Das Leben usw.

Was ich an meinem Linux so sehr liebe (Teil 1)

Oktober 19, 2007 · 4 Kommentare

Wieder einmal war oldman mit seinem Blog zeitsturz, dieses Mal mit seinem Artikel über die neue Ubuntu-Linux-Version, eine große Anregung für mich. Während ich einen Kommentar zu besagtem Artikel schrieb, fiel mir ein, dass ich ja auch noch ein WindowsXP auf der Platte meines Laptops (IBM Thinkpad R51) habe. Warum benutze ich die eigentlich kaum? Warum liebe ich dagegen Linux geradezu? So starte ich mit diesem Post eine kleine Serie zum Thema, ganz subjektiv. Ich bin auch kein Experte, nur langjähriger User. (This comes with absoluteley no waranty!)

Gut, Ich gebe es zu: Außer, dass Linux meiner Meinung nach ein fantastisches Betriebssystem ist, wurde es (ich glaube von Ubuntu-Gründer Marc Shuttleworth) auch schon als neue soziale Bewegung bezeichnet. Ubuntu-Linux zum Beispiel verfolgt ganz klar ein soziales Ziel: Die Versorgung der Bevölkerung (gerade auch in Entwicklungsländern) mit guter, kostenloser Software und damit Ermöglichung einer Teilhabe an der globalen Informationsgesellschaft.
Wolff von Rechenberg hat noch eine weitere, sehr interessante Deutung des Linux-Phänomens: „Da steckt kein Marketing dahinter. Wie ich schon in Götterdämmerung für Bush und Gates ausgeführt habe, steckt hinter dem Erfolg von Linux ein Bedürfnis der Anwender.“ (Hervorhebung: home42)

Tatsächlich trifft das gerade auf meine Situation zu. WindowsXP benutze ich lediglich noch für ein paar wenige Programme, die ich (selten) noch beruflich benötige, aber eigentlich auch mit der Emulator-Software Wine in Linux einbinden könnte. (Aber dazu war ich bisher zu faul.) Ansonsten habe ich noch eine etwas exotische Hardware für Midi- und Harddisk-Recording (Emu 1616), für die es tatsächlich keine Linux-Treiber gibt. Das war’s. Mein Bedürfnis nach Linux lässt sich einfach so beschreiben: Ich wollte einen Computer, der einfach funktioniert. Und genau das leistet Linux: Eine leichte Installation, ein paar kleine Nacharbeiten und dann… läuft’s!
Und mal ehrlich; Unter Windows gibt es genug Nacharbeiten nach der Installation. Allein, bis ich erst mal die nervigen gelben Blasen abgeschaltet hatte… (Tuning-Tipps für die,die bei XP bleiben wollen: www.musicxp.net) und dann noch die Treiber-Updates…
Apropos Treiber:
Etwas was ich an Linux liebe ist, dass ich mir eigentlich keine Gedanken über Treiber machen muss. Unter Linux funktioniert das im Allgemeinen so: Hersteller stellen der Linux-Community Treiber, Treiberdaten oder wenigstens Hardware-Daten zur Verfügung, so dass entweder der Treiber gleich ins System integriert wird, oder die Comunity anhand der Daten Linux-Treiber entwickelt, die dann integriert werden können. Das kann dann so ein bis drei Monate dauern, so dass allerneuste Hardware unter Linux etwas mit Vorsicht zu genießen ist. Hewlett Packard, zum Beispiel, stellt der Community gleich die Treiber zur Verfügung. Es gibt aber auch Hersteller, die nichts ‘rausrücken. Ich hatte mal einen Scanner, für den hat ein freier Programmierer selbst alles herausfinden müssen, um dann einen Treiber zur Verfügung stellen zu können. Das dauert dann etwas. Dass Grellste war: Der Hersteller dieses Scanners hat damals ganz nassforsch Linux-Anwender auf die Seite dieses Programmierers verwiesen, während der monatelang ohne vernünftige Daten war.

In der Praxis hat sich bei mir aber gezeigt, dass ich mit Linux beim Drucken (und das ist ja das Wichtigste) fast überall nach dem Motto verfahren kann: Einstöpseln und funktioniert„. XP fragt da meistens nach der Treiber-CD des Druckerherstellers. Komm damit einer mal in wechselnden Umgebungen Klar. Der Sys-Admin in unserer Betrieb würde mir einen Vogel zeigen. Lediglich für den Druck von Photos oder Folien benutze ich manchmal die komerzielle Software „turboprint„, die dann alle Möglichkeiten meines Druckers ausreizt. (Kostet knapp 30 Euro und ist zur Zeit das einzige Programm unter Linux, für dass ich Geld bezahlen musste.) Wobei: Ich glaube mit dem neuen Linux-gutenprint-System geht das auch. Habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Fazit also: Sofern es nicht um exotische Geräte oder gerade auf dem Markt erschienene Hardware geht, brauche ich mir bei Linux um Treiber keine Gedanken zu machen. Aber wer braucht schon die allerneuste Hardware? (Dort sind auch unter Windows die Treiber meist nicht ausgereift und voller Bugs.)
Da sind wir gleich beim nächsten Thema, den Hardware-Anforderungen:
Linux ist skalierbar: Das kleinste Linux läuft, so weit ich weiß, in einer Armbanduhr, das größte auf einigen der größten Rechner des Planeten. Im Jahr 2006 lief es auf 75% der schnellsten 500 Supercomputer, um genau zu sein.
Was bedeutet das für mich? Wenn ich für meinen alten AMD K6+ 450 MHZ mit 256 MB RAM ein Betriebssystem suche, mit dem ich schnell und einfach arbeiten kann… Linux. Und wenn’s ein 486er wäre – auch kein Problem. Ubuntu braucht beispielsweise in der Version 6.06 nur 192MB RAM, es gibt auch Linusdistributionen, die weniger als 64 MB brauchen. Damn small Linux etwa ist insgesamt nur etwas 50 MB groß. Okay, das bedeutet ein klein wenig Verzicht auf Komfort bei der grafischen Oberfläche, aber dafür geht das System auch auf älterer Hardware ‘ab wie Schmidts Katze’! Man überlege sich: ein OS, dass selbst bei 64 MB Arbeitsspeicher noch komplett aus dem RAM läuft… boah!
Jeder kennt das: Ein neues Windows kommt ‘raus und entgegen allen Beteuerungen heißt es nach einem Umstieg erst mal PC-aufrüsten, mindestens das RAM, evtl. auch ein neuer Professor.
Geschwindigkeit:
Was ich bei Linux so liebe: ich habe meinen R51 jetzt seit über drei Jahren, und mit jeder neuen Linux-Version wird er schneller und schneller. Und wer tatsächlich einmal einen Cluster-Rechner ausrüsten will: Kein Problem, die Software gibt’s meist kostenlos. Übrigens: Auch mein Drucker ist längst nicht neu – hp deskjet 895cxi – jetzt sieben Jahre alt und trotzdem super! Mein Gott, was ich mit Linux schon an Geld gespart habe, geht, glaube ich, in die Tausende…

(Zu Teil 2)
(Zu Teil 3)
(Zu Teil 4 – letzter Teil)

Kategorien: Computer · Linux · Netz · Persönlich · Technik

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