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Linutop 1 & 2: Zwei Rechenzwerge aus dem Land der Liebe

März 2, 2008 · 1 Kommentar

Kleine Computer liegen im Trend. Dabei hörte man in letzer Zeit immer mehr von den kleinen mobilen Geräten wie dem EeePC usw. Doch daneben tut sich auch bei den Desktop-Rechnern einiges. Und gerade das freie Betriebssystem Linux ermöglicht hier vieles.

So ist ein weiteres Beispiel für einen Rechenzwerg der französische Linutop. Hierbei handelt es sich um einen bzw. zwei kleine geräusch- und lüfterlose Desktop-PCs von der Größe etwa eines frühen Walkmans oder eines Buches. Gedacht sind diese PC z.B. für öffentliche Terminals, Warteräume, Bibliotheken, Büros, Schulen oder überall da, wo Informationsterminals gebraucht werden. Aber auch als File-, Home- oder Webserver sind die Linutop-Brüder offenbar einzusetzen.

Linutop 1 besticht durch die Rechenpower eines AMD Geode LX700, 256 Mb RAM und 1GB über USB extern angeschlossenem Dauerspeicher. Linutop 2 strotzt mit einem Geode LX800, 512 MB und sage und schreibe 1GB internem Flash-Speicher. Aber im Ernst: Was Windows-Usern und Microsoft-Fans absolut lächerlich erscheinen muss, recht hingegen unter Linux zum Arbeiten, Surfen, zum Einsatz als Thin Client oder auch als Medienstation im Wohnzimmer völlig aus. Linutop 2 ist sogar in der Lage, OpenOffice auszuführen. Geringes Gewicht und bescheidene Gehäuseabmessungen ermöglichen völlig neue Unterbringungsvarianten, etwa an der Rückseite eines Flachbildschirms (siehe Bild).

Sensationell ist die Leistungsaufnahme: Linutop 2 wird mir gerade einmal 8 Watt angegeben, wobei mir die Angabe 12V, 3,3 A sogleich einige Ideen in den Kopf setzt, was man mit dem Gerät an Bord eines Autos so alles anstellen könnte – gerade auch, weil die Notwendigkeit eines Lüfters entfiel. Linutop 1 zeigt sich energiemäßig noch umweltfreundlicher mit einer Aufnahme von nur 5 Watt. Jede Kühlschranklampe verbraucht mehr.
Nun erscheint mir Linutop 2 für viele Anwendungen doch interessanter zu sein, weshalb ich im Folgenden mich hauptsächlich mit dieser Variante beschäftige, zumal er mit 280 Euro nur 30 Euro mehr kostet, als sein kleiner Bruder.
Das Betriebssystem Linutop-OS basiert auf einer speziell anbepassten XubuntuLiveCD, dürfte also eine anständige grafische Oberfläche mitbringen. Viele Linux-User kennen und lieben den xfce-Desktop, auch wegen seiner sensationellen Arbeitsgeschwinigkeit. Ubuntu steht für gute Bedienbarkeit und eine exzellente Treiberversorgung.
Von den 1 GB Flash-Speicher wird allerdings schon der Großteil vom OS und der Anwendungssoftware belegt, so dass nur ungefähr 400 MB frei zur Verfügung stehen. Wer Linux kennt, weiß allerdings, dass viele Anwendungen hier mit deutlich weniger Platz auskommen als unter Windows-Betriebssystemen.
Bereits installiert sind:

  • Firefox (Internet-Browser)
  • Gaim (Instant-Messenger)
  • Abiword (Linutop 2 ist in der Lage auch OOo auszuführen)
  • Orage (Kalender und Aufgaben-Manager)
  • Evince (PDF-Viewer)
  • VLC (Video-Player)
  • Gqview (Bildbetrachter)
  • Thunar (der xfce Datei-Manager)
  • Mousepad (einfacher Texteditor)
  • Gcalctool (Rechner)

Der Speicher kann schreibgeschützt werden, was die Linutops unanfällig gegen jede Art von Schadsoftware und Manipulation durch Benutzer macht. Trotzdem ist die Installation von zusätzlicher Software oder gar eines eigenen Betreibssystems für Administratoren mit Passwort über USB leicht möglich. Im Linutop-Wiki gibt es sogar Anleitungen für die Installation von eigenen Custom-Versionen von Ubuntu oder Debian Etch oder auch Puppy- und Damn Small Linux.
Für den Einsatz als Server steht auf der Linutop-Homepage ein LAMP-Image zur Verfügung, allerdings bislang nur als beta-Version (LAMP = Linux, Apache, MySQL, PHP).
Insgesamt gesehen erscheinen mir die Linutops als sehr interessante Produkte, sowohl für geschäftliche, als auch zahlreiche private Anwendungen. Einfach, sicher und umweltfreundlich (zumindest im Energieverbrauch), ergänzen sie das bisherige Spektrum lüfterlose und kleiner Computer, wobei die Linutops sicherlich mehr auf einige professionelle Einsatzgebiete zugeschnitten sind, als ein EeePC. Dieser hat für den privaten Alltagsgebrauch natürlich ganz andere Vorteile. Ich könnte mir aber Vorstellen, dass die Linutops auch für noch bisher nicht anvisierte Einsatzgebiete, wie z. B. in Fahrzeugen interessant sein könnten. Sie könnten dort eine Position zwischen Embedded Systems und normalen PCs einnehmen. Sicherlich gibt es solche Systeme schon, aber unschlagbarer Vorteile der Linutops dürften der geringe Preis und die freie Software-Verfügbarkeit sein, so dass auch kleine oder mittlere Unternehmen hier Möglichkeiten haben dürften.

In diesem Sinne: Vive la France!

Weitere Informationen:
Linux-Magazin
Pro-Linux

Kategorien: Computer · Linux · Software · Technik · Umwelt

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