Ab und zu mal was Neues.
Meinen alten IBM Thinkpad X31 benutze ich ja hauptsächlich als Reiseschreibmaschine mit Internet und Multimedia – vielleicht auch als Nettop mit der gnadelos besten Tastatur, die ich je unter meinen zarten Fingern hatte (wirklich!).
Also warum nicht mal etwas experimentieren – aber auch nicht zu viel, weil Zeit ja immer knapp ist.
Der Einfachheit halber und weil mich noch ein paar Sachen darin interessierten habe ich mir dann die neue PC-Welt Linux gekauft und als erstes OpenGEU ausprobiert. Das ist eine Linux-Distribution, die auf Ubuntu 8.04 basiert und als Oberfläche den Enlightenment-Desktop benutzt. Wow (also wau, nicht World of Warcraft). Optisch macht OpenGEU wirklich etwas her. Bei den Schlagschatten der Schriften in den Menüs für meinen GEschmack aber etwas zu viel. Für mich war das nicht mehr so gut abzulesen, zumal auf dem kleinen 12-Zöller. Ebenfalls sind etliche GNOME-Komponenten integriert und ein Haufen Programme, die ich nicht so kenne. Und – ich gebe es zu – mich da einzuarbeiten war mir dann etwas zu viel Neues. Schließlich wollte ich am nächsten Tag ja wieder mit der Denkmatte árbeiten, ohne viel Zeit mit Suchen und Einarbeiten zu verbringen. Also wirklich, OpenGEU gefällt mir schon irgendwie, aber… vielleicht nächstes mal.
Partitionen lassen sich ja besonders unter Linux immer wieder benutzen, obwohl ich auf dem X31 wegen der kleinen 30 GB-Platte und WinXP als Zweitsystem kein gesondertes /home-Verzeichnis angelegt hatte. Also schnell mal wieder die DVD ins USB-Laufwerk geworfen und – nicht auf das fehlende K geachtet (in dem Moment wirklich nicht!) – und Ubuntu installiert. Erst auf halben Wege wurde mir klar, dass ich doch ein CD-Image von Kubuntu hätte herunterladen müssen. Aber jetzt wollte ich auch nicht so viel Zeit mitdem Rechenknecht verbringen und außerdem lässt sich KDE ja ggf. noch nachinstallieren und GNOME auch nach-deinstallieren. Was soll’s…
Die Installation verlief, wie immer, einfach und unkompliziert. Ein paar mal Enter drücken, ein paar Angaben hier und da machen und das war’s. Okay, ich wollte natürlich meine Partitionen übernehmen, also habe ich bei der Partitionierung manuell angeklickt, also den Vorschlag des Systems verworfen, und vorsichtshalber die schon vorhandene Root-Partition noch mal formatieren lassen, Swap übernommen. Das war aber auch das dann.
Alles verlief reibungslos, bis auf dass er beim anschließenden Herunterfahren den Rechner nicht ausgeschaltet hat, bzw. etwas vorher hängengeblieben ist. Also Stecker ‘raus und Akku ‘raus (der netzschalter sprach nicht an) und neu gestartet. Resultat: Alles einwandfrei!
Und eigentlich ist der mitgelieferte neue GNOME auch ganz schick.
Hmm, warum also nicht mal probieren, bevor ich irgendwas ändere. Die Anwendungen laufen ja hier wie da. Und außerdem fühlte sich dieser GNOME irgendwie auch für mich besser an, als frühere Versionen, mit denen ich mich nicht wirklich anfreunden konnte. Also okay, der Zwerg darf auch weiterhin auf meiner Platte hausen. Und vielleicht funktioniert GNOME-Pilot ja auch besser mit meinem PDA. Firefox ist eh zu meinem Lieblingsbrowser geworden. Und warum nicht mal Evolution testen.
Beim Linux Feed Reader Liferea muss ich mich zwar mit einigen Tastenkombinationen umgewöhnen, aber so schlimm das ja auch nicht.
Was gibt es sonst zu berichten? Den Drucker steckt man einfach ein und ein paar Sekunden später meldet das System die fertige Konfíguration desselben. Scannen geht wie gewohnt mit Xsane. GIMP, OpenOffice (2.4), sogar ein VIOP-Programm … Alles nötige ist standardmäßig an Bord, aber auch nicht zu viel. Alles schön übersichtlich. Ein paar lieb gewordene KDE-Programme könnte ich ja nachrüsten, aber das Brennprogramm K3b zum Beispiel ist hier hier sowieso eher nachrangig, weil der X31 kein eingebautes optisches Laufwerk hat. Außerdem arbeiten ja so viele Leute weltweit mit GNOME… an was soll’s denn fehlen?
Und für GNOME gibt es in dem erwähnten PC-Welt-Linux-Heft noch eine schöne Anleitung, wie man ihn wie Mac-OS aussehen lassen kann. Damit werde ich mal spaßeshalber einen Bekannten ärgern, der so ein richtiger Mac-Anhänger ist (hähä!).
Desktop-Effekte, wie das Wegkippen von Fenstern sind aber auch so schon eingeschaltet und funktionieren dank Compiz doch tatsächlich auf dem etwas schwachbrüstigen X31. Was will man mehr.
Fazit also: Der Zwerg darf bleiben, bis… tja bis ich vielleicht doch zu neugierig auf die stabilen Versionen von KDE 4 bin. Aber andererseits… …unter Linux kann man ja durchaus das Eine tun, ohne das Andere zu lassen.
So, und morgen werd’ ich meinen Rechner ver-applen…

2 Antworten bis hierher ↓
Wolff // November 21, 2008 um 11:35 |
Als Brennprogramm sollte Brasero an Bord sein. Ich weiß allerdings nicht, ob das mit K3B vergleichbar ist. Ich verwende das CD-Schreibprogramm, das im Gnome-Dateimanager Nautilus integriert ist.
Das E-Mailprogramm Evolution hatte in den ersten Ubuntu-Jahren große Probleme mit der Stabilität. Damals habe ich Thunderbird verwendet. Heute möchte ich Evolution nicht missen. Die Integration von Kalender, Aufgaben und Kontakten funktioniert besser als mit Thunderbird/Lightning. Außerdem lassen sich mehrere Signaturen anlegen und beliebig verteilen. Das ist wichtig für Nutzer, die ihren Account privat und dienstlich nutzen.
Nachteil von Evolution: Er kann kein Adressbuch in ldif exportieren (wichtig für einen Umstieg auf Thunderbird). Dafür kann das Programm einzelne Kontakte auf Visitenkarten exportieren.
Für dich als KDE-Nutzer bedeutet das: Adressbuch aus K-Mail als ldif-Datei exportieren, in Evolution importieren, fertig. einzelne Kontakte kannst du zwischen den Programmen als Visitenkarten austauschen.
Interessant ist das Gstreamer-Framework für das Abspielen von Multimediadateien. Dadurch ist der Gnome-Player Totem so vielseitig geworden, dass man nicht mehr – wie früher – zuerst das Paket durch das Paket Totem-Xine ersetzen muss.
Auch die Installation von VLC oder MPlayer ist nicht mehr zwingend erforderlich. Allerdings macg ich MPlayer nach wie vor, weil er kleiner und schneller ist als Totem.
Das waren meine Kuztipps für Gnome. Herzlich willkommen unter denen, die kleine Menschen benutzen (Gnome).
liane25 // November 24, 2008 um 3:00 |
Brasero ist bei Gnome mittlerweile standardmäßig dabei, so auch auf der PC-Welt Linux DVD. Empfehlenswert für Einsteiger oder wenn man nur mal auf die Schnelle was brennen will. Mit K3b kann sich das Tool allerdings nicht messen, doch man kann ja auch KDE-Anwendungen unter Gnome installieren (muss dann allerdings einen Haufen Bibliotheken mitinstallieren).