Nicht-konventionelles Ergas in Deutschland – riesige Vorkommen

Da heißt es immer, Deutschland habe keine Rohstoffe, schon gar keine Energie. Außer Kohle natürlich, aber erstens ist die hiesige Kohle viel zu teuer und außerdem zweitens, igitt-bäh, ist das ja schmutzige Energie. Nix da, woll’n wir nicht.
anders Erdgas… aahhh, die saubere Energie. Stimmt das?
Wohl eher nicht. Selbst radioaktive Abfälle fallen bei der Förderung und Produktion an, die laut Wikipedia in Kasachstan weite Landstriche verseuchen, in Großbritannien in die Nordsee geleitet werden und auch sonst wohl nicht mit Begeisterung aufgenommen werden dürften – vorausgesetzt, man weiß überhaupt davon.

Produktion? Ja, Erdgas kommt nicht unbedingt gebrauchsfertig aus dem Boden. Es enthält oft außer dem erwünschten Methan noch andere Beimengungen, so z. B. Schwefelwasserstoff, CO2, Stickstoff oder Wassserdamp. Deshalb muss Erdgas oft unter Einsatz von Chemikalien und Energie gereinigt und getrocknet werden.

Und nun stellt man fest, das wir offenbar auf riesigen Vorkommen von so genanntem ‘nicht-konventionellen Erdgas‘ sitzen. Das bedeutet hierzulande hauptsächlich Flözgas aus Kohleflözen oder Schiefergas – wie der Name schon sagt, ist es im Schiefer (z.B. Schwarzschiefer oder Ölschiefer) Auch in in dichten Sandsteinschichten kann es vorkommen.

Und leider ist nicht so leicht dran zu kommen, wie an das Gas aus anderen Lagerstätten (sonst hätte man womöglich die Ostseepipeline bald in die andere Richtung benutzen können, sehr zur Überraschung Russlands).
Das Gas ist offenbar in den Porenräumen der Gesteine eingeschlossen. Um diese zu öffenen muss man sie knacken. Das geschieht, so im verlinkten Welt-Online-Artikel nachzulesen, indem man mit Sand und Chemikalien versetztes Wasser mit hohem Druck in die Tiefe pumpe. Der Sand solle dazu dienen, die entstehenden
Risse offen zuhalten, die Chemikalien dazu, Bakterien um Untergrund abzutöten, damit die feinen Risse nicht sofort wieder zuwüchsen.
Na toll: Desinfektionsmittel in die Tiefe und das in großem Maßstab. ich interessiere mich ja nur hobbymäßig für Geologie, aber nach dem, was ich so hier und da mitbekommen habe, würde ich befürchten, dass das Zeug auch hier und da wieder irgendwo herauskommt, wo keiner damit rechnet. Außerdem: Weiß man überhaupt, welche Rolle die selbst kilometertief im Gestein vorkommenden Bakterien im Ökosystem spielen? Was passiert eigentlich, wenn sie großflächig ausgerottet werden?

Irgendwie ist mir immer mulmig dabei, wenn ich solche Meldungen lese. Man greift brachial in Räume ein, von denen man vieles nicht weiß, die man nicht sieht und von denen man nicht weiß, wie sich die Eingriffe auswirken – oder es manchmal vielleicht gar nicht wissen will. Erdölförderung in der Tiefsee, Pläne CO2 in die Tiefsee zu leiten (ein sehr belebtes Ökosystem) oder unter die Erde, Atommüll einsalzen? Egal, hauptsache weg! Aus den Augen aus dem Sinn. Soll das gut sein?

Ich werde jetzt erst mal überlegen, ob ich nicht noch irgendwo Energie einsparen kann. Eine Bekannte wollte mich unlängst überreden mit dem Strom zu Greenpeace-Energy zu wechseln. Ich werde mich jedenfalls mal informieren…

Eine Antwort zu Nicht-konventionelles Ergas in Deutschland – riesige Vorkommen

  1. Es ist zwar interessant zu Wissen, dass die Forschung sich bewegt und es auch noch andere Energiereserven gibt, als die die wir so kennen, aber wenn ich deine Beschreibungen höre werde ich auch etwas besorgt. In erster Linie bin ich natürlich entsetzt, dass schon wieder ein Ökosystem Gefahr droht und man kann was sicher sein, dass es schwieriger wird die Leute für den Schutz der Bakterien auf die Straße zu bringe, als sonst schon. Bleibt also zu hoffen, dass die Kosten die Leute noch eine Weile aufhalten werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s