Manchmal frage ich mich, ob nicht doch irgendwo ein kleines Häufchen Leute sitzen, die sich zwei mal im Jahr lachend die Schenkel schlagen, weil sie es geschafft haben, allen anderen die Zeitverschiebung vorzuschreiben.
Leider gehöre ich zu denen, die sich nur extrem schwer an diese Zeitverschiebung gewöhnen und ich fühle mich diskriminiert, jawohl! (Gab es da nicht so ein Gesetz gegen?) Und das um so mehr, als manch früher Vogel mir dann noch unterstellt, ich wolle mich ja gar nicht daran gewöhnen, weil ich ja von vornherein etwas gegen die Sommerzeit habe.
Apropos Vögel… und nur mal so nebenbei: Wer fängt eigentlich die späten Würmer?
Nein, mittlerweile bin ich sogar in einem Alter, in dem ich sogar gern etwas früher aufstehe, um mehr Zeit für mich zu haben, mir mit etwas Frühsport Bewegung zu verschaffen usw. Ein richtiger, genetisch bedingter Morgenmuffel bin ich wohl doch nicht. Aber jetzt müsste ich ja noch früher aufstehen - zuviel des Guten. Und: Mein Zeitgefühl ist (helligkeits- und sonnenstandsbedingt) im Eimer. Und wenn ich entsprechend früher ins Bett will, fängt der Nachbar um 22.00 Uhr noch an, zu Grillen - es ist ja noch hell! Na prima! :-/
(Und heute: Trotz des leider wohl vorübergehend schönen Wetters heute liegt auf dem Essigberg bei Kassel noch stellenweise Schnee.)
Und wozu das alles?
Die Antwort ist einfach: Für nichts, gar nichts, überhaupt nichts.
Ehrlich, mir hat noch niemand einen irgendwie fundierten Vorteil nennen können. (Wer unbedingt eher aufstehen will, kann das doch auch ohne Sommerzeit tun.) Und wenn ich mich so in den verschiedenen Medien umsehe, scheinen auch von wissenschaftlicher Seite wohl keine Gründe vorzuliegen.
Alle vermeintlichen Vorteile beruhen anscheinend auf individuellen Gewohnheiten oder auf - halten Sie sich fest - GLAUBEN, ANNAHME, VERMUTUNG! Nichts weiter. Am meisten amüsiert mich dabei noch die These der Energieersparnis. Weiß eigentich jemand, wie groß der Energieaufwand ist, weil die Leute früher aufstehen und dann noch mehr heizen müssen. Und im Sommer steigt dann nachmittags in warmen Gegenden noch der Stromverbrauch durch die vermehrte Nutzung von Klimanalagen. Und das ist keine Vermutung: In den USA hat eine wissenschaftliche Studie ergeben, dass durch die Sommerzeit sogar noch mehr Energie verschwendet wird gerade für Privathaushalte. Die Kosten für die zusätzliche Umweltverschutzung im Staate Indiana, in dem die Studie durchgeführt wurde, werden auf Millionenbeträge beziffert.
Und das in Zeiten des Klimawandels!
Die Sommerzeit entpuppt sich also immer mehr als grober Unfug - millionenteurer Unfug. Und da anscheinend 62% der Bevölkerung schon dieser oder ähnlicher Meinung sind: Schafft die Sommerzeit ab! Jetzt!



1 response so far ↓
Thomas // März 31, 2008 at 8:17
Ich gehöre definitiv zu den 62% der ablehnenden Bevölkerung, was die Zeitumstellung betrifft. Was irgendwann mal eventuell gut war (glaube ich sowieso nicht dran), muss nicht beibehalten werden nur mit der Begründung: weil wir es immer so hatten.
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