Im stillgelegten AKW Krümmel hat es mal wieder einen meldepflichtigen Störfall gegeben. Eine Pumpe im Kühlmittelkreislauf war nach einem Kurzschluss in einem Elektromotor ausgefallen.
Man stelle sich vor, es hätte im Juni nicht im Transformatorhaus gebrannt – mit wievielen der inzwischen entdecken Fehler wäre der Schrottreaktor wohl weitergelaufen? Und wie weit? Schon 1986 wurde auf dem Gelände der Anlage an einigen Stellen eine hohe Radioaktivität festgestellt, ab Ende 1989 ein Anstieg der Leukämiefälle in der Region um das AKW Krümmel. Damals konnte die Ursache der Verseuchung nicht geklärt werden. Trotzdem war aus Industrie und Politik immer zu hören, die deutschen Atomkraftwerke seien sicher.
Der beschönigende Begriff „Störfall“ entspricht übrigens auf der siebenstufigen International Nuklear Event Scale (INES) übrigens der Stufe 2 und ist somit nicht der geringste sicherheitskritische Vorfall. Lediglich Stufe 0 bezeichnet Ereignisse, die ohne nur von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung sind.
Wer sich über den halbwegs aktuellen Stand meldepflichtiger Vorfällen in deutschen AKW informieren möchte, kann dieses z.B. in den Quartalsberichten des Bundesamtes für Strahlenschutz tun.
Krümmel hat bewiesen: Von „safety first“ kann der Hoch-Risiko-Branche Atomkraft wohl keine Rede sein, eher schon von „money first“. Leider habe ich vergessen, welcher ranghohe Politiker nach dem Brand und der anschließenden Diskussion über Atomkraft doch tatsächlich meinte, ältere Reaktoren seien sicherer als neue, weil sie ständige modernisiert würden, sonst würde ich gleich mal bei Abgeordnetenwatch nachsehen, welche Verflechtungen da bestehen.
Erneuter Störfall: Ist Krümmel ein Schrott-Reaktor?
November 2, 2007 · 1 Kommentar
Kategorien: Politik · Wirtschaft


1 Antwort bis hierher ↓
docspecht // Juli 5, 2009 um 11:13 |
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will den zweitgrößten niederländischen Stromerzeuger Nuon für 8,5 Milliarden Euro übernehmen.
aber kein geld für neue transformatoren
30 Jahre alte Schrottdinger
Keine kleine Firma geht das Risiko ein plötzlich auf einen Trafoausfall angewiesen zu sein.
Vattenfall go home
Nicht nur Profil im Ausland zählt
Zuhause seit Ihr viel sorgsamer
Schämt Euch. Es ist unser Leben hier.