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Meine Erfahrungen: Medion Navi MDPNA465 (Teil 1)

Juli 20, 2007 · 2 Kommentare

Nachdem immer wieder Leute Informationen über dieses Gerät nachfragen, möchte ich nun etwas vollständiger darüber schreiben. Natürlich übernehme ich keinerlei Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit der Angaben. Ich kann nur über MEINE Erfahrungen berichten. Auf Features wie MP3-Player und Bildbetrachter gehe ich hier nicht ein. Die benutze ich nicht.

Wie aus den bisherigen Posts zu erfahren hatte ich etwas Ärger mit dem Gerät, der aber jetzt behoben ist. Der Fehler lag wahrscheinlich in einer defekten SD-Speicherkarte, was halt mal passieren kann. Hat mich aber echt Nerven gekostet. Dabei kann ich die Schuld aber nicht Medion geben. Zu Beginn ging’s ja. Wie gesagt, es kann halt mal passieren, dass ein Halbleiter kaputt geht. Die mitgelieferte 1GB-Karte habe ich gegen eine 2GB-Karte ausgetauscht, so dass ich reichlich Platz auch noch für andere Daten hätte.

Allgemein bin ich inzwischen mit dem Gerät sehr zufrieden.

Der Lieferumfang ist im Medion-Shop beschrieben. Das Autoladegerät mit Anschluss für den Zigarrettenanzünder und Mini-USB-Stecker auf der anderen Seite benutze ich gelegentlich auch um meinen Büro-PDA von Palm oder meinen MP3-Player unterwegs aufzuladen.

Die Akku-Laufzeit wird vom Hersteller, glaube ich, mit etwa 5 Stunden angegeben. Energiespareinstellungen lassen sich durchführen. Bei voller Helligkeit des Displays wird sie vermutlich kürzer sein. Im Auto schließt man eben das Ladegerät an.

Die Saugnapf-Halterung für die Windschutzscheibe nist recht stabil und hält gut. Hebel umlegen und sie ist fest! Sie lässt sich noch durch Herausziehen verlängern. Der schwenkbare Teil ist noch einmal in kurzer und etwas längerer Ausführung mitgeliefert, sehr variabel und durchdacht also.

Das Gerät:

Es handelt sich im Prinzip um einen PDA mit WindowsCE Betriebssystem in Version 5. (Linux wäre mir lieber.) Es lässt sich auch noch andere Software installieren. Das habe ich aber nicht ausprobiert. An die normale Windows-Oberfläche kommt man, wenn man den Knopf für die Aktivierung der Zieleingabe beim Neustart gedrückt hält. Normalerweise erscheint die Medion-Oberfläche mit Navigation, Bildbetrachter, MP3-Player und Einstellungsmenü. In einem der Menüs des Navigationsprogramms kommt man auch zu einem Punkt, wo man von dort aus die anderen Anwendungen starten kann. Ich nehme mal an, dass das für weitere selbst installierte Programme auch gilt. Ausprobiert habe ich das nicht.

Bedienung:

Die Bedienung ist wirklich äußerst intuitiv. Zum Navigieren braucht man die Anleitung definitiv nicht, wenn man schon mal einen PC und eine Maus in den Fingern gehabt hat. Wer will, kann sich beim ersten Start eine kleine Einführungstour durch die Bedienung zeigen lassen. Ansonsten gibt’s auch Hilfe-Buttons.

Navigation:

Ich bin immer wieder fasziniert, wie gut das klappt. Die Karten stammen von 2006, sind also recht neu. Neuere kann man wohl nicht erwarten, schließlich dauert die Herstellung einige Zeit. Die einzigen Fehler, die ich feststellen konnte: Einmal war eine Spielstraße die in Form einer 8 verlief an der Verbindung mit Pollern gesperrt, so dass ich nur außen herum fahren konnte, während mich das Navi den kürzeren Weg mitten durch lotsen wollte. So etwas ist halt auf Karten nicht zu sehen und man kann ja schlecht alle möglichen Strecken abfahren. Ein anders Mal hörte ich das “Sie haben ihr Ziel erreicht” schon zu Beginn einer Straße, obwohl die eingegebene Hausnummer in der Mitte der Straße lag. Dieses war allerdings in einem Dorf. Man kann davon ausgehen, dass hier die Hausnummern nicht so genau erfasst sind, wie in Städten. Abgesehen von diesen Kleinigkeiten ist die Navigation sehr, sehr zuverlässig.

Einige Male bin ich auch schon durch das Gerät um Staus herumgelotst worden, d. h. mit Navi bin ich noch in keinen Stau geraten. Das Gerät meldet dann “Verkehrsstörungen” auf der geplanten Route und aktualisiert diese, berechnet binnen Sekunden eine neue Route. Dieses funktioniert über TMC oder TMC/pro. Eine mitgelieferte Wurfantenne muss mit zwei kleinen Saugnäpfen an der Windschutzscheibe befestigt werden. Sieht nicht toll aus, aber außerbei Autobahnfahrten braucht man das wohl auch eher selten und es geht schnell, die Antenne an- und abzubauen. Sie lagert bei mir meistens im Handschuhfach.

Die Ansagen:

Die Ansagen sind (fast) immer rechtzeitig. Lediglich bei einer Neuberechnung der Route, wenn ich z. B. von der ursprünglich geplanten abgewichen bin oder schlicht gepennt habe, kann es vorkommen, dass die nächste Ansage ausbleibt oder etwas zu spät kommt. (Das ist extrem selten. Ich habe aber mal bewusst versucht, das Ding durcheinander zu bringen und bin wild durch kleine Nebenstraßen gefahren und willkürlich abgebogen, um es zu testen.) Das ist aber kein Problem, da auch dann eben einfach eine neue Route berechnet wird. Das Gerät führt jedenfalls zuverlässig zum Ziel. In der Regel erfolgen die Ansagen einige hundert Meter vor einer Kursänderung und dann noch einmal etwa 50 bis 70 Meter vorher, wobei etwaige gleich anschließende Richtungsänderungen gleich mit angesagt werden (”In hundert Metern rechts abbiegen, dann gleich scharf links abbiegen!”) Auf Autobahnen erfolgen die Erstansagen (”Demnächst…”) einige Kilometer vorher und dann noch einmal, wenn es Zeit ist aufzupassen, sich evtl. einzuordnen, die Geschwindigkeit anzupassen usw. und dann noch einmal, wenn der Blinker tatsächlich zu setzen ist. Dabei ist meine Feststellung, dass genau der Text der Hinweisschilder angesagt wird, also etwa “DU-Häfen” statt “Duisburg-Häfen”. Praktisch. Entspanntes Fahren also!

Die Lautstärke der Ansage lässt sich nicht einstellen, ist jedoch bisher immer ausreichend gewesen, auch bei höheren Geschwindigkeiten (ich fahre Golf IV Benziner).

Angenehm finde ich dabei die 3-D-Ansicht, die in etwa so aussieht, als würde ich aus einigen Metern Höhe auf die vor mir liegende Straße blicken. Straßenverlauf, Spuren (im Stadtverkehr) usw. sind genau zu erkennen und erleichtern die Orientierung. Aber Vorsicht: Den Seitenblick auf’s Navi nur vor der roten Ampel wagen, schließlich ist das kein Radar-Gerät, das plötlich auftauchende Fußgänger oder Autos zeigen kann.

Die Navigation funktioniert übrigens auch in Tunnels sehr gut, oder wenn in engen Straßenschluchten nicht die erforderlichen 4 Sateliten in Sichtweite sind. Mit einer etwas größeren Ungenauigkeit ist aber zu rechnen. Zur Genauigkeit allgemein: Bei extrem günstigen Bedingungen kann ich mit der Kompass-Ansicht, die auch die geografische Position nach Länge und Breite angibt, sehen, ob ich am einen oder anderen Ende meines Wohnzimmers stehe.

Für Radfahrer ist das Gerät aber nur bedingt geeignet: Zwar ist auch eine Radhalterung erhältlich, die mitgelieferten Karten sind allerdings ausschließlich Straßenkarten. Navigation unter Berücksichtigung vonRadwegen usw. ist nicht möglich.

Nützlich ist das Gerät aber auch, um sich in der näheren Umgebung quasi umzusehen - ohne Papierkarte. So suchte ich neulich mit einer Freundin einen etwas versteckten Baggersee. Mit dem Navi konnte ich sozusagen hinter Hecken und Bäume sehen und den See finden. Dazu lässt sich mit einem Doppelklick die angezeigte Karte mittels des Stiftes auf dem Bildschirm verschieben.

Ansichten:

Es gibt im wesentlichen drei (vier) Ansichten:

  • Die 2-D-Ansicht: Das Gerät zeigt eine Karte, deren Symbole und Kodierung wie eine normale Straßenkarte zu lesen ist. Die berechnete Route ist immer blau markiert. Dabei lässt sich einstellen, ob die Karte immer in Fahrtrichtung gedreht, oder immer nach Norden ausgerichtet sein soll. Unterwegs erfolgt ein automatischer Zoom. Wenn keine Änderung der Richtung ansteht erhält man so einen guten überblick. In Ortschaften oder bei Annäherung an einen Punkt, an dem ich irgendwas machen muss, wird herangezoomt, so dass ich die nötigen Einzelheiten sehen kann. Es ist auch möglich manuell zu zoomen und einen festen Zoomfaktor beizubehalten, wenn man mag.
  • Die 3-D-Ansicht: Das Gerät zeigt, das Gebiet vor dem Fahrzeug aus einer Perspektive ein paar Meter über dem Boden. Dabei sind etwas die nächsten 100 bis 200 Meter sichtbar (geschätzt). Der Zoom verändert sich nicht. Die ansicht zeigt sinnvollerweise immer in Fahrtrichtung. Auch hier ist die berechnete Route immer blau markiert.
  • Die Pfeilansicht: Das Gerät zeigt mit großen, deutlichen Pfeilen an, wo’s lang geht. Dabei wird - ähnlich wie auf Verkehrsschildern, der Straßenverlauf schematisch angedeutet (so etwa, wie bei einer abknickenden Vorfahrtstraße). Die Fahrtrichtung wird dabei dicker dargestellt. Vorsicht: Das bedeutet natürlich nicht, dass es sich um eine Vorfahrtstraße handelt. Ein Fortschrittsbalken an der linken Seite verdeutlicht dabei grafisch die Entfernung bis zum Manöver.
  • Es ist auch möglich, die 2-D-Ansicht (Karte) und die Pfeilansicht zu kombinieren. Man sieht die Karte mit automatischem Zoom und bei einem anstehenden Manöver wird automatisch die Pfeilansicht samt Fortschrittsbalken für die Entfernung eingeblendet.
  • Weiterhin gibt es die Kompass-Ansicht: Das Gerät zeigt eine je nach Lage rotierende Kompassrose an und die geografische Position nach Länge und Breite auf etliche Stellen hinter dem Komma genau. Wer also bestimmte geografische Position in der freien Wildbahn ansteuern will, wir auch dabei unterstüzt.

Die Helligkeit des Bildschirms ist immer ausreichend, außer, wenn die Sonne direkt darauf scheint, was sich aber durch eine geeignete Anbringung im Fahrzeug verhindern lässt. Etwas umständlich ist aber, dass man die Helligkeit für Nachtfahrten nur über das Menü herunterregeln kann. Zwar lässt sich eine automatische Tag- und Nachtansicht auswählen, die aber für meine Augen nicht unterschiedlich genug ist. Bei Sonne drehe ich auf “volle Pulle”, was mich Nachts blenden würde. Vielleicht baut Medion ja mal den Luxus eines Sensors ein, der das Display nach Außenhelligkeit automatisch regelt.

(Zu Teil 2)

(Zu Teil 3: Reise mit Navi)

Kategorien: Computer · Erfahrungsberichte · Technik

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