Das Leben usw.

Erfahrungsbericht: Kubuntu 8.04 / KDE 4 auf Thinkpad X31 (Teil 1)

April 26, 2008 · 1 Kommentar

Es ist vollbracht. Nach stundenlangem Herunterladen des iso-Images der Installations-CD (es wollen wohl viele) habe ich Kubuntu mit KDE 4 auf dem Rechenknecht installiert. Die Installationsroutine war nun schon gewohnt und ich habe gleich die Partitionierung dahin gehend geändert, dass ich genügend Swap-Space reserviert habe, um auch den bislang verhinderten Suspend to Disk durchführen zu können. Das Ganze hat nicht mal eine halbe Stunde gedauert, eher gefühlte 20 Minuten. Auf die Uhr geschaut habe ich dummerweise nicht.

Leider war die Installationsroutine auch schon so gewohnt, dass ich nicht richtig aufgepasst habe und keinen Internetzugang angeschlossen hatte (Kabel). Ob es nun daran liegt, oder dass ich irgendwo gepennt habe oder ob einfach noch keine deutschen Sprachpakete fertig sind… jedenfalls läuft die Maschine nun auf US-Englisch…

Gerade habe ich noch mal die Paketdatenbank durchsucht. Die einzigen Language-Packs, die ich fand, waren anscheinend für die alte KDE-Version. In den kde-systemsettings, so heißt der Nachfolger von kcontrol, gelang es mir nicht eine andere Sprache einzustellen. Nun, es kann sich nur um eine Frage von Tagen handeln, wann die neuen Sprachpakete zur Verfügung stehen.

Etwas verwirrend ist das Nebeneinander von alten KDE-Paketen und KDE 4-Paketen auf den Repositories schon. Aber es soll ja alles kompatibel sein, so dass die alten Sachen auch auf KDE 4 laufen (also nicht so wie bei Microschrott). Anscheinend habe ich auch noch so einige nach zu installieren. KPDF war nicht drauf und mein herzallerliebstes Mind-Mapping-Tool kdissert auch nicht. Jenes ist nämlich in der Lage aus der schönen Gedankenlandkarte in Nullkommanix ein OpenOffice-Dokumente zu erstellen – allerdings im älteren OOo 1.0-Format.

Ansonsten hier erst mal nur kurz mein erster Eindruck (mehr dann die nächsten Tage):

Positiv fällt mir auf, dass auch die neue Oberfläche völlig intuitiv zu bedienen ist, obwohl sie zunächst ungewohnt scheint. Es erklärt sich alles irgendwie von selbst, selbst auf Englisch. Okay, ein paar Dinge muss ich schon noch ein wenig suchen. Ein Problem ist das aber nicht.

Gerade stelle ich fest: Englisch ist nicht durchgehend Standarssprache. Einige Programme sind mehr oder weniger eingedeutscht. Es kann allerdings passieren, dass ein Button mit Aktualisieren direkt über Okay und Back steht.
Die neuen Plasmoid-Widgets ersparen einem das Hintergrundbild. Irgendwie ist es ja ganz witzig, Dinge, die früher winzig in der Kontrolleiste zusammengedrängt waren, jetzt groß auf dem Bildschirm zu haben. Ob das beim täglichen Arbeiten eher gut oder schlecht ist, kann ich jetzt aber noch nicht sagen. Die Batterie-Anzeige habe ich mir aber dann doch schnell in die Kontrolleiste gelegt. Auch da hat sie noch eine recht erwachsene Größe, im Gegensatz zu früher. Das tut einerseits bei meinem 12″ Panel ganz gut. Andererseits wird vielleicht auch schnell der Platz eng. Wir werden sehen…

Das Device Notifier Widget habe ich gleich mal wieder vom Desktop entfernt. Ich habe einen USB-Stick angesteckt und in dem Ding ist nichst passiert. Statt dessen ist an anderer Stelle eine Benachrichtigung erschienen – die aber nach ein paar Augenblicken wieder verschwand…??? Darauf stand Recently plugged devices. Nu isses wech!

Andere nette Sachen: Die Drucker-Einrichtung ging Dank der HP-Toolbox recht schnell. Ich habe nur nicht gleich begriffen, dass ich hier die Konfiguration finde (macht man ja nicht so oft). Es ist alles da, was man so braucht. Im Druck-Dialog, z.B. gerade beim Gwenview-Bildbetrachter, findet sich jetzt auch eine Möglichkeit, die Druckeinstellungen komfortabel zu ändern. Früher hatte ich für verschiedene Einstellungen immer unterschiedliche Warteschlangen eingerichtet. Das werde ich wohl auch demnächst trotzdem machen, weil die Auswahl eines Druckers oder einer Warteschlange mit einem Klick erledigt ist, wo die Änderung von Medientyp, Auflösung und Druckqualität doch mehrere braucht. Oops, gerade merke ich, dass im Druckdialog für meinen in die Jahre gekommenen HP Deskjet 895 schon Draft, Draft Grayscale, Normal, Normal Grayscale, High Quality Grayscale und Photo (on photo paper) zur Verfügung stehen. Was will man mehr. Okay, Frieden auf Erden, aber das wäre ein wenig viel verlangt.

… nun ist aber der Ausdruck eines alten Photos in High Quality Grayscale doch daneben gegangen… während es in Normal klappt. Also ist anscheinend doch noch ein wenig Fein-Tuning (welch ein Wort) angebracht. Immerhin, ich kann arbeiten.

Insgesamt merke ich bei den wenigen Aktionen, die ich bis jetzt durchgeführt habe, dass die Lesbarkeit von und die Orientierung zwischen den verschiedenen Elementen wirklich gewonnen hat.
Auch auf dem kleinen 12-Zöller und mit einigem Abstand, wirkt das auf mich sehr ergonomisch. Und auch etwas bunter als bisher, aber dezent.

Ob ich mich mit dem neuen Datei-Manager Dolphin anfreunden kann, das steht allerdings noch in den Sternen. Da war ich bisher mit Konqueror im Zwei-Fenster-Modus ganz zufrieden. Aber da ich von kde.org nichts anderes als Usabiliy und Ergonomie gewohnt bin, werde ich mich erst mal etwas einarbeiten und dann mein Urteil fällen. Normalerweise haben die sich ja etwas dabei gedacht. Die Idee, dass sich beide Hauptfenster (mit geöffneten Verzeichnissen) bei Anwahl hin- und herschieben und so auch auf wenig Platz (der wird für zusätliche Dinge wie Vorschauen, Ratings usw. gebraucht) eine gute Zugänglichkeit gewährleistet, finde ich nicht schlecht. Allerdings ist das auch gewöhnungsbedürftig. Schließlich wandern Bücher auf meinem Schreibtisch auch nicht einfach hin und her, nur weil ich drauf gucke. Es würde mich auch etwas nervös machen.

Allerdings lässt sich Dolphin gut konfigurieren. Gerade habe ich in den Navigantionsabschnitt an der linken Seite eine Ansicht des Wurzelverzeichnisses und auch Places gelegt, also Home, Network, USB-Stick usw. Und vor lauter Übermut habe ich unten auch noch eine Konsole platziert. Grandios. Der erste Eindruck von KDE 4 ist viel versprechend. Also werde ich erst mal weitertesten.
Aber nicht jetzt. Die auch aus mehreren Metern Entfernung zu sehende Uhr sagt mir, dass es längst Zeit für move user /dev/Bett ist.

Weiteres also in Kürze.

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