Das Leben usw.

Deutschland, China und der Dalai Lama

Mai 11, 2008 · 2 Comments

Ein Bekannter fragte mich heute morgen provokativ: Was hat die deutsche Bundesregierung mit der chinesischen Regierung gemeinsam? Beide empfangen den Dalai Lama nicht.

Natürlich kann man die deutsche und die chinesische Politik nicht in einen Topf werfen. Natürliche gibt es gravierende Unterschiede. Aber auch mir stellen sich Fragen:

Ist unser Reden von Freiheit und Demokratie nur hohles Gefasel? Setzen sich Deutschland nicht mehr aktiv für das Selbstbestimmungsrecht der Völker ein? Gerade Deutschland, dass auf seinem Boden zwei Diktaturen überwinden musste? Schließen wir uns lieber finanzstarken Geschäftspartnern an, auch wenn wir unsere viel beschworenen Werte damit aushöhlen?

Warum empfängt Bundespräsident Köhler den Dalai Lama nicht? Warum nimmt er sich nicht die Zeit? Was ist ihm denn zu dieser Zeit wichtiger? WArum ist es wichtiger? Warum will er offenbar kein Zeichen der Solidarität mit einem unterdrückten Volk setzen in einer Zeit, wo auch das von China gestützte Millitärregime in Birma lieber Menschen verhungern lässt, statt Hilfe in erforderlichem Umfang zuzulassen?

Warum hat sich auch unsere Bundeskanzlerin - derzeit auf Dienstreise in Lateinamerika - nicht dafür gesorgt, dass das Oberhaupt der Tibeter wenigstens von einem nachrangigen Vertreter der Bundesregierung empfangen wird? Gerade Angela Merkel, die immerhin die DDR-Diktatur selbst miterlebt hat. Hat man in Berlin wirklich Angst vor dem Protest der Chinesen? Fürchtet man vielleicht den Ausschluss von den olympischen Spielen? Was ist mit den immer wieder gerade in der Union beschworenen christlichen Werten der Nächstenliebe, der Hilfe für in Not geratene Menschen usw.? Zählen diese und die oben genannten Wert nur, wenn sie nichts kosten?

Wie weit sind wir gekommen, wenn sogar Nachrichtensprecher im Privatfernsehen, wie eben auf N24 gesehen, davon reden, dass das etwas zum Fremdschämen sei?

Oder gibt es womöglich gute Gründe für dieses Verhalten der Bundesrepublik? Wenn ja, würde ich sie gerne erfahren. Wenn ja, würde ich sie gerne verstehen.

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Nur mal so nebenbei: Was schreibe ich jetzt?

Mai 10, 2008 · 3 Comments

Manchmal sitze ich vor dem Rechner und überlege tatsächlich, über was ich eigentlich schreiben will. Nicht, dass nach der Lektüre der Nachrichten das Elend der Welt über mich zusammenschlüge, aber momentan könnte man wieder einmal vom vielem Kopfschütteln darüber, was auf diesem Planeten  eigentlich vor sich geht, ein Schleudertraume bekommen.

Nehmen wir das Beispiel Libanon, wo die radikale Hisbollah einerseits sich mit sozialer Unterstützung profiliert und andererseits keine Skrupel hat, mit Raketen auf israelische Gemeinden auch Kinder in die Luft zu sprengen (so genau zielen kann man ja schließlich nicht). Und wie bei vielen, dieser ach so religiösen Organisationen (und damit sind beileibe nicht nur islamische gemeint, manche so genannten Christen können das auch) geht es doch nur um die Macht, oft sogar um die persönliche Macht und Bereicherung ihrer Anführer. Zu den Äußerungen des iranischen Präsidenten fällt mir nur ein: Es würde mich stark wundern, wenn Iran im Libanon nicht seine Finger im Spiel hätte. Mit etwas Fantasie könnte man die Hisbollah vielleicht sogar als iranische Erfindung sehen. Dass Ahmadenidschad …, ach, was soll man dazu sagen oder schreiben. Er zeigt genug, wessen Geistes Kind er ist.

Italien wählt tatsächlich Belusconi wieder und Merkel stammelt sich etwas zurecht, von wegen der aktuellen Hungerkrise und dass die Nahrungsmitelpreise gestiegen seien, weil viele Leute sich ja jetzt eine zweite Mahlzeit am Tag leisten könnten usw. Ich kriege das gar nicht mehr so richtig zusammen, stelle aber fest, dass die wirklichen Peinlichkeiten dabei inzwischen eben nicht mehr über die Medien kommen. Habe aber zufällig ihre Originaläußerungen im TV gesehen. Brutto und Netto kann ich da nur sagen. Und an den wahren Ursachen meilenweit vorbei. Dass die Bundesregierung kurze Zeit später eine Mondlandung erwägt, lenkt da geschickt ab.

Die Militärjunta in Birma legt mehr Wert darauf, ihre eigene Macht in einem Verfassungsreferendum zu sichern, als die eigenen Leute vor dem Hungertod zu bewahren. Zum Fall in Amsdetten fällt mir nun wirklich gar nichts mehr ein! Pästidentenwahl in Simbabwe, chinesische Hacker-Angriffe auf indische Server, Tibet, Guantanamo, ein Bahngewerkschaftler wird Bahn-Arbeitsdirektor… Mein Großvater sagte schon: “Die Welt wird immer verrückter.”

Aber tatsächliche wird sie das wohl nicht. Vielmehr war sie anscheinend schon immer so: Ein endloses Hickhack von machtbesessenen Profilneurotikern auf den verschiedensten Ebenen - vom Präsidenten bis zum Haustyrann (oder -Drachen, wir wollen ja niemanden diskriminieren). Währenddessen versucht ein Großteil der Menschheit erst einmal einfach zu überleben und dann ein erträgliches Auskommen zu haben und die Probleme des Alltags zu meistern.

Das erschreckende daran ist nur: Es zeigt sich kein wirklicher Fortschritt. Die ideologischen Gegensätze des Kalten Krieges wurden durch religiöse Gegensätze anderswo ersetzt (eigentlich eher ein Rückfall in die Vormoderne). Fortschritte bei Arbeitsrecht, -sicherheit und -technik hierzulande wurden von schrumpfender Arbeitszufriedenheit aufgefressen. Dummerweise müssen ja die meisten Menschen ja von Arbeit leben. Wir werden überflutet von Informationen und gleichzeitig immer weniger wirklich informiert. Die Reihe ließe sich noch endlos fortsetzen.

Hier eine Auswahl zu treffen… manchmal sitze ich tatsächlich vor dem Rechner und überlege, über was ich eigentlich schreiben will. Nicht, dass nach der Lektüre der Nachrichten das Elend der Welt über mich zusammenschlüge, aber zu manchen Zeiten könnte ich wieder einmal vom vielem Kopfschütteln darüber, was auf diesem Planeten  eigentlich vor sich geht, ein Schleudertraume bekommen…

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Birma… und Olympia…?

Mai 9, 2008 · No Comments

Über die Katastrophe in Birma zu schreiben, wäre im Moment wohl, wie Eulen nach Athen tragen. Die Meldungen in den Medien überschlagen sich.

Dass die birmanische Regierung tatsächlich Hilfslieferungen beschlagnahmt und nicht weiterleitet, um ihre Macht zu sichern, ist einfach unfassbar. Ganz bewusst lässt man damit Menschen sterben. Das ist Mord! Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit! Unfassbar auch, dass China diese Leute weiterhin unterstützt.

Deshalb müssen meiner Meinung nach auch die Olympischen Spiele jetzt boykottiert werden.

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Deutschland auf dem Weg zum Mond?

Mai 9, 2008 · No Comments

(Achtung Satire!)
Wahr ist: Die Netzzeitung meldet, dass die Bundesregierung einen Vorschlag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt für eine deutsche Mondmission prüft. Die Rolle unseres Landes in der Raumfahrt sei die einer Mittelmacht, hieß es.

Wahr ist auch: Böse Zungen meldeten sich dagegen mit dem Vorschlag zu Wort, die Bundesregierung doch gleich mit auf den Mond zu schießen.

Unwahr ist dagegen, dass Teile der Koalition wie auch der Opposition auch diesen Vorschlag prüfen… total unwahr! Wirklich!

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Erfahrungsbericht: Kubuntu 8.04 mit KDE auf Thinkpad X31 (Teil 3)

Mai 9, 2008 · 1 Comment

Nun gibt es doch noch einmal einen kleinen Nachschlag bei meinen Erfahrungen mit Kubuntu und KDE 4.

Als erstes gab es offenbar eine Panne beim Partitionieren: Wie schon erwähnt hatte ich die /swap vergrößert, um genug Platz für einen Suspend to Disk zu haben.
Da ich noch nicht viele Daten auf der Denkmatte (Thinkpad) hatte habe ich die Linux-Partitionen gelöscht, dann die /swap mit ca. 600 Megabyte definiert und restlichen freien Platz für /. Die noch vorhandene, wenn auch selten genutzte Win-Partition wurde dabei nicht angestastet - eigentlich!

Dummerweise startet Windows aber jetzt nicht mehr, auch nicht mit Tricks oder im abgesicherten Modus. Ein MS-Dos-artiger Startbildschirm erscheind und bietet mir verschiedene Startoptionen an, darunter auch den abgesicherten, und rät zur zuletzt lauffähigen Konfiguration. Wie auch immer, es geht nichts. Eine relativ lange Fehlermeldung erscheint, leider zu lang um sie zu lesen, bevor der Rechner versucht, neu zu starten.

Mir drängt sich der Verdacht auf, dass eben entweder beim Partitionieren etwas schief ging, was die Windows-Partition irgendwie angekratzt haben könnte, oder aber der neu installierte Bootmanager Grub vielleicht irgendwas überschrieben haben könnte. Von Kubuntu aus lässt sich aber problemlos auf die Daten von Windows zugreifen. (Die Sicherung persönlicher Daten ist also gar nicht erforderlich. Sie sind noch da.)

Was tun? Nun, meine erste Idee ist, den Bootsektor mit dem (MS-) fdisk/mbr für Windows wiederherszustellen, was dann aber die Neuinstallation von Grub erforderlich macht, da Windows-Programme ja bekanntlich meinen, sie wären allein auf der Welt bzw. Platte. Und dann mal sehen.

Mein Fazit aus dieser Aktion aber so oder so: Ich würde mir einen genaueren Partitionierer wünschen, bei dem ich genau den Zylinder angeben kann, von und bis zu dem eine Partition reichen soll. Damit hätte ich das Problem möglicherweise vermeiden können oder, selbst für den Fall, dass es nicht am Partitionieren liegen sollte, zumindest dieses mit großer Wahrscheinlichkeit ausgrenzen können. Googlen hat mir auch noch nicht wirklich weitergeholfen.
Vielleicht ist es jetzt auch einfach der Zeitpunkt, Windoof endgültig von der Platte zu putzen. Mal sehen.

Ansonsten bin ich von KDE 4 immer noch begeistert. Meine Empfehlung: Unbedingt mal einen Rechtsklick auf das Symbol oben in der linken Ecke eines Fensters machen, dann Configure Window Behaviour auswählen und anschließend Desktop Effekts.

Ehrlich: Ich bin kein Effekte-Freund und mag es am liebsten Schlicht und funktional. Aber wer hier auf der Karteikarte General bei Enable desktop effects einen Haken setzt erhält etwas für seine Bemühungen. So lassen sich z. B. über Strg+ F10 die auf verschiedene virtuelle Desktops verteilten Fenster mal eben schnell in etwas verkleinerter Form auf einem darstellen, so dass man locker ihren Inhalt beobachten kann und mit den Pfeil-Tasten schnell zwischen ihnen wählen. Enter holt dann das ausgewählte Fenster nach vorne, mit Esc geht es ganz schnell in den vorherigen Zustand.

Strg+ F8 staucht die Arbeitsflächen vertikal zusammen und zeigt sie, samt Taskleiste, übereinander an. Auswahl usw. wie gehabt.

Ansonsten kann man alternativ auch ohne Schnickschnack mit Strg-F1 und Strg-F2 zwischen den beiden, bei mir voreingestellten virtuellen Desktops wechseln. Bei meinen Lenny auf dem R51 geht allerdings auch mit Strg-Tab ein Durchsteppen. Das geht hier nicht.

Vom Datei-Manager dolphin bin ich mittlerweile so begeistert, dass ich ihn mir auch auf dem R51 unter KDE 3.5.9 installiert habe - die gehackte Version für KDE 3.5.x natürlich. Sie findet sich auf den Debian-Repositories unter dem Namen d3lphin (Nomen est Omen). Ein paar kleine Einschränkungen gibt es, z.B. dass sich die Konsole nicht im d3lphin-Fenster öffnet, sondern, wie bei Konqueror auch, ein extra Konsole-Fenster öffnet usw. Nichts wichtiges also.

Aber in der Tat überlege ich auch, ob ich nicht wieder in den Debian-Hafen einlaufen werde, sobald Lenny mit KDE 4 angeboten wird. Auf dem R51 wird jedenfalls Debian weiter laufen und KDE 4 sobald wie möglich nachgerüstet.

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