Das Leben usw.

Erfahrungsbericht: Drucken mit Kubuntu, Debian und HPLIP (Teil 1)

November 3, 2008 · 3 Kommentare

Nur mal ganz kurz will ich meine Erfahrungen bei der Inbetriebnahme eines neuen Druckers bzw. Multifunktionsgerätes (Mufu) berichten.
Bei dem Mufu handelt es sich um den HP Officejet Pro L7590. Wie ich vorher ergoogelt hatte, soll das Gerät eigentlich gut über die HPLIP-Toolbox unterstützt werden. Interessanterweise verläuft dabei die Einrichtung unter Debian, das ich auf meinem IBM R51 benutze ganz anders, als auf dem IBM X31 mit Kubuntu 8.04. Beide Denkmatten habe ich mit KDE 3.5.9 als Oberfläche versehen. Und der Unterschied gibt mir zu denken.
Zunächst einmal war die HPLIP-Toolbox unter Debian nicht standardmäßig komplett installiert, die HPLIP-GUI musste ich nachrüsten. Weil ich mich von einem alten Laserjet 6p getrennt habe, wollte ich dann über die Toolbox bzw. den dazugehörigen Device Manager den alten Drucker löschen. Das ging aber nicht so einfach als Benutzer. Das System fragte nach dem Passwort für meinen Benutzer-Account. Tatsächlich scheint die Aktion aber Administrator-Rechte zu benötigen. Dummerweise, und das ist mir auch mit dem KDE-Tool schon passiert, weiß ich dann erst mal nicht, welches Passwort den nun gemeint ist, denn das Benutzer Passwort funktioniert nicht, dass Admin-Passwort aber auch nicht – wohl weil dann der Benutzer nicht stimmt (Password für root, aber normaler Benutzer am Rohr). Das Starten der Toolbox über Alt+F2 kdesu… ist mir auch nicht gelungen. Zwar kommt der Authorisierungsdialog planmäßig, aber nach Eingabe des Admin-Passworts erhalte ich die Meldung, dass der Befehl nicht ausführbar sei. Toll! :-(
Also alles über den Root-Login gemacht (User-Sitzung beendet, Konsolensitzung gestartet, Login als Root, Passwort und dann startx eingegeben. Alles schön und gut, Laserjet entfernt und im Übermut gleich den Deskjet 895 mit. Bedenken gekriegt, also den bewährten Tintenspritzer doch erst mal wieder hinzugefügt – für den Fall das mit dem Officejet was schieft gehen sollte. Man muss ja schließlich Druck machen können, also drucken.
Doch dann: Die Toolbox bietet einen hpijs-Treiber und einen hpijs mit irgendwas und hplip Version sonstwas b (wohl für beta?) an. Ersterer wurde vorgeschlagen.
Weil ich das von Debian so gewöhnt bin, habe ich den Vorschlag akzeptiert.
Denn, nur mal um einem gängigen Vorurteil von passionierten Debianern zu widersprechen: Debian ist ganz einfach zu installieren. Einfach oft genug Enter drücken und schon is’ gut. Der Unterschied bei (K)Ubuntu ist meiner Erfahrung nach erst einmal lediglich, dass man bei (K)Ubuntu ein paar mal Enter weniger drücken muss. (Hoffentlich hat das jetzt keine Freunde gekostet…)
Zurück zum Drucker: Der versucht die Testseite zu drucken, startet viel versprechend bis zum letzten Sechstel und… hängt. Na super. Also echt: Da fangen ja Windows-User hämisch an zu grinsen. Vor allem, weil ich mich erinnere schon mal so’n Murks mit Druckern erlebt zu haben.
(Und jetzt mache ich mir wahrscheinlich wirklich Feinde unter den Leuten die Debian lieben und Ubuntu hassen – die gibt’s wirklich.) Ich versuche den Ducker unter Kubuntu 8.04 auf dem X31 zu installieren, aber ich komme gar nicht dazu. Warum?
Ich stecke das USB-Kabel des Druckers in den Rechner und schon erscheint sinngemäß ein Hinweis, man habe einen neuen Drucker gefunden, den man zu konfigurieren gedenke. Und, schwuppsdiwupps, einige Sekunden später erfolgt die Meldung der HPLIP-Toolbox, die das ganze nämlich übernommen hat, dass der Drucker einsatzbereit sei. Und noch besser: Er ist es!
Also eherlich, ich überlege jetzt wirklich mit dem R51 von Debian Lenny auf Kubuntu umzusteigen.
Jaja, schon gut, da lernt man nicht wirklich ein Linux-System zu konfigurieren, aber da ich anderweitig ziemlich eingespannt bin, lerne ich das die nächsten Jahre sowieso nur unvollkommen und wenn, dann hauptsächlich durch die Unterstützung meiner Linux-User-Group, der ich hier auch mal ganz ausdrücklich danken möchte, auch für die Geduld! (Von so einem Support können Windoser nur träumen!)
Der Rechner muss halt laufen, ich muss damit arbeiten können. Deshalb bin ich ja von Windows auch weg. Für das Lernen bleibt leider wenig Zeit, viel zu wenig! Da kommt mir (K)Ubuntu ganz entgegen. Und die Genealogie Software GRAMPS lief auf dem Kubuntu-System auch, auf dem Debian-System aus irgendeinem Grunde nicht. Trotzdem ist natürlich Ubuntu auch ein Debian-Derivat, dass wahrscheinlich ohne die fantastische Arbeit der Debianer nicht existieren würde. Für mein Anforderungsprofil scheint Kubuntu aber mittlerweile geeigneter zu sein als reines Debian.
Übrigens: Scannen erledigt man mit dem Mufu wie gehabt mittels xsane oder ähnlichem. HPLIP soll sich da wohl irgendwie einklinken, weshalb es dann keine Probleme gibt. Und Faxen habe ich noch nicht gestestet.
Last, but not least: Das Mufu begeistert. Schnell, sauber mit Dokumenteneinzug und Duplexeinheit (beidseitiger Druck), Front-USB und Card-Slots ermögicht es auch Kopieren ohne PC. Nur ist es größer als ‘ne Kiste Bier. Zwar ist die Anschaffung mit über 200 Euro recht teuer, aber die Kiste Bier spart man sich durch die niedrigen Druckkosten wieder ein. Also: Prost!

(Zu Teil 2)

Kategorien: Computer · Hardware · Linux · Technik

3 Antworten bis hierher ↓

  • Wolff // November 3, 2008 um 9:35 | Antworten

    Debian ist etwas für Linux-Feaks, Ubuntu für Anwender. Auch mir fehlt die Zeit zum „Lernen“ wie du es nennst. Aber ist das Betriebssystem nicht einfach der Sabberlatz, auf dem der Teller steht – die Anwendung? Und dient nicht das ganze dem Zweck, Suppe zu essen? Warum soll ich meine Zeit mit damit verschwenden, mir meinen eigenen Sabberlatz auszuschneiden?

  • home42 // November 8, 2008 um 10:37 | Antworten

    Uiui! Das ist aber böse… Okay, mit manchen Betriebssystemen kann man sich auch eine ganz schöne Suppe einbrocken. Debian zähle ich aber nicht dazu. Aber ich gebe ja zu, ich spiele mit dem Gedanken, auf Kubuntu umzusteigen.

  • Erfahrungsbericht: Drucken mit Kubuntu, Debian und HPLIP (Teil 2) « Das Leben usw. // November 10, 2008 um 10:02 | Antworten

    [...] 10, 2008 · Keine Kommentare (Zu Teil 1) Ja, na klar, schließlich habe ich meinen Mufu (HP Officejet Pro L7590) unter Debian natürlich [...]

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