Heute bekam ich einen ziemlichen Schreck: Nach der letzten, vielleicht auch schon vorletzten Aktualisierung meines Lenny stellte ich heute fest, dass der Bootloader GRUB (Grand Unified Bootloader) beim Start unter Other operating systems nur noch die Rettungspartition dieses anderen Betriebssystems anzeigte. Gerade heute brauchte ich es mal.
Was war passiert? Hatte Linux jetzt den redmonder Riesen von meiner Platte gefegt. Das konnte ich mir nicht vorstellen. Linux hat schließlich Respekt! Umgekehrt hatte ich das schon mal erlebt, als ein Crash von damals noch win98 mir mal die Partitionstabelle zerschossen hatte. Aber Linux? Nein, Linux macht so etwas nicht und Debian schon gar nicht.
Etwas später dann die Erlösung: Durch die vielen Aktualisierungen haben sich inzwischen einfach ein paar Kernel-Pakete mehr angesammelt. Und eben weil Linux nicht so einfach etwas von der Platte fegt, werden die auch alle brav im Bootloader angezeigt, so dass der XP-Eintrag einfach weiter nach unten gerutscht ist und weil sich das Grub-Fenster nicht automatisch vergrößert nicht mehr sichtbar war. Er ließ sich durch Scrollen aber noch erreichen.
Das Verhalten von Debian Lenny und auch vielen anderen Linux-Distributionen, dass bei Aktualisierungen alte Kernel vorhanden und auch bootbar bleiben hat seine Gründe: Sollte es mit einem neuen Kernel einmal zu Komplikationen kommen, lässt sich einfach der alte booten und man hat einen arbeitsfähigen Rechner. Und hier zeigt sich wieder: Linux lässt mir die Wahl, was und wie ich es tue!
Aber es war doch wirklich mal Zeit geworden, etwas aufzuräumen.
Aktuell ist Kernel-Version 26-24 und ich habe noch hinunter bis 26-18 auf der Platte. Also habe ich einfach mit dem Paketmanager Synaptic und dessen Suchfunktion (Suchbegriff = “linux-image”) die alten Pakete gesucht und entfernt. Dabei habe ich jetzt alle Kernel bis auf den aktuellen entfernt. Hoffentlich erwarten mich nicht noch Überraschungen mit dem Neuen. Es empfiehlt sich normalerweise, den letzten ‘voraktuellen’ Betriebssystemkern auch noch zu behalten – eben für Notfälle. Aber gut: Debian ist auch stabil, wenn es noch nicht als “stable” deklariert wurde.
Außerdem noch eine Nachricht für die, die es Interessiert: Nach der vorletzten Aktualisierung ging doch tatsächlich mein Leib- und Magen- Wissensmanager Basket nicht mehr. Er startete nicht und Kontact gab eine Fehlermeldung über das Plug-in Körbe aus. Dieses Problem ist nach der gestrigen Aktualisierung wieder behoben. Ich hatte schon flugs einen Fehlerbericht an KDE.org gemailt. bekam aber schon am nächsten Tag die Antwort, das sei ein distributions-spezifisches Problem. Kubuntu auf dem X31 machte denn auch keine Probleme (ich habe aber nicht genau geprüft, ob die Versionen der betroffenen Programm-Pakete wirklich gleich sind).
Bevor ich aber nun die Zeit fand, über bugreport einen Fehlerbericht an Debian zu schicken, ist das Problem nun schon behoben – und das, ohne dass ich erst monatelang auf irgendein “Service-Pack” warten musste wie bei M$. Das ist eigentlich wieder ein Fall für: “Was ich an meinem Linux so sehr liebe…”

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