Eigentlich hatte ich heute ein recht nettes Erlebnis mit dem Service meines Mobilfunkanbieters. Gut, seit dem ich auf einen billigeren Tarif umgestiegen bin, ist die Kundenhotline kostenpflichtig, weshalb man sich dort sicherlich mehr Zeit für mich nahm. Aber trotzdem: Die Frau war sehr nett, kompetent und zu Entscheidungen befugt, was man in den üblichen Call-Centern eigentlich nicht findet.
So weit so gut. Aber auch wenn ich diese und auch sonst gute Erfahrungen mit diesem Anbieter gemacht habe, so stellte ich, als ich mich über mobiles Internet und E-Mail informierte fest, dass im Falle einer Anmeldung, meine Daten über ein Unternehmen laufen, dass seine Firmensitze in London und Tel Aviv hat. England gehört laut dem Bericht von Privacy International im Datenschutz ja sowieso schon zu den ‘schwarzen Nationen‘ und Israel immerhin zu den Landern mit “systematic failure to uphold safeguards” (systematischen Versagen von Datenschutzmaßnahmen - Übers. home42).
Na subber! Kriegen außer BKA, BND, Verfasssungsschutz und CIA auch gleich noch MI6 und Mossad alles frei Haus geliefert…
Ich werde das wohl über die kostenpflichtige Hotline meinem Anbieter mitteilen. Ob es bei anderen Anbietern besser ist???
Von dem Angebot für E-Mail auf das Handy werde ich jedenfalls hier keinen Gebrauch machen.
ich habe da so einen Traum. Den Traum, dass Datenschutz in den Augen von Unternehmen und Wirtschaftspolitikern als Standortvorteil erkannt werden könnte…
P.S.: Auch, wenn ich nichts zu verbergen habe, muss das ja schließlich nicht gleich jeder wissen!



2 responses so far ↓
Ahasver // Februar 1, 2008 at 12:11
spannend und passt zum Thema
“Im Internet geben immer mehr Nutzer – zumeist freiwillig – ihre letzte Intimität preis. Dabei sind die privaten Daten des Einzelnen mittlerweile zu einer profitablen Währung im World Wide Web geworden. Zwar werden zahlreiche Online-Dienste als kostenlose Angebote beworben – gratis sind sie deshalb allerdings noch lange nicht.1
Längst sind die Internetnutzer mehr als nur Konsumenten; ihre privaten Daten selbst werden zur wichtigsten Ressource einer sich neu orientierenden Werbeindustrie. Über die weitergegebenen Informationen verlieren die Nutzer nicht nur vollständig die Kontrolle; vielmehr werden die Bürgerinnen und Bürger regelrecht ihrer Privatsphäre enteignet.”
http://blaetter.de/artikel.php?pr=2766
home42 // Februar 2, 2008 at 9:11
Ein wirklich sehr spannender Artikel, unbedingt lesenswert - wie die Blätter für Deutsche und Internationale Politik überhaupt.
Spontan kam mir zu dem Thema noch der Gedanke: Mein Gott, wenn die Stasi das geahnt hätte…
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