch nicht ernst genug genommen? Die grassierende Rabattkartenmentalität und das allgegenwärtige ‘Ich habe doch nichts zu verbergen’ deuten darauf hin. Doch im Falle des Missbrauchs von Bankdaten stehen Existenzen auf dem Spiel – auch für die, die nichts zu verbergen haben.
Ich bin ganz und gar ein Gegener von den allgegenwärtigen ‘Die-Gefahr-nimmt-ständig-zu-’Meldungen. Hier nimmt sie allerdings wirklich zu. Und auch die staatlichen Organe tragen ihren Teil dazu bei: Eine immer größere Erhebung von personenbezogenen Daten, eine immer weitere Vernetzung von personenbezogenen Datensätzen und auch Konzentration an wenigen Orten und die gleichzeitig steigende Mobilität von auch sensibelsten personenbezogenen Daten (z. B. über internetgestützte Verarbeitungsverfahren oder die überall notwendigen Plastikkarten), machen uns Bürger nicht nur durchsichtig, sondern auch zum Spielball und zur Milchkuh für Missbrauch.

Noch vor wenigen Monaten schüttelten wir den Kopf über die nicht abreißen wollenden Nachrichten über britische Skandale. Was ist seit dem hier passiert? Die geplante Online-Durchsuchung, die geplante lückenlose Überwachung von Wohnräumen, die Vorratsdatenspeicherung – Erhebung von sensibelsten persönlichen Daten und über die Kontrolle über die Verfahren wird tatsächlich gestritten. Der Telekomskandal (ein Skandal eigentlich, dass er nicht noch immer in aller Munde ist) – er zeigt uns was selbst Unternehmen oder Privatleute in Sachen Datenmissbrauch können. Der neuste Fall – ein Fanal, welches uns zeigt, dass das, was möglich ist, auch genutzt wird.
Und wenn man bedenkt, was allein im Bereicht der öffentlichen Verwaltung und Regierung so an Datenträgern und Elektronik abhanden kommt… Die von der Bundesregierung eingeräumte Bilanz für 2005 bis 2007:

Zwar soll bisher kein Fall bekannt sein, in dem vertrauliche Informationen dadurch zugänglich geworden und missbraucht worden seien. Das ist aber keine Garantie, dass das in Zukunft so bleibt.
Ich hasse den Spruch eigentlich, aber im Bereich der perönlichen Daten ist er wahrscheinlich der beste Rat, dem man folgen kann:

(Daten-)Geiz ist geil!

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iPhone ‘telefoniert nach Hause’

August 11, 2008 · 1 Kommentar

via law blog
Offenbar hat Apple in alle iPhones eine Art Backdoor eingebaut, die es dem Unternehmen ermöglicht, Software auf dem iPhone nach eigenem Ermessen zu löschen. Zu diesem Zweck verbindet sich das iPhone jedesmal, wenn der Benutzer online geht mit einer bestimmten Web-Seite, über die ein Deinstallationsvorgang in Gang gesetzt werden kann. Das bestätigte, laut spiegel-online, Apple-Chef Steve Jobs gegenüber dem Wall Street Journal.
Sinn und Zweck der ganzen Geschichte soll es natürlich sein, den Benutzer vor Software zu schützen, die beispielsweise Nutzerdaten ausspioniert. So mancher Nutzer könnte allerdings das Vertrauen in das Kult-Handy verlieren, wie z.B. Udo Vetter vom law blog. Wo eine Manipulationsmöglichkeit ist, könnten schließlich auch noch mehr sein.
Möglicherweise stellt sich auch die Frage, ob Geräte mit solchen Eingriffsmögichkeiten überhaupt noch geltenden Datenschutzrichtlinien entsprechend bei Unternehmen, Ärzten, Juristen oder auch Behörden benutzt werden können.

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Noch ein Preis: Der BigBrotherAward

Juli 12, 2008 · Kommentar schreiben

Nicht mehr lange, nämlich nur noch bis zum 15 Juli werden Nominierungen für den BigBrotherAward entgegengenommen. Infrage kommen „Firmen, Organisationen und Personen (…), die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen“. Da dürfte dieses Jahr wohl eine Menge an Nominierungen zusammenkommen. Die Verleihung der Preise soll übrigens am 24. Oktober stattfinden – wahrscheinlich ohne die Anwesenheit der Preisträger, wie ich vermute.

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Bewegungsprofile

Mai 29, 2008 · Kommentar schreiben

Der Datenschutzskandal bei der Telekom weitet sich immer weiter aus. Die Spitzel sollen sogar Bewegungsprofile erstellt haben. So etwas ist möglich anhand der Daten über die Mobilfunkzellen in denen sich das Mobiltelefon gerade aufhält. Die Geräte melden sich alle paar Minuten beim Netz, damit Verbindungen in die jeweilige Zelle weitergeleitet werden können. Damit sind Ortungen auf wenige hundert Meter möglich.
Geheimdiensten ist es angeblich sogar möglich, selbst ausgeschaltete Geräte bis auf wenige Meter genau zu orten.
Was viele Menschen gar nicht wissen: Auch aus den Daten der Bordelektronik von Fahrzeugen lassen sich Bewegungsprofile erstellen. Die Vernetzung der Fahrzeugelektronik, beispielsweise des Kilometerzähler und der Beschleunigungssensoren des ESP machen es möglich.

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