Das Leben usw.

Wie weit kann man überhaupt sehen?

März 23, 2008 · 2 Kommentare

Die Frage haben mir ein paar Kinder im Bekanntenkreis tatsächlich einmal gestellt - warum auch nicht.

Forscher der Pennsylvania State Universität bestätigen einen Rekord: Sie beobachteten die Explosion einer Supernova. Nun sind Sterne bekanntlich seeehr weit weg. Aber wir sehen ja oft viele davon. So etwa 2000 sollen mit bloßem Auge erkennbar sein. Dabei sind Städter gegenüber den Landbewohnern in klarem Nachteil - es liegt an der Lichtverschmutzung. Dort, wo sich Fuchs und Hase eine gute Nacht wünschen, kann man sogar bis etwa 2500 Sterne und andere kosmische Objekte sehen. So z.B. den Andromeda-Nebel, der allerdings nicht aus Nebel besteht, sondern aus etwa 1 000 000 000 000 Sternen (= 1 Billion, also 1000 Milliarden). Die Entfernung: So etwa 2,4 bis 2,7 Lichtjahre. Ja, das ist ganz schön ungenau, aber bei den Entfernungen kommt es nicht auf die eine oder andere Million Kilometer an. Übrigens mal zum Vergleich:

  • Der Mond ist etwa 1,3 Lichtsekunden weit weg.
  • Von der Sonne braucht das Licht bis zu uns im Mittel etwa 8,3 Minuten um die knapp 150 Millionen Kilometer zu überbrücken. (”Mutter, die Sonne geht auf.” “Junge, guck nicht immer so viel Fernsehen!”)
  • Die mittlere Entfernung zum äußersten Planeten unseres Sonnensystems, Neptun (Pluto gilt nicht mehr als Planet) beträgt etwa 4 Lichtstunden.
  • Unser Sonnensystem hat eine Durchmesser von etwa 150 Lichtstunden (jaja, Neptun ist näher, aber da fliegt ja noch jede Menge anderes Geröll herum).
  • Der nächste Stern ist übrigens schon etwa 4 Lichtjahre weit weg. Deshalb ist da auch noch keiner hin gereist. Denn einerseits erhöht die Bahn ja immer wieder die Preise und andererseits, wird einem unterwegs wahrscheinlich ziemlich langweilig. Da hilft es auch nichts, wenn man sternhagelvoll ist.

Egal, wie: Wenn wir 2,4 bis 2,7 Millionen Lichtjahre weit mit boßem Auge sehen können, dann ist das verdammt weit.
Aber Andromeda hielt noch nicht den Rekord für Weitsehen mit bloßem Auge. Die Galaxie M33 ist wohl auch noch so zu sehen und die ist sogar 2,9 Millionen Lichtjahre weit weg. (Also gut, ich persönlich habe sie noch nicht entdeckt… aber hier in der Stadt… und in meinem Alter… ) Aber jetzt:

Tja, jetzt kommt der Hammer: Die oben erwähnte Supernova-Explosion war wohl auch kurze Zeit mit bloßem Auge sichtbar (nicht nur mit einer NASA-Sonde). Und sie war (Trommelwirbel) tatsächlich (jetzt haltet euch fest) SIEBEN … KOMMA … FÜNF … MILLIARDEN … LICHTJAHRE … weit weg.

Man kann es sich auch einfacher merken: Das ist ganz einfach einmal halb durch das bekannte (!?) Universum!

Da bekommen die Begriffe Kurz- und Weitsichtigkeit eine ganz neue Bedeutung!

(Übrigens, der neue Merksatz zu den acht Planeten lautet einfach so: Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel - für Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun in der Reihenfolge ihrer Entfernung zur Sonne.)

Kategorien: Nur mal so nebenbei · Rätsel des Alltags · Wissenschaft

2 Antworten so far ↓

  • Boris // März 24, 2008 um 3:52 Uhr nachmittags

    Und das heißt ja, dass diese Supernova gut 3 Milliarden Jahre vor der Entstehung unseres Planeten stattfand. Ist als schon ein paar Tage her. Alter Kram also eigentlich.

    Aber schon die 4-Lichtjahre- Reise zum nächsten Planeten mit der Bahn wäre völlig ernüchternd, weil die sicher anzunehmende Verspätung derart monströs wäre, dass uns dort am Zielbahnsteig nicht die lieben Verwandten erwarteten, sondern deren Urenkel.

  • home42 // März 24, 2008 um 5:14 Uhr nachmittags

    Danke für den Kommentar! An das Problem mit der Verspätung hatte ich noch gar nicht gedacht. Das ist ein wichtiger Hinweis! Reisen würden erheblich komplizierter. (”Guten Tag, die Fahrscheine und die Rentenbescheide bitte…” ;)
    Und Du hast Recht: Das ist eigentlich wirklich alter Kram. Und wir erfahren’s wahrscheinlich wieder als letzte. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir, vom Standpunkt des Universums aus betrachtet, ganz schön hinter dem Mond leben. Vielleicht erklärt das auch die mangelnde Pünktlichkeit unserer Bahn.

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