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Erfahrungsbericht: Linux auf ThinkPad X31 (Teil 2)

März 31, 2008 · No Comments

Teil 2: Partitionierung und Installation

(Zu Teil 1)
(Zu Teil 3)

Das erste Problem: Die ThinkPad X-Serie enthält kein optisches Laufwerk. Na, kein Problem, dann schmeißen wir eben das CD-Image auf einen USB-Stick und … Tja, genau das geht eben nicht. Auch wenn wir die Daten ganz normal und nicht als ISO-Image auf den Stick schieben. Man müsste den erst selbst partitionieren, bootfähig machen und, und, und. Ich hatte mir schon die PC-Welt 04/08 besorgt, weil da versprochen wird, zu erklären, wie XP und Linux vom Stick gebootet werden können. Ja, wird auch. War mir aber im Moment zu kompliziert. Ein Bekannter in der örtlichen Linux-User-Group erklärte mir dann, wie man mittels einer Knoppix-Live-Server-Installation das geplante Kubuntu 8.04 über LAN gebootet und installiert werden könne. Aber ich habe, wie ich just in diesem Moment feststelle, gerade mal mein erstes Bash-Skript zum Laufen gebracht. (Hey Jungs, es funktioniert: Mein Touch-Pad beim R51 geht nicht. Super! Hat mich immer genervt, brauche ich aber manchmal für Gäste, deshalb habe ich es nicht im BIOS abgeschaltet).

Also habe ich es mir einfach gemacht und mir ein externes USB-DVD-Laufwerk ausgeliehen, beim Booten die “Access IBM”-Taste gedückt, dann auf Start (im menü) und auf von ATAPI-CD-Laufwerk. Und das Ganze ging los.

Beim Partitionieren habe ich erst mal auf den Vorschlag des neuen Systems vertraut, da ich ja die vorhandene XP-Partition vorerst unangetastet lassen wollte. (Grundsatz bei den meisten Distributionen hier übrigens: Erst mal installieren, was da ist und dann Anwendungen nachladen. Geht schnell!)

Nur: Das Scheiß-Teil bootete nicht. Der installierte Bootloader GRUB (Grand Unified Bootloader) meldete Error 18. Dank Google und dem einfach großartigen deutschen Ubuntu-Forum www.ubuntuusers.de erfuhr ich dann bald, dass dem Bios wohl die Partition, von der es Linux booten soll, zu groß ist. Aus meinen alten Tagen mit SuSE-Linux 7.2 weiß ich noch, dass man damals 3 Partitionen für Linux brauchte: Eine kleine “/boot”, eine “/” und eine “/swap”. Heute fällt Erstere meist unter den Tisch. Also…

Nächster Versuch: Wieder starten und zu geeigneter Zeit bei der Partitionierung manuell anklicken. Was ich dann sah, enttäuschte mich allerdings. Erstens: Der automatische Paritionierungsvorschlag war seeeeehr vorsichtig. Okay, nur leider hatte ich damit viel zu wenig Platz (knapp 5 GB) für das Linux-System, von denen fast 3 schon belegt waren. Dummerweise gab es hier, wie auch beim Defragmentieren unter Windows nur eine grafische Anzeige, keine harten Fakten (Zylinder, Sektor oder was auch immer, an denen man ablesen konnte, wo eine Partition anfängt, wo sie aufhört. also musste ich mutig sein. Defrag hatte so ungefähr auf der Hälfte der Platte noch Daten gelassen. Also musste ich knapp hinter der Hälfte die neuen Partitionen anlegen und hoffen, dass alles gut ginge.

Also

  • Erst mal die im ersten Versuch angelegten Partitionen löschen.
  • Dann etwa 100, bis 200 MB für eine /boot-Partition anlegen. Das kann das Bios ab.
  • Hoffen, dass das Bios immerhin so jung ist, dass die /boot nicht unterhalb des tausendsten Zylinders auf der Platte liegen muss. Das gabe es früher mal.
  • Die root-Partition anlegen (wird mit Schrägstrich “/” bezeichnet)
  • Schließlich die Swap-Partition anlegen (Auslagerungspartition)

Jetzt fällt mir gerade ein, dass meine Swap eigentlich viel zu klein ist. Weil sich das nicht so gut regeln ließ und ich auch zugegebenerwese etwas genervt war, habe ich mich zwar gewundert, dass nur noch 213 MB für /swap übrig waren, dachte mir aber dann: “Was soll’s…”. Nur gerade fällt mir ein, dass bei 512 MB RAM-Speicher für einen Ruhezustand (Suspend to RAM), den man beim Notebook gerne mal macht, eigentlich auch mindestens ebensoviel Swap-Space benötigt werden müsste… Komischerweise habe ich schon die ganzen Tage den Deckel einfach zu mache, womit ich den Suspend to RAM benutze (habe ich so eingestellt)… und es funktioniert. Hmm…

Hier zeigt sich wieder der Unterschied zwischen Theorie und Praxis:

  • Theorie ist, wenn man alles weiß, aber nichts funktioniert.
  • Praxis ist, wenn alles funktioniert, aber keiner weiß, warum.
  • Bei mir sind Theorie und Praxis vereint. Nichts funktioniert und keiner weiß, warum.

Okay, hier war nur Praxis. Egal. Weiter:

Von hier ab heißt es bei Kubuntu eigentlich nur, alles laufen zu lassen, ggf. Sprachen und Tastaturbelegung abzunicken, zum Schluss die CD herauszunehmen und - tatsächlich - einmal neu zu starten, wohl, damit die ermittelten und benötigten Kernelmodule geladen werden. (Man korrigiere mich, wenn nötig.) Und dann: Tadaaaa! Er bootet dank /boot-Partition und alles läuft glatt. OpenOffice ist auch schon drauf. Ein wenig hakelt es noch eine halbe Stunde hier und da, weil er sich im Hintergrund noch ein bisschen sortiert, und das System steht.

Mit ein paar kleinen Hürden kämpfe ich aber schon noch. Mehr dazu, zu den Gründen meiner Auswahl Kubuntu und meinen neuen Erfahrungen mit dem Sudo-Kommando im 3. Teil in ein paar Tagen.

(Zu Teil 3)

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