Den heutigen Bericht fange ich zunächst mal mit den nicht oder noch nicht so guten Dingen an. Aber keine Sorge, es wird noch besser.
Wie immer: Dieses ist nur ein Bericht meiner persönlichen Erfahrungen, ob diese auch auf andere Geräte oder Geräte von anderen Leuten zutreffen, kann ich nicht sagen. Auch bin ich kein Linux- oder Computerexperte. Also alle Infos ohne Gewähr.
Ansonsten bei Fragen und Problemen immer empfehlenswert, wie immer: Das deutsche Ubuntu-Forum ubuntuusers.de.
Dummerweise sind einige Dinge bei Kubuntu mit KDE 4 zumindest bei meinem System nicht von vornherein installiert und müssen per Hand nachgerüstet werden. Möglicherweise liegt das daran, dass ich bei der Installation von CD keine Verbindung zum Internet laufen hatte, zum Teil möglicherweise auch daran, dass noch nicht alle KDE-Programme den Schritt zu KDE 4 vollzogen haben. Mit manchen Übergangslösungen, d. h. KDE 3.5.x-Programmpaketen wird man vielleicht auch eine Weile leben müssen.
Eines dieser Programme ist kpowersave, welches für die Laptop-spezifischen Energiesparfunktionen zuständig ist. Nach dem Zuklappen des Deckels lief der X31 nämlich zunächst fröhlich weiter. Dabei war ich doch von KDE 3.5.x gewohnt, dass das Widget mit dem Batteriesymbol in der Taskleiste sich auch um die Suspend-Modi kümmert. Doch was ich hier hatte, war tatsächlich nur ein Battery Monitor, der eben tatsächlich nichts anderes macht, als den Ladezustand des Akkus anzuzeigen.
Also habe ich kpowersave und den kpowersaved (den daemon) nachinstalliert, und schon ließen sich die Suspends, das Verhalten beim Schließen des Deckels oder auch verschiedene Leistungsprofile (Leistung, Energiesparen, Präsentation und Akustik) konfigurieren. Das Profil Akustik ist beim X31 eigentlich überflüssig. Bei normalen Büroarbeiten, Surfen usw. springt der Lüfter extrem selten an – es sei denn man liegt im Bett und hat den Lapfop auf einer gut isolierenden Decke geparkt.
Etwas irritiert war ich auch, als nach dem nächsten Start und dem Schließen des Deckels trotzdem nichts passierte. Des Rätsels Lösung fand sich schnell. Kpowersave lief gar nicht. Also flugs per Hand gestartet und alles ist wie gewünscht. Suspend to RAM und Suspend to Disk funtionieren anstandslos, auch über die dafür beim Thinkpad X31 vorgesehenen Tastenkombinationen Fn+F4 und Fn+F12. Das schnelle Ausschalten des Displays mit Fn+ F3 funktioniert auch (wie übrigens auch alle anderen Spezialtasten bis auf Fn+F7 für den externen VGA-Anschluss – den habe ich nicht gestestet.)
Der Suspend to Disk ist meiner Meinung nach angesichts der kurzen Startzeiten des Systems fast überflüssig.
Mit dem Drucken hatte ich etwas schwierigkeiten. Ein alter HP Laserjet 4l eines Freundes war nicht zum Arbeiten zu überreden, was früher aber ganz einfach funktionierte. Ob das jetzt der richtige Weg war oder nicht (ich bin ja kein Experte), jedenfalls: Nachdem ich printconf nachgerüstet hatte und es mit meinem eigenen HP Laserjet 6p zu Hause noch einmal probierte, wurde dieser sogleich richtig erkannt, so dass die Konfiguration nur noch daraus bestand, oft genug auf Weiter zu klicken.
Dass ich als eines der ersten Programme den PDF-Viewer kpdf nachgerüstet habe (ich vermisste es einfach im Startmenü), erwies sich allerdings als überflüssig – angesichts des Dokumenten-Viewers Okular. Dieser kann eine ganze Menge verschiedener Fomate öffnen, von verschiedenen Postscript oder TexDVI-Formaten über ODT, alle möglichen Image-Formate und natürlich auch PDF, einfach so oder auch
In KDE 4 wurden die Menüs des früheren Mädchens für alles, des Internetbrowsers und Dateimanagers konqueror entrümpelt. Ich habe jetzt nicht genau verglichen. Vermisst habe ich aber nichts, was ich bisher gebraucht habe.
Als Dateimanager kommt jetzt dolphin zum Einsatz, den ich anfangs wirklich sehr skeptisch betrachtete. (Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier…) Aber:
Gerade die Bedienbarkeit mit Tasten gefällt mir hier besonders gut. Die ist auch dem ausdauernden Maus-Schubser ans Herz zu legen. Es geht einfach schneller, viel schneller! Hier lohnt es sich auf alle Fälle, etwas Übung zu investieren. Mit F3 beispielsweise schaltet man bequem zwischen einspaltiger und zweispaltiger Ansich um. F7 schaltet am linken Rand eine Navigationsleiste in Verzeichnisansicht ein, beginnend mit dem Wurzelverzechnis. F9 tut gleiches, aber mit der Orte- (Places-) Ansicht. Hier werden also das home-Verz., die Netzwerkordner, der Mülleimer, eingehängte Wechselmedein usw. Angezeigt, um direkt darauf zugreigen zu können. Ist eine der beiden schon da, kommt die zweite einfach hinzu. Der Hammer: F4 startet im unteren Fensterdrittel eine Konsole. (funktioniert bei konqueror auch – aber im neuen Fenster). F5 aktalisiert das gewählte Fenster. F10 fügt einen neuen Ordner ein.
Mit diesen Tastenbefehlen holt man sich schnell und einfach immer das auf den Bildschirm, was man gerade braucht. Das Arbeiten geht damit wirklich schnell und bequem. Man legt übrigens Wert darauf, dass dolphin keine Konkurrenz zum Konqueror ist, sondern eher eine Ergänzung. Er wirklich ist genau das Richtige um schnell und effektiv mit Dateien zu arbeiten, sonst nichts. Ich könnte tatsächlich dolphin-Fan werden.
Alt+ F2 öffnet wie gewohnt ein Befehlsfenster, auch wenn das etwas anders aussieht und etwas mehr Funktionalität besitzt, als bisher. Beispielsweise genügt ein Klick für die Überwaching der Systemaktiviät oder das Anzeigen der bisher hier gestarteten Programme. Dass man Programme auch mit anderen Prioritäten oder als anderer User usw. starten kann ist eigentlich nicht neu. Das gab es auch unter KDE 3.5 schon. Was mich etwas verwirrt, ist, dass der über Rechtsklick eingestelle Modus der Autovervollständigung nach einem Neustart heute wieder auf default (Aufklappmenü) gesetzt war. Habe ich etwas falsch gemacht oder übersehen? Oder hat sich Linux da noch nicht vollständig eingerichtet? Ich werde sehen.
Wesentlich umgestaltet wurde das Startmenü. Ob es besser oder schlechter ist, als bisher? Es vereinfacht jedenfalls den Zugriff auf Programme, Favoriten und Dokumente, macht ihn übersichtlicher, in so fern vielleicht eine Verbesserung. Allerdings sieht man vielleicht nicht meher so schnell, was man da alles an Programmen auf dem Rechenknecht hat. Ich selbst benutze aber meist sowieso das Befehlsfenster (Alt+F2).
Warum das nachträglich installierte Tool kdissert unter dem Menüpunkt Lost and found abgelegt wurde, kann ich nicht so recht nachvollziehen.
Die mitgelieferten Medien-Player dragonplayer für Videos und JuK habe ich nur oberflächlich in Augenschein genommen. Nur so viel: Mpeg-Videos konnte ich erst nach dem Installieren des xine-mpeg-plug-ins abspielen. Danach funktionierte auch die MP3-Wiedergabe mit JuK. Aber vielleicht ist das ja auch nur auf die besagte fehlende Netzverbindung … ich sagte es ja schon.
Wehrmutstropfen bei Kubuntu aus meiner Sicht immer noch: Die Wirksamkeit des Sudo-Passworts dauert mir wieder viel zu lange. Mittlerweile habe ich 4 mal den Paketmanager Adept gestartet und nur ein Mal das Passswort eingeben müssen. Also mein Fall ist das nicht. Mal sehen, ob ich das ändern kann… Wir haben es ja schließlich mit einem Linux zu tun.
FAZIT: Frischer Wind, teilweise erheblich verbesserte Bedienbarkeit. Ich bin begeistert. KDE wird ja oft als Windows-ähnliche Oberfläche bezeichnet. Dieses ist auf KDE 4 angewendet streng genommen eine Herabwürdigung. Von dieser Usability, dieser Übersichtlichkeit, dieser logischen und intuitiven Bedienbarkeit können Windows-Nutzer nut träumen. Es macht richtig Spass, diese neue Oberfläche unter den Fingern zu haben.
Ich bin begeistert.

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