Apple-Chef Steve Jobs hat eine neue Leber und die Prognose für seine Gesundheit ist sehr gut. Warum ist das eine Meldung?
Weil alle Welt davon ausgeht, dass das Schicksal des Computer-Herstellers (der vermutlich längst mehr Geld mit anderen Produkten als Compunter macht) von Jobs’ Gesundheit abhängt. Damit hängen natürlich auch die Dividenden der Aktionäre vom korrekten Funktionieren des neuen Organs ab.
Deshalb müssen natürlich die Prognosen sehr gut sein, sonst fallen die Aktienkurse.
Mit Prognosen ist das natürlich so eine Sache, da kann immer mal etwas unerwartetes passieren und doch ein anderes Ergebnis eintreten. Es sind eben Prognosen, keine Garantien. Doch was soll’s, die ganze Wirtschaft lebt von Prognosen, Gewinnerwartungen, Zukunftsaussichten…
Die Frage ist nur: Würden die Aktionäre erfahren, wenn die Prognosen für die Gesundheit des Aṕple-Chefs nicht so gut oder vielleicht auch nur einigermaßen zufriedenstellend, wenn nicht sogar schlecht wären?
Vermutlich nicht. Dass diese Nachrichten eher unternehmensstrategischen Notwendigkeiten folgen zeigte sich schon an der Mär von der Hormonstörung, die als Grund für Jobs’ Gewichtsverlust herhalten musste.
Ein Mensch kann ohne Leber nicht überleben. Aber vielleicht wäre es viel menschlicher anzunehmen, dass Apple vielleicht auch ohne Steve Jobs überleben könnte, dem es trotzdem hoffentlich sehr gut geht.
Dass ein Nachfolger (den es früher oder später sowieso geben muss) ein zweiter Steve Jobs sein könnte, ist unwahrscheinlich, aber er hat immerhin einen Vorteil: Ein schon existierendes Vorbild, von dem er lernen kann (oder sie).


1 Antwort bis hierher ↓
Wolff // Juni 25, 2009 um 10:14 |
Apples größtes Problem ist Steve Jobs’ autoritärer Führungsstil. Er gilt als Tyrann, dem das Unternehmen die Treue hält, weil er ein genialer Tyrann ist. Ich habe iregendwo gelesen, Apple habe keine kreativen Strukturen. Das erfinden neuer Produkte, das beispielsweise Google zum Mannschaftssport für die gesamte Belegschaft erklärt, soll bei Apple angeblich keinen Platz haben. Die Entwickler setzen lediglich um, was dem Boss morgens beim Blick in den Spiegel einfällt. Wie gesagt, exakte Angaben über Apple-Interna sind mir nicht bekannt. Apple behandelt jedes Detail rund um den Konzern als Staatsgeheimnis. Es gibt nur Aussagen von gegangenen Apple-Mitarbeitern. Insofern kann man wohl annehmen, dass Apple den Tod des Chefs länger verbergen könnte als irgend ein anderes Unternehmen. Andererseits ist Jobs Apple und Apple Jobs.