Nun gibt es doch noch einmal einen kleinen Nachschlag bei meinen Erfahrungen mit Kubuntu und KDE 4.
Als erstes gab es offenbar eine Panne beim Partitionieren: Wie schon erwähnt hatte ich die /swap vergrößert, um genug Platz für einen Suspend to Disk zu haben.
Da ich noch nicht viele Daten auf der Denkmatte (Thinkpad) hatte habe ich die Linux-Partitionen gelöscht, dann die /swap mit ca. 600 Megabyte definiert und restlichen freien Platz für /. Die noch vorhandene, wenn auch selten genutzte Win-Partition wurde dabei nicht angestastet – eigentlich!
Dummerweise startet Windows aber jetzt nicht mehr, auch nicht mit Tricks oder im abgesicherten Modus. Ein MS-Dos-artiger Startbildschirm erscheind und bietet mir verschiedene Startoptionen an, darunter auch den abgesicherten, und rät zur zuletzt lauffähigen Konfiguration. Wie auch immer, es geht nichts. Eine relativ lange Fehlermeldung erscheint, leider zu lang um sie zu lesen, bevor der Rechner versucht, neu zu starten.
Mir drängt sich der Verdacht auf, dass eben entweder beim Partitionieren etwas schief ging, was die Windows-Partition irgendwie angekratzt haben könnte, oder aber der neu installierte Bootmanager Grub vielleicht irgendwas überschrieben haben könnte. (Mit KDE hat das jetzt natürlich erst einmal nichts zu tun.) Von Kubuntu aus lässt sich aber problemlos auf die Daten von Windows zugreifen. (Die Sicherung persönlicher Daten ist also gar nicht erforderlich. Sie sind noch da.)
Was tun? Nun, meine erste Idee ist, den Bootsektor mit dem (MS-) fdisk/mbr für Windows wiederherszustellen, was dann aber die Neuinstallation von Grub erforderlich macht, da Windows-Programme ja bekanntlich meinen, sie wären allein auf der Welt bzw. Platte. Und dann mal sehen.
Mein Fazit aus dieser Aktion aber so oder so: Ich würde mir einen genaueren Partitionierer wünschen, bei dem ich genau den Zylinder angeben kann, von und bis zu dem eine Partition reichen soll. Damit hätte ich das Problem möglicherweise vermeiden können oder, selbst für den Fall, dass es nicht am Partitionieren liegen sollte, zumindest dieses mit großer Wahrscheinlichkeit ausgrenzen können. Googlen hat mir auch noch nicht wirklich weitergeholfen.
Vielleicht ist es jetzt auch einfach der Zeitpunkt, Windoof endgültig von der Platte zu putzen. Mal sehen.
Ansonsten bin ich von KDE 4 immer noch begeistert. Meine Empfehlung: Unbedingt mal einen Rechtsklick auf das Symbol oben in der linken Ecke eines Fensters machen, dann Configure Window Behaviour auswählen und anschließend Desktop Effekts.
Ehrlich: Ich bin kein Effekte-Freund und mag es am liebsten Schlicht und funktional. Aber wer hier auf der Karteikarte General bei Enable desktop effects einen Haken setzt erhält etwas für seine Bemühungen. So lassen sich z. B. über Strg+ F10 die auf verschiedene virtuelle Desktops verteilten Fenster mal eben schnell in etwas verkleinerter Form auf einem darstellen, so dass man locker ihren Inhalt beobachten kann und mit den Pfeil-Tasten schnell zwischen ihnen wählen. Enter holt dann das ausgewählte Fenster nach vorne, mit Esc geht es ganz schnell in den vorherigen Zustand.
Strg+ F8 staucht die Arbeitsflächen vertikal zusammen und zeigt sie, samt Taskleiste, übereinander an. Auswahl usw. wie gehabt.
Ansonsten kann man alternativ auch ohne Schnickschnack mit Strg-F1 und Strg-F2 zwischen den beiden, bei mir voreingestellten virtuellen Desktops wechseln. Bei meinen Lenny auf dem R51 geht allerdings auch mit Strg-Tab ein Durchsteppen. Das geht hier nicht.
Vom Datei-Manager dolphin bin ich mittlerweile so begeistert, dass ich ihn mir auch auf dem R51 unter KDE 3.5.9 installiert habe – die gehackte Version für KDE 3.5.x natürlich. Sie findet sich auf den Debian-Repositories unter dem Namen d3lphin (Nomen est Omen). Ein paar kleine Einschränkungen gibt es, z.B. dass sich die Konsole nicht im d3lphin-Fenster öffnet, sondern, wie bei Konqueror auch, ein extra Konsole-Fenster öffnet usw. Nichts wichtiges also.
Aber in der Tat überlege ich auch, ob ich nicht wieder in den Debian-Hafen einlaufen werde, sobald Lenny mit KDE 4 angeboten wird. Auf dem R51 wird jedenfalls Debian weiter laufen und KDE 4 sobald wie möglich nachgerüstet.
Ergänzung am 16.07.2008:
Noch immer benutze ich Debian Lenny mit KDE 3.5.9 als Arbeitssystem. KDE 4 ist für mich noch nicht so weit fertiggestellt, dass ich komplett darauf setzen würde. Das ist jetzt kein Qualitätsurteil, ich bin nach wie vor von KDE 4 begeistert. Auch mir fehlte z. B. die bisher gewohnte Möglichkeit, Dateien auf dem Desktop abzulegen usw. Aber auch das ist kein Kritikpunkt: Überall in den Medien wurde gewarnt, dass KDE 4, besser gesagt KDE 4.0 noch kein fertiges System sei und folglich von einem Produktiveinsatz abgeraten. Dass eine Reihe von Usern damit Probleme hatten, wurde mir erst durch die vom KDE-Projekt veröffentlichten 11 Mythen über KDE 4 bewusst, die ich deshalb hier auch noch einmal ausdrücklich zu lesen empfehlen möchte.
Auch, wenn derzeit noch nicht alles fertig ist, bin ich schon gespannt darauf, wie es weitergeht. Die bisherigen Neuerungen sind für mich ohne Zweifel so durchdacht, dass ich mich ohne weiteres auf mehr einlassen werde – auch, wenn die eine oder andere Umgewöhnung nötig sein sollte.
Den KDE-Entwicklern an dieser Stelle vielen Dank für ihre Arbeit!

5 Antworten bis hierher ↓
Erfahrungsbericht: Kubuntu 8.04 mit KDE 4 auf IBM Thinkpad X31 (Teil 2) « Das Leben usw. // Mai 9, 2008 um 6:18 |
[...] (Zu Teil 3) [...]
Gabor // September 7, 2008 um 2:54 |
kannst du eventuell sagen, mit welcher x11 konfiguration desktop effekte in kde 4 funktionieren?
läuft es flüssig? siehst du darstellungsfehler?
Gabor // September 7, 2008 um 2:56 |
kannst du eventuell sagen, mit welcher x11 konfiguration desktop effekte in kde 4 funktionieren?
läuft es flüssig? siehst du darstellungsfehler?
wäre froh wenn du mir eventuell eine /etc/X11/xorg.conf irgendwo posten oder mir mailen könntest.
g4b
home42 // September 7, 2008 um 6:32 |
Habe leider inzwischen wieder etwas experimetiert und nun wieder KDE 3.5.9 auf dem X31, da ich es zunehmend produktiv nutze und KDE 4.0 einfach noch nicht fertig war. Als Desktop-Effekte hatte ich nur die oben beschriebenen Effekte probiert, die auch zuverlässig funktionierten.
Mit einer Installation von Kubuntu mit KDE 4.1 hatte ich keine Freude: Fenster schlossen sich nicht richtig, auch von Menüs blieben Reste zu sehen und so war das Ganze für mich nicht benutzbar.
Mit KDE 3.5.9 habe ich mal Compiz-Fusion ausprobiert, aber viele Effekte auch nicht zum Laufen gebracht. Woran es liegt, weiß ich leider auch nicht. Inzwischen ist Compiz wieder deinstalliert, aber das Dimmen von passiven Fenstern und das Einblenden von Menüs macht er immer noch.
Ich bin beim X31 allerdings auch nicht sicher, ob die Hardware überhaupt alles Erfoderliche kann. Sorry!
Gewöhnung an GNOME « Das Leben usw. // November 30, 2008 um 11:29 |
[...] Aber mit so einigen anderen Dingen kam ich jetzt nur schwer zurecht. So etwa gerade mit dem von mir schon mal stark gelobten Dolphin-Dateimanager. Wenn ich auf der einen Seite (bei zwei Fenstern) einen Ordner anklicke wird [...]